29.01.2026
BETEILIGUNG

SCCH beteiligt sich an Spin-off Responsible Annotation Services

Das Software Competence Center Hagenberg beteiligt sich mit zehn Prozent am inklusiven KI-Spin-off Responsible Annotation Services.
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Nach der Vertragsunterzeichnung: Mag. Markus Manz (CEO SCCH), DI (FH) Andreas Schachl (RAS), DI (FH) Hans-Peter Kranewitter (RAS) und Univ.-Prof. Rick Rabiser (CSO SCCH) (c) SCCH

Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) gibt eine Beteiligung am KI-Spin-off Responsible Annotation Services (RAS) bekannt. Durch den Erwerb einer zehnprozentigen Beteiligung will das Forschungszentrum angewandte KI-Forschung stärker in reale Anwendungen überführen und zugleich ein inklusives Arbeitsmodell fördern, das technologische Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung verbindet.

Responsible Annotation Services liefert Datenannotation für KI-Projekte. Dabei werden Daten wie Bild-, Audio- oder Textmaterial von Menschen annotiert, die im Autismus-Spektrum stehen. Diese strukturierte Kennzeichnung von Daten dient als Grundlage, um KI-Modelle zu trainieren und ihre Leistung zu verbessern.

Wurzeln liegen in inklusivem Startup aus Österreich

Der Einstieg des SCCH baut auf einem schon länger laufenden Projekt auf. Wie brutkasten bereits im März 2025 berichtete, entstand Responsible Annotation Services aus dem Bestreben, eine Alternative zur oft in Billiglohnländer ausgelagerten Datenannotation zu schaffen.

Ursprünglich war das Projekt als Verein gestartet, um Menschen im Autismus-Spektrum eine berufliche Perspektive im KI-Sektor zu bieten. Nach einem Pilotprojekt mit inklusiven Teams entwickelte sich daraus 2025 das Startup Responsible Annotation Services.

Inklusive Annotation als Basis für KI-Training

Datenannotation gilt als zentraler Baustein im KI-Training. Ohne sorgfältig annotierte Daten können selbst komplexe KI-Modelle nicht zuverlässig lernen. In vielen Branchen wird dieser Arbeitsschritt heute noch unter prekären Bedingungen oder in Niedriglohnregionen vergeben. RAS möchte dem ein Modell entgegensetzen, das faire Arbeitsbedingungen, marktübliche Bezahlung und qualifizierte Arbeitsplätze in Österreich verknüpfen soll, während gleichzeitig eine hohe Datenqualität sichergestellt wird.

Projekte und Wirkung

Trotz noch kleiner Teamgröße kann RAS bereits erste beachtliche Ergebnisse vorweisen: Innerhalb kurzer Zeit wurden Millionen von Bildern annotiert, teils für große Technologieunternehmen, teils im akademischen Kontext. Diese Daten halfen, KI-Modelle deutlich leistungsfähiger zu machen, etwa in bildbasierten Anwendungen. Zugleich ermöglicht das Modell Menschen, die sonst am Arbeitsmarkt benachteiligt wären, wertvolle, strukturierte Berufserfahrung im Zukunftsbereich KI zu sammeln.

Mit der SCCH-Beteiligung soll dieses Modell weiter ausgebaut werden. Geplant ist, mehr Menschen im Autismus-Spektrum zu beschäftigen und RAS als europäischen Anbieter für hochwertige, ethisch verantwortliche KI-Datenannotation zu etablieren.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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