21.01.2025
INVESTMENT

Tauros Capital sichert sich 30 Mio. Euro für Revenue-based Financing

Die Wiener Beteiligungsgesellschaft Tauros Capital gibt die Auflage eines zweiten Beteiligungsvehikels bekannt - rund 30 Millionen Euro stehen nun für Revenue-based Financing bereit.
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Geschäftsführung von Tauros Capital: Werner Edlinger und Thomas Bobek © Tauros Capital

Seit ihrer Gründung im Jahr 2018 hat sich Tauros Capital an insgesamt 22 Unternehmen beteiligt. Das Kapital des ersten Fonds ist inzwischen vollständig ausgeschöpft. Mit „Equity 2.0“ startet die Beteiligungsgesellschaft nun in eine neue Phase und erweitert ihr Engagement auf den gesamten DACH-Raum. Für die zweite Runde stehen insgesamt rund 30 Millionen Euro zur Verfügung, die in Form von Revenue-based Finanzierung investiert werden sollen, bestätigt Tauros Capital gegenüber brutkasten.

In der Vergangenheit investierte Tauros Capital bereits in namhafte Unternehmen. So erhielt das Wiener Food-Scaleup Neoh, bekannt für seine zuckerfreien Schokoriegel, 2022 eine siebenstellige Investment-Summe, wie brutkasten berichtete. Weitere Investitionen gingen an Unternehmen wie Biogena, Soluto und Spusu.

Wachstumskapital ohne Abgabe von Geschäftsanteilen

Tauros Capital bietet Wachstumskapital in Form von Umsatzbeteiligungen, bekannt als „Revenue-based Financing“. Die Investmentgesellschaft stellt bis zu zwei Millionen Euro für Unternehmen mit Wachstumspotenzial bereit. Im Fokus stehen dabei vor allem etablierte KMUs und umsatzstarke Scaleups. Tauros Capital erwirbt dabei keine Geschäftsanteile, sondern beteiligt sich für einen festgelegten Zeitraum zu einem vereinbarten Prozentsatz am Umsatz der Unternehmen. Die typische Finanzierungsdauer liegt zwischen fünf und sieben Jahren.

Werner Edlinger, Geschäftsführer von Tauros Capital, erläutert: „Unser Ziel ist es, Unternehmern, die weitgehend unabhängig und selbstbestimmt agieren möchten, die nötigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre Wachstumspläne in die Realität umsetzen können. Umsatzbasierte Finanzierungen eignen sich besonders für Unternehmen, die regelmäßige Einnahmen erzielen und bereits eine gewisse Umsatzgröße erreicht haben“.

Stärkung des Eigenkapitals und der Bonität

Tauros Capital würde durch Revenue-based Finanzierung das Eigenkapital der Unternehmen für zukünftige Wachstumsschritte stärken und gleichzeitig deren Bonität verbessern, heißt es vonseiten der Gesellschaft. Trotz dieser Unterstützung wird das Wachstumskapital steuerlich als Fremdkapital behandelt, was den Vorteil hat, dass der Finanzierungsaufwand abgesetzt werden kann. Für das Investment ist „keine Abgabe von Unternehmensanteilen und auch kein zwangsläufiger gemeinsamer Exit nötig, was vielen Eigentümern entgegenkommt“, erklärt Thomas Bobek, Geschäftsführer von Tauros Capital.

Zudem würde der gesamte Prozess von der Antragstellung bis zur Genehmigung deutlich schneller als bei herkömmlichen Fremd- oder Eigenkapitalfinanzierungen ablaufen. Laut Tauros Capital würde es oft nur wenige Wochen von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Abschluss der Investition dauern. Typische Finanzierungsanlässe sind Wachstumsinvestitionen, Unternehmensübernahmen und Bridgefinanzierungen.

Umsatzsteigerung von 20 Prozent möglich

Die Ergebnisse der Investitionen sprechen für sich: die 22 unterstützten Unternehmen erzielten insgesamt 400 Millionen Euro Umsatz. Dabei stieg ihr Umsatz durchschnittlich um 20 Prozent, behauptet Tauros Capital.

Die Beteiligungsgesellschaft bezieht ihr Kapital von eigenen Investoren, zu denen in erster Linie die Erste Group und die Wiener Städtische zählen. Die Erste Asset Management hält 49 Prozent an Tauros Capital, 25,5 Prozent gehören der Vienna Insurance Group, und die restlichen 25,5 Prozent entfallen auf die Ecos Corporate Finance Consulting GmbH von Werner Edlinger.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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