16.03.2020

Schirmbock: Hinter 2Min2Mio-Erfindung steht ein seltsamer kleiner Konzern

Hinter der bei 2 Minuten 2 Millionen vorgestellten Erfindung Schirmbock steht die Salzburger Unternehmensgruppe Zern.at, aus deren Produktportfolio man nicht unbedingt schlau wird.
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Schirmbock - zern.at seltsamer kleiner Konzern aus Salzburg
(c) Puls 4 / Gerry Frank

Auf das Produkt Schirmbock, mit dem Manfred Berger und Josef Schnitzhofer diese Woche bei 2 Minuten 2 Millionen antreten, haben wohl tatsächlich viele schon gewartet. Wenn es so funktioniert, wie versprochen, kann man den Sonnenschirm-Ständer ohne zusätzliches Werkzeug fest in verschiedenen Böden, etwa Wiese, Sand und Kies, verankern. Neben Sonnenschirmen soll man den Ständer auch für Camping-Griller, -Hocker und -Tische nutzen können.

+++ Live Stream, Porträts und Hintergründe zu 2 Minuten 2 Millionen +++

Mechatronik-Firma stellt Schirmbock her

Einen passenden Partner um Schirmbock groß herauszubringen, hat Erfinder Josef Schnitzhofer bereits vor der Sendung gefunden, nämlich in Manfred Berger, mit dem er bei 2 Minuten 2 Millionen auftritt. Das Produkt wird nämlich von Bergers Zern.at Mechatronik GmbH hergestellt. Es ist eine von mehreren Firmen des Salzburger Unternehmers – alle unter der Hauptmarke Zern.at. Und aus denen wird man nicht unbedingt schlau.

„Wir machen vieles möglich!“

Im Internet ist zu den Tätigkeitsfeldern von Zern.at nämlich kaum etwas zu finden. „Die Unternehmensgruppe Zern.at mit Sitz in Bischofshofen/Salzburg, versteht sich im Umgang verschiedenster Disziplinen, beginnend beim Handel mit Waren aller Art bis hin zu aufwändigsten Projekten und Fertigungsteilen in höchst unterschiedlichen Technologien und Werkstoffen. Wir machen vieles möglich!“, heißt es auf der Homepage. Konkreter wird man aber nicht – die Seite befinde sich noch im Aufbau.

Zern.at: Ski-Bindungen, E-Antriebe, Kühlsysteme, Computer-Verkauf, uvm.

Auf der Facebook-Page findet man Berichte über eine Bindung für den Skisprung, Schuhe für Tourengeher, eine spezielle Seifenkiste und einen E-Motorrad-Antrieb. Eine Google-Suche bringt Ergebnisse zu Kühlsystemen, dem Vertieb gebrauchter Maschinen (Zern.at CNC Technik GmbH im Besitz der Zern.at Industries Holding GmbH), dem Handel mit Computern und Computersystemen (Zern.at Mechatronik GmbH) und zu einem eigenen Business-Park (Zern.at Business Park GmbH). Das kann Schirmbock wohl auch nicht mehr viel komplizierter machen.

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Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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Schirmbock: Hinter 2Min2Mio-Erfindung steht ein seltsamer kleiner Konzern

  • Auf das Produkt Schirmbock, mit dem Manfred Berger und Josef Schnitzhofer diese Woche bei 2 Minuten 2 Millionen antreten, haben wohl tatsächlich viele schon gewartet.
  • Wenn es so funktioniert, wie versprochen, kann man den Sonnenschirm-Ständer ohne zusätzliches Werkzeug fest in verschiedenen Böden, etwa Wiese, Sand und Kies, verankern.
  • Das Produkt wird von Bergers Zern.at Mechatronik GmbH hergestellt.
  • Im Internet ist zu den Tätigkeitsfeldern von Zern.at wenig zu finden.
  • Eine Google-Suche bringt etwa Ergebnisse zu Kühlsystemen, dem Vertieb gebrauchter Maschinen, dem Handel mit Computern und Computersystemen und zu einem eigenen Business-Park.

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