03.08.2023

USound: 10 Mio. Investment für Grazer Startup – Google-Frühinvestor steigt ein

Das Grazer Lautsprecher-Startup hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen, an sich neben Bestandsinvestoren wie eQventure und Hermann Hauser unter anderem auch der bekannte Tech-Investor Andreas von Bechtolsheim beteiligt hat.
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Conamara 6mm
Conamara 6mm | Foto: USound

Um weiter zu wachsen, hat das auf MEMS-Lautsprecher (Micro-Electro-Mechanical Systems) speizalisierte Grazer Startup USound eine neue Finanzierungrunde abgeschlossen. Dabei nahm das Unternehmen 10 Millionen Euro auf. Das Wachstumskapital soll den Ausbau der Produktion von Halbleiter-Mikrolautsprechern für verschiedene Kunden im Marktsegment Bluetooth-Kopfhörer und OTC-Hörgeräte beschleunigen.

Das Kapital kommt einerseits von Bestandsinvestoren wie dem Mehrheitseigentümer eQventure, ARM-Mitgründer Hermann Hauser sowie den USound-Managern CEO Ferruccio Bottoni, CTO Andrea Rusconi-Clerici und CFO Herbert Gartner.

Neu an Bord kommt jedoch auch ein besonders prominenter Name: Der Silicon-Valley-Veteran Andreas von Bechtolsheim. Dieser war im Jahr 1982 einer der Co-Gründer des IT-Unterehmens Sun Microsystems, das Oracle 2010 für 7,4 Mrd. Dollar kaufte. Bekannt ist von Bechtolsheim jedoch auch, weil er 1998 einer Investoren von Google war.

Usound-CEO: „Neues Zeitalter für Audioindustrie hat begonnen“

Usound hat bereits eine Reihe an namenhaften Kunden. Ende vergangenen Jahres kommunizierte USound eine Zusammenarbeit mit dem Apple-Supplier Luxshare-ICT (brutkasten berichtete). Luxshare-ICT, hatte das Grazer Unternehmen als strategischen Lieferanten von MEMS-Lautsprechern ausgewählt. Auch auf dem Markt für Medizintechnik ist Startup bereits aktiv und fertig etwa spezielle nicht magnetische Lautsprecher, welche für den Einsatz in MRT-Geräten geeignet sind.

„Nach der Ankündigung unserer Kooperationen mit großen Audio-Herstellern wie Luxshare-ICT Ende 2022 und Concraft Anfang dieses Jahres, haben viele OEM-Kunden begonnen, Lautsprecher von USound für ihre Audioprodukte der nächsten Generation einzusetzen. Ein neues Zeitalter für die Audioindustrie hat damit begonnen“, freut sich USound-CEO Ferruccio Bottoni.

50 Prozent weniger Platzbedarf und 80 Prozent weniger Stromverbrauch

USounds-MEMS-Lautsprecher sollen rund 50 Prozent weniger Platz benötigen und 80 Prozent weniger Strom verbrauchen. Zudem sollen sie einen einen größeren Frequenzbereich als Konkurrenzprodukte bieten. Die Mikrolautsprecher von USound kommen in Bluetooth-Kopfhörern, Smartphones, VR/AR-Brillen, Wearables und in Hörgeräten zum Einsatz.

Dank der geringen Größe der USound-MEMS-Lautsprecher sollen Elektronikprodukte in Zukunft kleiner gebaut werden oder durch die Platzersparnis zusätzliche Komponenten integriert werden, heißt es von USound. Die Lautsprecher sollen die Systemkosten drastisch reduzieren und gleichzeitig aber vollautomatisch montierbar sein. Im Vergleich zu einer rein monolithischen MEMS-Lösung seien die MEMS-Lautsprecher von USound kleiner und würden einen höheren Schalldruckpegel, bessere Klangqualität und niedrigere Herstellungskosten bieten.

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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