Seasy: Millioneninvestment u.a. von GoStudent-Gründern für Grazer Segel-Startup
Monate nach der Ausstrahlung der Sendung schließt Seasy aus Graz seine Kapitalrunde mit drei 2 Minuten 2 Millionen-Investoren ab - und erweitert diese noch deutlich.
150.000 Euro sagten Felix Ohswald, Alexander Schütz und Hans Peter Haselsteiner dem Grazer Startup Seasy in einer diesen Mai ausgestrahlten Folge von 2 Minuten 2 Millionen zu – der brutkasten berichtete. Bis zum Abschluss des Deals dauerte es nun offenbar doch etwas länger. Wie das Startup in einer Aussendung von heute verkündet, holte es sich von den genannten und noch weiteren Investoren einen insgesamt siebenstelligen Betrag. Hinzu kamen neben GoStudent-Co-Founder Gregor Müller auch die Bestandsinvestoren Business-Angel Oliver Sikora und die Salzburger Next Floor sowie eine Förderung durch die FFG.
Seasy als „Airbnb für Segler:innen“
Das selbsternannte „Airbnb für Segler:innen“ zeigt diesen und auch anderen Bootsfahrer:innen mit Hilfe von Weltraum-Technologie (wodurch das Startup auch im ESA-Inkubator BIC unterkam) freie Anlegeplätze in Marinas. „Der Kern ist eine Vernetzungsplattform zwischen Seglern und Marinas für die Buchungen, ähnlich wie bei Airbnb und das oft auch sehr kurzfristig und denkbar einfach. Bei uns kommt man mit drei Klicks zum Liegeplatz mit Bestpreis-Garantie“, erklärt Seasy-Gründer Niklas Baumgartner, der das Unternehmen gemeinsam mit Daniel Machacek (CMO) und Lucas Unterweger (CCO) führt.
Starke Steigerung von erster Saison 2021 auf 2022
Zuletzt sei eine starke Steigerung gelungen, heißt es von Seasy. Nach rund 5.000 Liegeplatz-Buchungen im Sommer 2021 – der ersten Saison für das Unternehmen – werde man diesen Sommer mehr als 10.000 erreichen. Auch die aktiven User auf der Plattform seien jetzt mit bald 200.000 schon drei Mal so viele wie im Vorjahr. Nach dem Start in den drei Märkten Kroatien, Griechenland und Italien vergangenes Jahr kamen bereits fünf weitere Länder – Spanien, Slowenien, Zypern, Montenegro und die Türkei – hinzu. In Portugal, Frankreich und England erfolge der Start „demnächst“. Nach 200 Marinas in der ersten Saison komme man heuer bald auf 1000 gelistete Marinas.
GoStudent-Gründer Müller: „Komme selbst aus einer Segler-Familie“
„Der Segel- und Yacht-Markt boomt seit Jahren. Dabei hat mich das Team von Seasy überzeugt und auch spätestens mit den Rekordzahlen dieses Sommers bewiesen, dass sie auf diesem Markt erfolgreich sein können“, kommentiert hans Peter Haselsteiner sein Investment. Gregor Müller meint: „Niklas Baumgartner ist ein unglaublich leidenschaftlicher und engagierter Unternehmer. Ich komme selbst aus einer Segler-Familie und deswegen liegt mir das Thema natürlich besonders am Herzen“.
Bald soll „Google Maps für Segler:innen“ folgen
Gründer Baumgartner erklärt: „Nächstes Ziel für Seasy ist der Markteintritt im gesamten europäischen Mittelmeerraum, gefolgt von der europäischen Küste. Ist das einmal geschafft, wollen wir mit einer weiteren Runde möglichst schnell am US-Markt und global Fuß fassen und skalieren“. Außerdem stünde auch produktseitig einige bevor: „Für die kommenden zwei Saisonen 2023 und 2024 dürfen sich unsere User dann noch einmal über ein gewaltiges Upgrade freuen, mit dem wir uns, gerade was die Funktionalitäten angeht, auf ein völlig neues Level heben werden. Stichwort – Google Maps für Segler, mehr darf ich leider noch nicht sagen“.
Seasy auf den Spuren von Zizoo
Neben Graz betreibt Seasy bereits einen Standort in Linz. Zwei weitere in Wien und Bratislava sollen bald folgen. Auch dem größten Kundenmarkt Deutschland wolle man sich schon bald verstärkt widmen, heißt es in der Aussendung. Es ist übrigens nicht das einzige heimische Segel-Startup. Das in Wien gegründete unternehmen Zizoo, das seinen operativen Sitz in Berlin hat, holte sich unlängst ein achtstelliges Investment – der brutkasten berichtete.
25 Jahre Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis: Das sind die Sieger:innen des Jubiläumsjahrgangs
Der Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis wurde zum 25. Mal vergeben. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner brachte bei der Verleihung einen "Tag der Fehlerkultur" nach finnischem Vorbild ins Spiel.
25 Jahre Riz up Genius Ideen- und Gründerpreis: Das sind die Sieger:innen des Jubiläumsjahrgangs
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25 Jahre Riz up Genius: Niederösterreichs Gründeragentur riz up hat am Montagabend im Congress Center Baden das Jubiläum ihres Ideen- und Gründerpreises gefeiert, brutkasten war vor Ort. Heuer wurden über 230 Geschäftsideen eingereicht, so viele wie nie zuvor, von der Bahnstrom-Versorgung bis zur „Smartwatch“ für Pferde. In den vier Kategorien innovativ genial, regional genial, digital genial und ökologisch genial waren jeweils sieben Projekte für das Finale nominiert. Die bestplatzierten Ideen erhielten zwischen 2.000 und 6.000 Euro Preisgeld, gesponsert von Industriellenvereinigung Niederösterreich, ecoplus, Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, Wirtschaftskammer Niederösterreich, Raiffeisen Niederösterreich-Wien, Land Niederösterreich, Flughafen Wien, EVN, Novomatic, Wiener Städtische, accent, dem RIZ Förderverein Süd sowie riz up selbst.
„25 Jahre Riz up Genius-Preis, einfach eine Sensation, wo viele Erfolgsgeschichten bereits geschrieben worden sind und wo wir jetzt neue Erfolgsgeschichten schreiben“, so Mikl-Leitner im Rahmen der Preisverleihung. „Und ich bin unglaublich stolz auf so viel Innovationsgeist.“
Die Gewinner
Kategorie: innovativ genial
In der Kategorie innovativ genial ging der erste Platz an Cybershell Technologies aus Mödling. Das von Mario Curvelo Carvalho eingereichte Projekt ist eine modulare physische Safety-Architektur für industrielle humanoide Roboter. Während Plattformhersteller KI und Antrieb optimieren, setzt Cybershell bei mechanischer Robustheit, CE-Operationalisierung und Versicherbarkeit an und will so eine standardisierbare Schutzschicht für den europäischen Markt schaffen (5.000 Euro, Industriellenvereinigung Niederösterreich).
Platz zwei belegte ein Team aus Neunkirchen um Gerald Höllinger, Alexandra Bernegger und Sebastian Nowak, das BNCT-Anlagen zur Krebstherapie entwickeln will. Ein Linearbeschleuniger ersetzt dabei den Kernreaktor, die Behandlungszeiten sollen unter zehn Minuten liegen (4.000 Euro, Wiener Städtische). Den dritten Platz holte sich EquiShape aus Baden (Janine Rybin), eine Art „Smartwatch für Pferde“: Sensor-Gamaschen, eine App mit Dashboards und ein KI-Trainingsassistent sollen das Training fairer, gesünder und transparenter machen (2.000 Euro, riz up).
In der Kategorie regional genial gewann die Norphluchs GmbH aus Mödling mit ihrer Plattform für DSGVO-konforme Backgroundchecks. Das Unternehmen von Stephanie und Christoph Böhm bündelt Personenrecherchen aus offenen Quellen und offiziellen Registern für HR- und Sicherheitsabteilungen. Dafür gab es 6.000 Euro von der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Platz zwei ging an die electrify smart energy GmbH aus Mistelbach (Dominik Kohl), die auf KI-gesteuerte Schwarmspeicher für die Energiewende setzt (4.000 Euro, EVN). Den dritten Platz teilen sich zwei Projekte. neuSTADTPILZE aus Wiener Neustadt (Joachim Hintenberger) lässt Frischpilze in einem vormals leerstehenden Kellergewölbe aus dem Mittelalter wachsen, ohne Befeuchtung und Klimatisierung. MoveOn aus Wiener Neustadt Land (Carina Polly, Dominik Lerch, Laurin Levai) bietet Eltern von Kindern und Jugendlichen, die vom Schulbesuch befreit oder dauerhaft krankgeschrieben sind, mobilen Unterricht zu Hause, psychosoziale Begleitung und die Koordination von Hilfskräften. Ziel ist, Schulabbrüche zu vermeiden. Beide erhielten je 2.000 Euro vom RIZ Förderverein Süd.
In der Kategorie digital genial siegte die METUSAN FUTURE GmbH aus Mistelbach (Michael Fischer, Sascha Hassa, Günther Unger) mit WOLTRONIC SNM. Das Sensor-Netzwerkmodul überwacht die Bahnstromversorgung und zentrale Teile der Bahninfrastruktur in Echtzeit, Störungen sollen sich damit punktgenau erkennen lassen (6.000 Euro, ecoplus).
Zwei Projekte landeten auf Platz zwei: Legal Rankings AI von Law Business aus St. Pölten (Alexander und Sophie Dillinger) automatisiert die aufwendigen Einreichungen von Anwaltskanzleien bei Kanzlei-Rankings. Laut den Einreicher:innen sind 98 Prozent der Kanzleien weltweit bisher nicht gerankt (4.000 Euro, accent). Die Soxware Interactive GmbH aus Amstetten (Peter Soxberger) entwickelt eine schweißbeständige VR-Brille für den professionellen Dauerbetrieb, die Mehrspieler-Tracking auf bis zu 1.200 Quadratmetern Spielfläche ermöglichen soll (4.000 Euro, Novomatic).
In der Kategorie ökologisch genial wurden gleich zwei Projekte mit einem ersten Platz und je 6.000 Euro ausgezeichnet. Roadeye von Christoph Pasching aus Melk ist nach eigenen Angaben der weltweit erste serienreife, patentierte Straßenleitpflock, der als energieautarker, KI-gestützter Sensor Straßen- und Umweltzustände erfasst und die Daten in Echtzeit nutzbar macht. Der Sensor ersetzt die schwarze Kappe auf den bestehenden weißen Leitpflöcken und lässt sich per Plug and Play nachrüsten (Sponsor: Land Niederösterreich).
Die Zellhofer Engineering GmbH aus Gänserndorf (Sebastian und Tobias Zellhofer) gewann mit Solarpellet, einer mobilen, automatisierten Anlage, die überschüssigen Photovoltaik-Strom vor Ort in Holzpellets umwandelt und Solarenergie damit biologisch speichert (Sponsor: Raiffeisen).
Platz zwei ging an die IceEx GmbH aus Amstetten (Johannes Üblacker) mit einer mobilen Solemischanlage für den Winterdienst, mit der sich Salzsole mit einem Gefrierpunkt von minus 19 Grad herstellen lässt (4.000 Euro, Flughafen Wien).
Mikl-Leitner: „Ab heute arbeiten wir am Tag der Fehlerkultur“
Auf die Frage, was die Entbürokratisierung konkret für Gründer:innen bedeutet, antwortet die Landeshauptfrau gegenüber brutkasten zunächst grundsätzlich: „Gerade in so herausfordernden Zeiten sollten wir daran denken, was uns stark gemacht hat in diesem Land. Und das ist eben Leistung, vor allem auch Eigenverantwortung und Hausverstand.“ Gepaart mit Innovationsgeist und dem Abbau von Regulatorik bringe das Niederösterreich weiter. Man habe im Rahmen der groß angelegten Verwaltungsreform bereits jedes sechste Landesgesetz entbürokratisiert und vor allem die Bauordnung vereinfacht. „Das heißt, Bauen und Sanieren wird effizienter und vor allem auch billiger“, so Mikl-Leitner. Mit der neuen Initiative Taskforce Wirtschaft soll es zudem eine eigene Plattform geben: „Unternehmerinnen und Unternehmer, wenn sie mit Bürokratie ein Problem haben, als auch mit Genehmigungen, dann ist dort die richtige Stelle, um eben komplexe Dinge auch ordentlich und anständig bearbeiten zu können.“
Bei der Verleihung hatte Mikl-Leitner zudem die Idee eines „Tag der Fehlerkultur“ ins Spiel gebracht. In Finnland werde ein solcher Tag groß gefeiert, sagt sie gegenüber brutkasten. „Aus Fehlern kann man lernen. Fehler sind nicht zu verurteilen.“ Vielmehr solle man sie als Motivation für den Weg nach vorne nehmen. Wenn es nach ihr geht, soll der Tag schon 2027 starten: „Das heißt, ab heute arbeiten wir am Tag der Fehlerkultur.“
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