20.12.2016

Ungewollte Geschenke: Shpock erwartet gutes Geschäft nach Weihnachten

Das in Wien gegründete Flohmarkt-App-Startup Shpock hat eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigt, wie viele Menschen tatsächlich nach Weihnachten ungewollte Geschenke online loswerden wollen.
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(c) fotolia.com - MNStudio

Das Weihnachtsgeschäft: Für die meisten klassischen Läden und Online-Shops ist in den Wochen vor dem 24. Dezember Hauptsaison. Wenn es sich nicht gerade um (Sommer-)saisonabhängige Artikel wie Bikinis  oder Griller handelt, wird zu keiner Zeit des Jahres so viel Umsatz gemacht wie in dieser. Doch bei der Flohmarkt-App Shpock ist es anders: Dort beginnt das große Geschäft erst nach Weihnachten. Dabei werden nicht nur die ungewollten Geschenke von den Beschenkten gleich wieder zum Kauf angeboten.

+++ Shpock: Bisher Waren um 6 Milliarden Euro über Flohmarkt-App verkauft +++

Unbrauchbare Geschenke zu brauchbarem Geld machen

Um zu ergründen, wie groß das Potenzial des nachweihnachtlichen Second-Hand-Handels ist, hat Shpock eine Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse zeigen: Dank fehlendem Gespür der Schenkenden gibt es für Online-Plattformen einiges zu holen. So gaben 34 Prozent der Befragten an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten Geschenke erhalten haben, die sie niemals benutzt haben. Bei den 18- bis 24-Jährigen trifft das sogar auf mehr als die Hälfte der Befragten zu. Ein Viertel dieser Gruppe gab an, Online-Plattformen zu nutzen, um die unbrauchbaren Geschenke zu gut brauchbarem Geld zu machen.

Beschenkte wollen nicht taktlos sein

Diese Vorgehensweise habe mehrere Vorteile, heißt es von Shpock. So würde man sich damit etwa das unangenehme Nachfragen nach der Rechnung ersparen, um Produkte im Geschäft umzutauschen. Das trauen sich, wie die Studie ergab, ohnehin nur 13 Prozent der Befragten. Immerhin drei Prozent der Befragten sind – je nach Sichtweise – mutig oder taktlos genug, um das ungewollte Geschenk ganz einfach abzulehnen und es gleich zurückzugeben. Sie warten vorsichtshalber ein paar Tage ab.  Bei Shpock schlug sich dieser Umstand bereits vergangenes Jahr deutlich in den Inseratenzahlen nieder: 2015 stiegen diese in der letzten Woche des Jahres um 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. In der ersten Jännerwoche lag das Plus sogar bei 70 Prozent.

Nicht ganz aktuelle Elektronik-Gadgets

Ausschlaggebend für den großen Anstieg seien dabei aber nicht nur ungewollte Geschenke. Weil vor allem im Elektronik-Bereich gerne die aktuellsten Produkte verschenkt werden, würden auch die Vorgängermodelle der neuesten Smartphones und anderer Elektronik-Gadgets nach Weihnachten deutlich öfter feilgeboten. Damit können User die nicht mehr ganz aktuellen Fernseher und Co. direkt nach dem Fest zu besonders günstigen Preisen kaufen. Shpock rechnet also auch nach diesem 24. Dezember wieder mit dem großen Geschäft.

+++ Feedback-Tipps von Shpock-Gründer Armin Strbac +++

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Mitarbeiterbeteiligung - Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu
Werner Wutscher | (c) Luiza Puiu

Transkribus ist eine KI-Plattform, die historische Handschriften automatisch erkennt. Entstanden ist sie an der Universität Innsbruck, heute ist sie als Europäische Genossenschaft organisiert und wird weltweit von Archiven und Forschenden genutzt. Ein Paradebeispiel für ein akademisches Spinoff, nur eben keines aus der Technik, sondern aus den Geisteswissenschaften. Genau solche Gründungen will ein neuer Ausgründungsrahmen künftig systematisch ermöglichen.

„SHAPE Austria“ wurde im Rahmen der ECN-Konferenz von Werner Wutscher (New Venture Scouting) und Sektionschef Elmar Pichl vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) vorgestellt. SHAPE steht für Social Sciences, Humanities and the Arts for People and the Economy. Der Bericht ergänzt den Ausgründungsrahmen von 2024, der den Hochschulen erstmals einheitliche Standards für Spinoffs vorgab. „Da war der klare Fokus auf skalierbare, technologieorientierte Startups. Die Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Künste sind zu kurz gekommen“, sagt Wutscher. Das Ministerium habe den Rahmen komplettieren wollen.

27 Institutionen in der Arbeitsgruppe

Erarbeitet wurde der Bericht von November 2025 bis Juni 2026 mit einer Arbeitsgruppe aus 27 Institutionen, darunter 16 Hochschulen von der Universität Wien über das Mozarteum bis zur Kunstuniversität Linz. Dazu kamen Interviews mit 16 Einrichtungen, die bereits weiter sind, etwa dem britischen ARC Accelerator, der Erasmus University Rotterdam oder der Universität Köln.

Das Ergebnis sind elf Empfehlungen, sechs an die Leitungsebene der Hochschulen, fünf an Transferstellen und Career Center. „Um auch strategische Themen zu diskutieren, braucht man unbedingt auch die Leitungsebene, also die Rektorate für diese Diskussionen“, so Wutscher.

Andere Sprache, andere Strukturen

Der zentrale Befund: Gründungen aus diesen Disziplinen folgen einer anderen Logik. Sie entstehen selten aus einer Marktchance, sondern aus einem gesellschaftlichen Problem. Im Bericht ist von „Reluctant Founders“ die Rede, Menschen, die nicht primär ein Unternehmen aufbauen, sondern etwas verändern wollen. „Du musst sehr stark über die Wirkung reden, über den Impact reden, um die dann gut abzuholen“, sagt Wutscher. Empfohlen wird ein „Prinzip der Zweisprachigkeit“: nach innen Wirkungssprache, nach außen klassische Startup-Begriffe, damit Finanzierung und Netzwerke nicht verschlossen bleiben. Statt von Kund:innen spricht man dann von Audiences.

Strukturell sind SHAPE-Gründungen meist günstiger und schneller als Tech-Spinoffs: kein Labor, kein Patentierungsprozess, kürzere Validierungszyklen. Dafür braucht es niederschwellige, mehrstufige Begleitung und offene Rechtsformen. Statt der GmbH kann auch ein Verein, eine Genossenschaft oder ein Hybridmodell passen. „Wenn du einen Verein gründest, um Gesundheitspolitik zu promoten, brauchst du kein Labor“, so Wutscher.

Soft IP statt Patente

Ein eigener Schwerpunkt gilt dem geistigen Eigentum. Wo keine Patente entstehen, sondern Urheberrecht, Software, Daten oder Know-how, greifen die üblichen IP-Richtlinien nicht. Der Bericht empfiehlt getrennte Regeln für Hard und Soft IP mit deutlich günstigeren Konditionen und nennt als Benchmark die University of Bristol: 20 Prozent Beteiligung bei patentbasierten Spinoffs, fünf Prozent bei „IP light“, null Prozent ohne verwertbares IP. Leitprinzip: so offen wie möglich, so geschlossen wie nötig, inklusive Creative-Commons- und Open-Source-Lizenzen.

Weil die Wirkung im Vordergrund steht, sollen Hochschulen auch nicht auf Lizenzeinnahmen hoffen, sondern Impact messen. Anlage 1 des Berichts liefert dafür beispielhafte Indikatoren, von erreichten Nutzer:innen bis zu Impact Case Studies.

Netzwerk und gemeinsames Programm

Weil die Pipelines einzelner Hochschulen klein sind, empfiehlt der Bericht ein österreichweites SHAPE-Netzwerk nach dem Vorbild des britischen Aspect Network und ein gemeinsames Frühphasenprogramm, angedockt an bestehende Strukturen wie AplusB, ECN oder die Ludwig Boltzmann Gesellschaft. New Venture Scouting koordiniert dafür ein Jahr lang Quartalstreffen der Arbeitsgruppe. Dazu kommt die Forderung, Transfer und Gründung in Berufungen und Evaluierungen anzuerkennen, im Sinne der CoARA-Initiative, die von rein publikationsbasierten Metriken abrücken will.

Die Beispiele in Anlage 2 reichen von ArtWave, einem Startup zweier Opernsängerinnen für Stressreduktion und Burnout-Prävention, über die Praxissoftware freudio für Psychotherapeut:innen bis zur Kärntner Freiwilligenplattform inmojo. „Wir haben noch sehr wenige. Deswegen haben wir den Ausgründungsrahmen um Success Stories ergänzt, damit sich die Leute das vorstellen können“, sagt Wutscher.

„Da wären wir mit vorne dabei“

Für Wutscher ist der Zeitpunkt entscheidend: Die großen Fragen rund um KI, Ethik oder Medizin bräuchten interdisziplinäre Teams. Und beim SHAPE-Thema stehe ganz Europa noch am Anfang. „Deswegen wäre das jetzt so spannend, wenn wir das jetzt starten könnten. Da wären wir mit vorne dabei.“

Bleibt der Haken: das neue Universitätsbudget. Wutscher, der auch Vorsitzender des Universitätsrats der Universität Klagenfurt ist, nennt die Kürzungen einen „massiven Dämpfer“. Die große Herausforderung sei, „dass diese Einsparungen nicht dazu führen, dass Innovation und das Neue gedrosselt werden“. Gerade bei Entrepreneurship-Aktivitäten sei die Entwicklung zuletzt nach oben gegangen: Österreichweit gebe es mittlerweile 31 Forschungs-Spinoffs, 2024 waren es noch 25.

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