17.11.2023

Toddle: Wiener Refurbished-Plattform für Baby- und Kinderausstattung kauft schwedischen Mitbewerber

Erst im Sommer ging das Wiener Startup Toddle mit einer Plattform für neuwertig aufbereitete Baby- und Kinderausstattung an den Start. Nur wenige Monate danach übernimmt das Unternehmen bereits einen angeschlagenen Mitbewerber aus Schweden.
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(c) Toddle

Ende Juli ging Toddle rund um Matthias Lohner und Markus Schiffauer an den Start. Die beiden Gründer haben eine Plattform entwickelt, über die wiederaufbereitete Kinderausstattung verkauft oder vermietet wird. Zudem werden über die Plattform Händler:innen und Kund:innen zusammengebracht. Dafür arbeitet das Startup mit verschiedenen Refurbishment-Partner:innen in Wien zusammen. Bisher konnte das Startup laut eigenen Angaben mehrere hundert aktive Vermietungen über die Plattform abwickeln (brutkasten berichtete).

Toddle kauft Parently

Nur wenige Monate nach dem Launch gab das Startup nun den Kauf des schwedischen Mitbewerbers Parently bekannt, das ein ähnliches Konzept verfolgt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Fest steht nur, dass das 2019 gegründete schwedische Unternehmen im Juli 2023 Konkurs anmelden musste. „Parently hatte viele Probleme in der Operations, die wir mit unserem Wissen lösen können“, so Toddle-Co-Founder Lohner gegenüber bruktasten.

Neuer Fokus auf Skandinavien

Mit der Übernahme streckt Toddle nun seine Fühler nach Skandinavien aus. „Wir freuen uns über diesen strategischen Schritt in den Norden, wo Kreislaufwirtschaft – sowohl auf Hersteller- und Logistik-Seite, als auch bei den Endkunden – bereits fortgeschrittener ist als in der DACH-Region“, so Lohner.

Die Marke Parently soll laut Lohner fortgeführt werden. Derzeit befindet sich das Startup auf der Suche nach einem Chief Marketing Officer (CMO), um das Nutzerwachstum von Parently zu forcieren. Zudem ist Toddle mit der Universität Lund eine Forschungskooperation im Bereich der Kreislaufwirtschaft eingegangen.

Finanzierungsrunde geplant

Für die nächsten Wachstumsschritte möchte Toddle bis Frühjahr 2024 eine Finanzierungsrunde in Höhe von 150.000 Euro abschließen. Derzeit befindet sich das Startup in ersten Gesprächen mit potentiellen Investoren und Business Angels. Zudem wurde in Schweden auch in eigenes Unternehmen gegründet. Ziel sei es, die Plattform zu einem VC-Case zu machen.

„Parallel zu Strollme und nomadi in Deutschland, Baboodle in Großbritannien, Tiny Library in den Niederlanden, loopi in der Schweiz und Toddle in Österreich übernehmen wir somit die Themenführerschaft für dieses Geschäftsmodell in Schweden und den nordischen Ländern“, so der Gründer abschließend.


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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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