17.06.2021

UNIQA Ventures wird fünf Jahre alt

Die Venture-Capital-Gesellschaft des österreichischen Versicherungskonzerns UNIQA hat bisher über 50 Mio. Euro investiert und ist aktuell an 30 Unternehmen beteiligt - darunter etwa Bitpanda und Eversports.
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UNIQA Ventures
das Team von UNIQA Ventures | Foto: UNIQA Ventures

Die Venture-Capital-Gesellschaft des börsennotierten österreichische Versicherungskonzerns UNIQA feiert ein Jubiläum: Fünf Jahre liegt ihre Gründung bereits zurück. Aktuell hält UNIQA Ventures 30 Beteilungen an Unternehmen, dazu kommen noch fünf Exits. Nach eigenen Angaben hat die Gesellschaft „eine bis dato solide zweistellige Rendite“ erwirtschaftet. Zu den bekanntesten Beteiligungen zählen etwa Bitpanda, Finabro und Eversports.

Exits verzeichnete der VC 2017 mit Inzmo sowie jeweils 2020 mit Koalaboox und FragNebenan. Zwei weitere Exits sind bisher nicht öffentlich bekannt und sollen in nächster Zeit kommuniziert werden. Der Investmentfokus von UNIQA Ventures liegt auf Startups mit bereits vorhandenem Produkt-Markt-Fit und „solider Traction“ in der frühen Wachstumsphase – in Branchen wie FinTech, InsurTech oder HealthTech. Das Investitionsvolumen bewegt sich üblicherweise im Bereich von 1 Mio. bis 5 Mio. Euro.

Bisher über 50 Mio. Euro investiert

Insgesamt wurden bisher über 50 Mio. Euro investiert. Rund die Hälfte davon ging an Startups in Mittel- und Osteuropa (CEE), die andere Hälfte an westeuropäische Jungunternehmen. Im Mai wurde etwa die Beteiligung am spanischen Startup Impress bekannt. Das auf unsichtbare Zahnschienen spezialisierte Unternehmen aus Barcelona hatte eine 50 Mio. Dollar schwere Series-A-Runde abgeschlossen, an der UNIQA Ventures neben anderen Investoren beteiligt war.

„UNIQA Ventures bietet einen geschützten Raum für mutige Zukunftsinvestments, um frühzeitig neue Trends sowie innovative Geschäftsmodelle zu erkunden und vom technologisch und sozioökonomisch induzierten Wandel sowie der Transformation traditioneller Branchen wie dem Finanz- , Versicherungs- und Gesundheitssektor zu profitieren“, wird Andreas Nemeth, CEO und Managing Partner bei UNIQA Ventures, in einer Aussendung zitiert. Dabei agiere man wie ein klassischer Venture-Capital-Fonds nach streng finanziellen Kriterien.

Auch der CEO des Mutterkonzerns UNIQA, Andreas Brandstetter, zieht anlässlich des Jubiläum ein positives Resümee: „Wir haben vor fünf Jahren eine mutige Entscheidung getroffen, in Startups zu investieren. Heute ernten wir bereits die Früchte, indem UNIQA Ventures Rendite abwirft und die Zusammenarbeit mit Startups die UNIQA Gruppe kulturell inspiriert und befruchtet hat”.

UNIQA Ventures bewusst getrennt von klassischem Versicherungsgeschäft

Organisatorisch ist UNIQA Ventures allerdings als „Explorationseinheit bewusst getrennt und autonom vom klassischen Versicherungsgeschäft“ als finanziell orientierter Investment-Arm aufgesetzt, wie es in der Aussendung heißt. Gründer erhalten von der VC-Gesellschaft nicht nur Wachstumskapital, sondern könnten auch auf die Branchenexpertise, Marktkenntnis sowie das Netzwerk der UNIQA zurückgreifen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich in Pilotprojekten der UNIQA zu beweisen. Etwa ein Drittel der Portfolio-Startups arbeitet bereits als Vertriebs-, Produkt-, IT- oder Outsourcing-Partner mit Unternehmen in der Gruppe zusammen.

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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