11.03.2022

Uber im Spritpreis-Dilemma

Ohnehin durch Corona angeschlagen steht Uber jetzt durch den hohen Diesel- und Benzinpreis vor einer kaum lösbaren Aufgabe.
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Uber Movement - uberx - Diesel- und Benzinpreis bringt Uber in ein Dilemma
(c) Uber

Die vergangenen zwei Jahre waren für den Fahrtendienst-Anbieter Uber bekanntlich alles andere als leicht. Das gilt nicht nur in Österreich, wo eine „Lex Uber“ den Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Taxi-Anbietern nahezu ausgelöscht hat. International war es natürlich vor allem die Corona-Krise, die dem amerikanischen Tech-Riesen zu schaffen machte. Lockdowns und weitere Covid-Maßnahmen ließen die Nachfrage zeitweise in den Keller rasseln. Der durch die Krise angestoßene nachhaltige Trend zu mehr Homeoffice und Online-Terminen dürfte sich auch dauerhaft auswirken.

Diesel- und Benzinpreis torpediert Uber-Pläne zur Preissenkung

Doch mit der Omikron-Welle schien für Uber ein Lichtblick gekommen zu sein. Die (momentan wegen Rekordzahlen bei Ansteckungen wieder viel kritisierte) Aufhebung nahezu aller Corona-Maßnahmen versprach, dem Geschäft wieder ordentlich Auftrieb zu verleihen. Doch bekanntlich schlug die nächste Krise ein: Die Folgen des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine und der damit verbundenen Sanktionen des Westens gegen Russland.

Der Diesel- und Benzinpreis ist weltweit höher als je zuvor. Das treibt bekanntlich die schon vor dem Krieg hohe Inflation weiter an. Denn viele Unternehmen müssen die gestiegenen Kosten auf ihre Kund:innen abwälzen. Uber sträubt sich international noch dagegen, weil man nach mehreren Preissteigerungen in den vergangenen Jahren fürchtet, damit zu viele Nutzer:innen abzustoßen. Im Gegenteil: Noch vor kurzem war laut dem US-Magazin „The Information“ bei Managern unter der Hand von einer notwendigen Preissenkung die Rede, um das Geschäft wieder anzukurbeln.

Erste Fahrer:innen hören auf

Doch in den USA beginnen bereits Uber-Fahrer:innen, die als (Schein-)Selbstständige ja selbst die Spritkosten tragen müssen, aufzuhören. Das Geschäft zahlt sich für sie nicht mehr aus. Dasselbe gilt natürlich auch für den Konkurrenten Lyft, oder das ebenfalls mit (Schein-)selbstständigen Fahrer:innen arbeitende Lieferservice DoorDash. Der hohe Diesel- und Benzinpreis stellt Uber und Co also vor ein Dilemma. Man muss den Fahrer:innen mehr vom Umsatz abgeben, um sie zu halten. Doch das lässt sich nur mit einer Preissteigerung für die ohnehin schon wackelnden Kund:innen machen. Eine Abwärtsspirale droht.

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KI-Chatbots können laut EuGH-Generalanwalt Urheberrechte verletzen

KI-Chatbots wie Googles Gemini können unter bestimmten Umständen die Rechte von Presseverlagen verletzen, wenn sie Online-Presseartikel abrufen und für die Beantwortung von Nutzeranfragen verwenden. Zu diesem Schluss kommt Generalanwalt Maciej Szpunar in seinen am Dienstag veröffentlichten Schlussanträgen am Europäischen Gerichtshof (EuGH). Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem ungarischen Unternehmen Like Company und Google.
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Erster Generalanwalt am EuGH: Maciej Szpunar | (c) curia.europa.eu/Screenshot

Die ungarische Like Company betreibt mehrere Webportale und beansprucht Schutz für die dort veröffentlichten Artikel. Das Unternehmen wirft Google vor, seine Artikel zum Training der Gemini-Sprachmodelle verwendet sowie über den KI-Chatbot vervielfältigt und öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Ein ungarisches Gericht setzte das Verfahren daraufhin aus und legte dem EuGH vier Fragen zur Vorabentscheidung vor. Es handelt sich um das erste Verfahren zu generativer Künstlicher Intelligenz vor dem EuGH.

Wann KI-Chatbots die Rechte von Verlagen verletzen können

In seinen Schlussanträgen erläutert Generalanwalt Szpunar, unter welchen Umständen die Nutzung von Presseartikeln durch KI-Chatbots eine Rechtsverletzung darstellen kann. Entscheidend sei unter anderem, ob der Chatbot unrechtmäßig auf eine Veröffentlichung zugreift, etwa durch die Umgehung einer Paywall oder anderer technischer Schutzmaßnahmen.

Zudem komme es darauf an, wie die Informationen in den generierten Antworten wiedergegeben werden. Während die bloße Wiedergabe von Tatsachen keine Rechtsverletzung darstelle, könne die erkennbare Übernahme der Ausdrucksform eines Artikels problematisch sein. Das gelte insbesondere dann, wenn die Antwort die Originalveröffentlichung so weit ersetze, dass Nutzer:innen kein Verlangen mehr haben, die Originalveröffentlichung zu öffnen.

Das Recht der Presseverlage auf öffentliche Zugänglichmachung könne laut Szpunar verletzt werden, wenn die Ausdrucksform der Originalartikel systematisch in den Antworten eines Chatbots erkennbar sei. Der Anbieter könne für eine solche Nutzung haften, wenn diese Teil seines Geschäftsmodells sei oder er keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergriffen habe.

Fragen zum KI-Training laut Generalanwalt unzulässig

Die Fragen zur Verwendung von Presseartikeln für das Training der Google LLMs empfiehlt Szpunar hingegen, für unzulässig zu erklären. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Artikel der ungarischen Like Company tatsächlich zum Training der Gemini-Modelle verwendet worden seien. Die Fragen seien daher hypothetisch. Szpunar hält jedoch fest, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte zum Training von Sprachmodellen im Rahmen der im EU-Recht vorgesehenen Ausnahme für Text- und Data-Mining in der Regel „frei zulässig“ sei.

Das Gutachten ist für die Richter:innen nicht bindend, ihr Urteil soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Streit um journalistische Inhalte auch in anderen EU-Ländern

Der Rechtsstreit ist kein Einzelfall. Bereits im Februar 2026 reichte die dänische Verwertungsgesellschaft DPCMO, die einen Großteil der Nachrichtenmedien des Landes vertritt, Klage gegen OpenAI ein. Sie wirft dem Unternehmen vor, Presseartikel ohne Genehmigung zum Training seiner KI-Modelle verwendet und Inhalte über ChatGPT wiedergegeben zu haben. Ein Urteil steht bislang aus. Auch in Frankreich wehren sich Presseverlage gegen die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Anbieter. Im August dieses Jahres wandte sich die französische Presseallianz APIG an die Wettbewerbsbehörde, weil sie durch Googles KI-generierte Zusammenfassungen sinkende Besucherzahlen und Einnahmen befürchtet.

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