04.12.2018

Sechstellige FFG-Förderung für Wiener Startup Mergeport

Das Wiener Startup Mergeport holt sich mit der Entwicklung einer Registrierkassen-Software für Gastrobetriebe eine sechsstellige FFG-Förderung. Die Software schließt die Lücke zwischen Essenslieferdiensten und POS-Systemen, indem es die Übertragung von Bestellungen in die Registrierkasse automatisiert.
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Mergeport
(c) mergeport: v.l.n.r. David Unterholzner (CEO), Jürgen Mühlbacher (Head of Sales), Wolfgang Wenigwieser (CTO)

Seit 1. Jänner 2016 gilt in Österreich die Registrierkassenpflicht. David Unterholzner (CEO und Co-Founder) hat damals die Chance erkannt und mit Mergeport ein Startup gegründet, das Registrierkassen (POS-Systeme) mit zusätzlichen Softwarelösungen ausstattet. Dabei war die Herausforderung eine standardisierte Schnittstelle zwischen den POS-Systemen und der Software zu entwickeln. „Da es alleine in Österreich ca. 200 Kassensysteme gibt, müssen Softwarelösungen jeweils einzeln an jede Kassensoftware angebunden werden. Wir möchten dies ändern und bieten hierzu eine Universalschnittstelle an“, erklärt Unterholzer. Nun verkündete das Startup den Erhalt einer sechsstelligen Förderung durch die FFG.

+++ Registrierkasse: Auswirkungen und Ausnahmen +++ 

Digitale Lücke zwischen Bestellplattform und POS-Systeme

Wie Unterholzer erklärt, würden immer mehr Restaurants ihre Speisen auch online über große Bestellplattformen, wie Mjam oder Lieferservice, anbieten. Dabei gebe es allerdings eine „digitale Lücke“ zwischen den Plattformen und den Registrierkassen. „Jede einzelne Bestellung aus den Plattformen muss manuell in die Kasse eingetippt werden. Bei Restaurants mit sehr vielen Außer-Haus-Bestellung bedarf es einer eigenen Hilfskraft, die einzig und allein für die Übertragung zwischen den Bestellservices und der Registrierkasse zuständig ist“, so Unterholzer. Daher entwickelte das Startup mit „Mergeport Delivery“ eine Software, die eine direkte Verbindung zwischen den gängisten Lieferdiensten und POS-Systemen herstellt.

Mergeport Delivery Universalschnittstelle

Die Schnittstelle für die Lieferdienste sei so gebaut, dass Gastronomen zusätzliche Soft- und Hardware mit der Kassensoftware verbinden können. Dazu würden laut Unterholzer Apps zum Bestellen, In-Store-Bestell-Hardware oder Tisch-Bestell-Lösungen zählen. Zudem könnten Gastronomen all diese Lösungen mit einer einzigen Anbindung an die „Mergeport Delivery“ Software nutzen. Jürgen Mühlbacher fügt hinzu: „Bei der derzeitigen Geschwindigkeit neuer Softwareentwicklungen ist es für Kassenhändler gar nicht möglich, ihren Kunden diese Programme zur Verfügung zu stellen, da die Anbindung organisatorisch sehr aufwändig ist und viele Ressourcen bündelt.“

FFG-Förderung und die nächsten „Milestones“

Die sechsstellige FFG-Förderung erfolgte über das AT:net-Programm. Damit soll der Markteintritt des Produktes gefördert werden. Mit der Förderung wolle man den Vertrieb weiter aufbauen, so Unterholzer. Zudem erhielt das Startup im Juni diesen Jahres ein sechsstelliges Investment eines Südtiroler Kassenhänderls (derBrutkasten berichtete). Aktuell sucht das Startup nach zusätzlichen Mitarbeitern – insbesondere Java-Entwicklern.


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Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin
Herbert Eibensteiner, CEO voestalpine AG, und Michael Strugl, CEO Verbund AG | (c) voestalpine/Michael Jurtin

Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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