03.09.2025
STARTUP-POLITIK

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

Die Bundesregierung beschließt heute im Ministerrat den sogenannten "Standort Fonds". Dieser soll mehrere Vehikel bündeln, darunter den angekündigten Dachfonds, der nun "Scale-up Fonds" heißt.
/artikel/standort-fonds-regierung-bringt-dachfonds-als-scale-up-fonds-auf-schiene
Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey
Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey

Im Februar wurde er im schwarz-rot-pinken Regierungsprogramm angekündigt, etwas mehr als ein halbes Jahr später ist er nun tatsächlich im Ministerrat: der Dachfonds. Dieser hat im aktuellen Ministerratsvortrag den neuen Namen „Scale-up Fonds“. Und noch eine neue Bezeichnung ist dort zu finden: „Standort Fonds“.

„Standort Fonds“ als „Klammer“

Dieser „Standort Fonds“ ist kein eigenes Vehikel, sondern eine „kommunikative Klammer“, wie es aus dem Büro von Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner gegenüber brutkasten heißt. Er umfasst im aktuellen Ministerratsvortrag zwei Instrumente: den „Scale-up Fonds“ sowie einen Netzinfrastruktur-Fonds. In Zukunft dürften weitere Vehikel folgen, heißt es aus dem Büro der Staatssekretärin. „Der ‚Standort Fonds‘ setzt die Klammer über sektorspezifische Instrumente, um so einen effektiven Mitteleinsatz in Zukunftsfeldern zu gewährleisten“, heißt es im Ministerratspapier.

Ankerinvestment durch die öffentliche Hand fixiert

Noch gibt es zum neuen „Scale-up Fonds“ im Papier nur einen Absatz (hier im Wortlaut):

„Ein Fokus soll auf einem Scale-up Fonds liegen. Finanzierung von Start-ups und Spin-offs in der Wachstumsphase, um hochinnovative Unternehmen am Standort Österreich zu halten. Es wird angestrebt, eine Funds-of-Funds-Struktur mit einem unabhängigen Management entsprechend internationalen Standards, welcher insbesondere in österreichische Scale-ups investiert, aufzusetzen. Der Fonds wird mit einem öffentlichen Ankerinvestment ausgestattet und bündelt weiters privates Kapital.“

500 Millionen Euro als „Wunschsumme“

Hervorzuheben ist hier das von Elisabeth Zehetner im brutkasten-Interview bereits angekündigte geplante Ankerinvestment durch die öffentliche Hand. Dessen Höhe ist laut dem Büro der Staatssekretärin noch nicht fixiert. Beim gesamten Fonds-Volumen, das durch Investments priavter und institutioneller Investoren, v.a. Banken, Versicherungen, Vorsorge- und Pensionskassen, zustande kommen soll, seien die bereits kommunizierten 500 Millionen Euro die „Wunschsumme“. Es gebe auch bereits Gespräche mit potenziellen Investoren. Wie viel Kapital letztlich aufgestellt werde, müsse sich noch zeigen.

Deutsche KfW Capital mit 13,6 Mrd. Euro Zielvolumen als Vorbild

Von der Staatssekretärin heißt es dazu in einem ersten Presse-Statement: „Ein Blick ins Ausland zeigt uns die Richtung: Während in den USA vieles über rein privates Kapital läuft, setzen europäische Länder stark auf Public-Private-Partnerships – etwa Deutschland mit der KfW Capital oder früher Dänemark, das mittlerweile auf ein rein privates Modell umgestiegen ist. Gerade Deutschland ist hier ein wichtiger Referenzpunkt: Die KfW Capital wird bis 2030 voraussichtlich ein Fondsvolumen von rund 13,6 Milliarden Euro erreichen.“

Rahmenbedingungen für institutionelle Investoren sollen verbessert werden

Den institutionellen Investoren stehen bislang bekanntlich auch Beschränkungen bei Risikokapital-Investments im Wege. „Als Begleitmaßnahmen zur Mobilisierung von privatem Kapital sollen die Rahmenbedingungen für Investitionen durch institutionelle Anleger verbessert werden“, heißt es zu diesem Punkt im Ministerratsvortrag. Man schaffe derzeit „die notwendigen Rahmenbedingungen, um diese Beteiligung so attraktiv wie möglich zu gestalten“, erklärt Zehetner. Auch die Fund-of-Funds-Struktur per se soll durch eine deutlich breitere Risikostreuung attraktiv für institutionelle Investoren sein.

Zehetner: „Entscheidend, dass der österreichische Fund-of-Funds unabhängig gemanagt wird“

Ebenfalls zu beachten ist die explizite Zielsetzung, beim „Scale-up Fonds“ ein „unabhängiges Management entsprechend internationalen Standards“ einzusetzen. Damit wird eine zentrale Empfehlung aus dem Startup-Ökosystem erfüllt. „Für uns ist entscheidend, dass der österreichische Fund-of-Funds unabhängig gemanagt wird und dass das Management internationale Erfahrung mitbringt. Nur so schaffen wir Vertrauen und stellen sicher, dass der Fonds seine volle Wirkung entfalten kann“, kommentiert die Staatssekretärin.

Präsentation der EcoAustria-Dachfonds-Studie in kommenden Wochen

Der finale Zeitplan für die tatsächliche Umsetzung ist aktuell noch nicht fixiert. „Die detaillierte Ausgestaltung und Aufsetzung erfolgt innerhalb der Bundesregierung im Rahmen einer interministeriellen Arbeitsgruppe“, heißt es im Ministerratspapier weiter. In den kommenden Wochen soll die Präsentation der angekündigten EcoAustria-Studie zum Dachfonds folgen, heißt es aus dem Büro Zehetner. Dann werde man auch in die konkrete Ausarbeitung gehen.

Deine ungelesenen Artikel:
19.06.2026

Linzer Startup CycloTech präsentiert Flugantrieb auf den Champs-Élysées in Paris

Das Linzer Startup CycloTech zählte bei der VivaTech in Paris zu den auffälligeren Deep-Tech-Playern. Im Zentrum steht eine Antriebstechnologie, die Fluggeräte radikal wendiger machen soll. Sogar auf den Champs-Élysées durfte das Team seine CycloRotor-Technologie zeigen.
/artikel/linzer-startup-cyclotech-praesentiert-flugantrieb-auf-den-champs-elysees-in-paris
19.06.2026

Linzer Startup CycloTech präsentiert Flugantrieb auf den Champs-Élysées in Paris

Das Linzer Startup CycloTech zählte bei der VivaTech in Paris zu den auffälligeren Deep-Tech-Playern. Im Zentrum steht eine Antriebstechnologie, die Fluggeräte radikal wendiger machen soll. Sogar auf den Champs-Élysées durfte das Team seine CycloRotor-Technologie zeigen.
/artikel/linzer-startup-cyclotech-praesentiert-flugantrieb-auf-den-champs-elysees-in-paris
Antrieb auf Frankreichs berühmtester Prachtstraße: CycloTech zeigte die CycloRotor-Technologie beim VivaTech-Showcase auf den Champs-Élysées. | (c) CycloTech

Die Champs-Élysées sind die wohl bekannteste Straße Frankreichs. Über die Pariser Prachtstraße ziehen sonst große Militärparaden, traditionell endet hier die Tour de France, und an kaum einem anderen Ort inszeniert sich das Land so selbstbewusst. Heuer aber gehörte die Avenue der Zukunft: Sie wurde zu einem der Schauplätze der VivaTech, Europas größter Messe für Startups und Innovation. Das 2016 gegründete Event bringt jährlich in Paris Gründer:innen, Investor:innen und Tech-Konzerne zusammen. Zu ihrem zehnjährigen Jubiläum verlegte die Messe ihre Feierlichkeiten erstmals nach draußen: Am 14. Juni verwandelte sie die Prachtstraße in eine frei zugängliche Open-Air-Techbühne, nach eigenen Angaben die größte ihrer Art in Europa.

Große Bühne für CycloTech

Mittendrin: ein österreichisches Startup. CycloTech aus Linz präsentierte seine CycloRotor-Technologie in der Innovation Gallery der Messe und durfte sie zusätzlich beim Champs-Élysées-Showcase zeigen. Bemerkenswert dabei: Wie das Unternehmen erklärt, gingen die VivaTech-Organisator:innen aktiv auf das Linzer Startup zu und holten dessen Antriebstechnologie damit gezielt auf die Pariser Jubiläumsbühne. Auch die Nachrichtenagentur AFP nahm den Auftritt in ihre Auswahl der bemerkenswertesten VivaTech-Innovationen auf.

CycloTech präsentierte seine CycloRotor-Technologie beim Jubiläums-Showcase der VivaTech auf den Champs-Élysées in Paris. | Foto: CycloTech

Ein Schiffsantrieb für die Luft

Herzstück von CycloTech ist der sogenannte CycloRotor, ein Antrieb in Form eines offenen Zylinders, dessen Mantel aus mehreren flügelförmigen, verstellbaren Blättern besteht. Das Prinzip geht auf den Voith-Schneider-Antrieb zurück, der ursprünglich Schiffe steuerte. Die verstellbaren Blätter erlauben eine direkte Variation der Schubkraft in Größe und Richtung auf einer vollen Kreisbahn, also eine 360-Grad-Schubvektorsteuerung. Damit unterscheidet sich das System grundlegend von herkömmlichen Luftfahrtantrieben wie Düsen, Propellern oder Rotoren, die Schub nur in eine Richtung erzeugen. Das Ergebnis: Fluggeräte, die senkrecht starten und landen, in der Luft stehen bleiben, abbremsen oder rückwärts fliegen können.

Hingucker am Messestand: CycloTech präsentierte seinen Flugantrieb in der Innovation Gallery der VivaTech in Paris. | Foto CycloTech

Vom Investment zum Erstflug

So jung die Vision wirkt, so lang ist die Vorgeschichte. Von 2016 bis 2023 entwickelte CycloTech sechs Generationen des CycloRotors, die aktuelle Version befindet sich seit 2021 im Testflugbetrieb. Anfang 2024 sicherte sich das Startup ein Investment von 20 Millionen Euro von den Investoren Breeze Invest und Konos Holding. Damit sollte der CycloRotor zum ersten Prototypen in Marktgröße weiterentwickelt und für die EASA-Zertifizierung vorbereitet werden, mit dem langfristigen Ziel eines marktfähigen Produkts bis 2030. Schon damals verwies der damalige CEO Hans-Georg Kinsky auf vielfältige Anwendungsfelder, von der Logistik über die Bauindustrie (Stichwort fliegender Kran) bis hin zu Hochpräzisionsdrohnen für die Verteidigungsindustrie.

Im November 2024 stellte CycloTech mit dem BlackBird ein Fluggerät mit sechs CycloRotoren vor. Kurz darauf übernahm der ehemalige Rolls-Royce-Direktor Marcus Bauer mit 1. Dezember 2024 die CEO-Position von Kinsky, der dem Unternehmen als Beiratsmitglied erhalten blieb. Anfang 2025 expandierte CycloTech nach Bayern, während der Hauptsitz in Linz als Entwicklungs- und Flugtestzentrum bestehen bleibt. Im April 2025 schließlich gelang der erste Testflug mit dem BlackBird. „BlackBird ist eine fliegende Testplattform für unsere Antriebstechnologie“, sagte CTO Tahsin Kart.

In Paris ging es nun um den nächsten Schritt: CycloTech nutzte die VivaTech, um sich mit potenziellen Partnern zu vernetzen, die den Antrieb künftig in eigene Fluggeräte integrieren könnten.

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

„Standort Fonds“: Regierung bringt Dachfonds als „Scale-up Fonds“ auf Schiene