13.02.2025
ENERGIE

Sunnybag-Founder entwickelt vertikales PV-Modul für Gartenzaun

Die Sunbooster GmbH von Stefan Ponsold hat eine neue Lösung zur Erzeugung von Sonnenenergie entwickelt. Und damit gleich dem Sichtschutz beim Zaun mehr Effizienz verpasst.
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Sunbooster Vertical
© Otmar Winterleitner -Stefan Ponsold von Sunnybag.

Stefan Ponsold zählt in der Startup-Szene längst zu den Urgesteinen. Seit rund 15 Jahren entwickelt der gebürtige Steirer PV-Lösungen und erlangte mit seinen Solar-Rucksäcken (Sunnybag) und Solar-Ladegeräten über die Grenzen Österreichs Bekanntheit. Während das Unternehmen die letzten Jahre vorwiegend im Lifestyle-Sektor aktiv war, startete man im Vorjahr mit dem neuen Produkt Sunbooster Powerstation Grid damit, einen zusätzlichen Markt zu adressieren. Konkret handelt es sich um einen Plug-In-Energiespeicher für PV-Balkonkraftwerke – brutkasten berichtete. Nun watet man mit einer weiteren Lösung auf.

Sunbooster Vertical: in bestehende Doppelstabmattenzäune eingefädelt

Der Sunbooster Vertical ist ein zweieinhalb Jahre lang entwickeltes bifaziales, flexibles PV-Modul, das direkt in bestehende Doppelstabmattenzäune eingefädelt wird. Als „bifazial“ versteht man Solarzellen, die sowohl mit der Vorderseite als auch mit der Rückseite Strom gewinnen können. Es soll das herkömmliche Sichtschutzband ersetzen und dabei auf der vertikalen Fläche des Gartenzauns Sonnenenergie erzeugen – „dank der beidseitigen PV-Zellen deutlich mehr als klassische PV-Module“, wie es per Aussendung heißt.

Sunbooster Vertical
© Screenshot – Das Sunbooster Vertical nutzt den Albedo-Effekt.

„Durch die vertikale Ausrichtung liefert der Sunbooster Vertical vor allem morgens und abends Strom – genau dann, wenn der Energiebedarf und die Strompreise am höchsten sind. Die Nachrüstung ist denkbar einfach, da bestehende Zäune genutzt werden können. Zudem liegen die Kosten bei nur einem Drittel im Vergleich zu klassischen Solarzäunen, was eine wesentlich schnellere Amortisation ermöglicht“, erklärt CEO Ponsold die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile seiner Innovation. Bei einem 100 Meter langen Zaun könnten so über 18 kWp Sonnenstrom direkt erzeugt werden, was einem Jahresertrag von etwa 22 MWh entspreche.

Auch im Winter nutzbar

Die vertikale Montage biete auch in der kalten Jahreszeit entscheidende Vorteile: „Besonders im Winter, wenn die Sonne tief steht und Dach-PV-Anlagen durch Schnee bedeckt sind, liefern vertikale Module weiterhin zuverlässig Energie – ideal um Luftwärmepumpen mit Strom zu versorgen“, heißt es weiter. „Durch die bifaziale Zelltechnologie wird zudem das vom Schnee reflektierte Licht genutzt (Albedo-Effekt), wodurch der Gesamtertrag weiter gesteigert wird.“

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kalkül
© kalkül - Michael Leister (links) und Lukas Weilguny (rechts) von kalkül.

Entstanden ist kalkül aus einem eigenen Problem. Lukas Weilguny und Michael Leister entwickeln als Selbstständige seit 2017 Software für Unternehmen. Als ihr damals genutztes Rechnungsprogramm nach einer Übernahme spürbar schlechter wurde, sahen sie sich nach Alternativen um und testeten mehr als zehn Buchhaltungsprogramme.

„Wir haben kein einziges gefunden, das wirklich einfach und gleichzeitig auf Österreich zugeschnitten war. Buchhaltung ist der langweiligste Teil im Alltag von Selbstständigen. Niemand will stundenlang eine Software lernen, nur um die erste Rechnung zu schreiben. Genau das ändern wir“, erinnert sich Leister.

kalkül: von 1.000 auf 10.000 Nutzer:innen

Also schufen sie 2023 eine eigene Lösung: Ihre Software, die von der we-dev e.U. betrieben wird, dient der Erstellung von Angeboten und Rechnungen, führt die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung mit und deckt Mahnwesen und Zahlungsabgleich ab. Laut Unternehmen ist sie auf die österreichischen Steuervorgaben abgestimmt.

Im November 2024 zählte kalkül 1.000 Nutzer:innen, im Februar 2026 waren es 5.000. Seither hat sich die Zahl innerhalb von sieben Monaten noch einmal verdoppelt. Treibende Kraft hinter dem organischen Wachstum waren den Gründern zufolge persönliche Empfehlungen und die Sichtbarkeit in Suchmaschinen. Bezahlte Werbeanzeigen testen die Gründer erst seit Kurzem. Das Unternehmen ist eigenfinanziert und hat bis heute keine externe Finanzierung aufgenommen.

Allgemein wird der Markt für Rechnungssoftware im deutschsprachigen Raum von deutschen Anbietern dominiert. Österreich werde dort meist nur als kleines Nischenland mitgedacht. Besonderheiten wie Kleinunternehmerregelung, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, BAO-Aufbewahrungspflichten oder Verzugszinsen nach österreichischem Recht werden oft nur oberflächlich abgedeckt, sagen die Founder. Kalkül sei hingegen exakt für diesen Markt gebaut, inklusive Rechnern für Einkommensteuer, SVS-Beiträge, Gewinnfreibetrag und Abschreibungen.

Freemium-Modell

Um Selbstständige gerade zu Beginn zu entlasten, setzt kalkül auf ein Freemium-Modell: Kernfunktionen wie Angebote, Rechnungen, Mahnwesen und die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind ohne Limits dauerhaft kostenlos. Ein Abo indes schaltet Zusatzfunktionen wie den automatischen Bankabgleich mit über 2.600 Banken frei. Der überwiegende Teil der 10.000 Nutzer:innen verwendet die Gratisversion, wie man mitteilt.

„Als wir das Abo eingeführt haben, gab es dafür wochenlang praktisch keine exklusiven Funktionen. Trotzdem haben Leute bezahlt, einfach um die Entwicklung zu unterstützen. Das war für uns das ehrlichste Feedback, das wir bekommen konnten“, sagt Weilguny.

Integrierte Registrierkassenlösung als nächster Schritt

Als nächsten großen Schritt kündigen die Gründer eine integrierte Registrierkassenlösung an. Parallel baut kalkül die Zusammenarbeit mit Steuerberatern aus: Enger Partner ist die Linzer Kanzlei Raml & Partner, die zwölffach als „Steuerberater des Jahres“ (in der Kategorie „Allrounder Oberösterreich“) ausgezeichnet wurde. Weitere Kooperationen sind geplant. Mittelfristig soll außerdem eine KI-gestützte Belegerkennung Ausgaben automatisch auslesen und kategorisieren.

Welche Funktionen zuerst kommen, entscheidet – laut Foundern – weitgehend die Community: Je häufiger ein Feature angefragt wird, desto weiter rückt es nach vorn. „Wir wollen das einfachste Rechnungsprogramm für Selbstständige in Österreich sein“, sagt Leister. „Mit 10.000 Nutzern sind wir ein gutes Stück weiter, aber bei 376.112 Ein-Personen-Unternehmen im Land haben wir noch viel vor uns.“

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