22.03.2022

Saturo: Wiener Trinkmahlzeit-Startup holt Biogena an Bord

Saturo ersetzt Mahlzeiten durch Drinks, die alles enthalten was der Körper braucht. In Zukunft soll das auch personalisiert möglich sein.
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Die Gründer von Saturo © Saturo
Die Gründer von Saturo © Saturo

Das Wiener Startup Saturo will Menschen, die keine Zeit für eine bewusste Ernährung haben, mit Trinkmahlzeiten versorgen, die alles enthalten, was der Körper braucht. Das Startup hat mit dieser Idee nun einen der spannendsten österreichischen Mikronährstoff-Player als Investor gewonnen: Biogena sichert sich mit einer sechsstelligen Eurosumme rund 3,7 Prozent an dem Jungunternehmen. Damit sichert sich Saturo nicht nur die Finanzierung des nächsten Entwicklungsschrittes, sondern auch fachliche Expertise. Das Startup will künftig nämlich personalisierte Trinkmahlzeiten anbieten, die dem individuellen Nährstoffbedarf der Kund:innen gerecht werden.

„Wir freuen uns über den erfolgreichen Einstieg, die künftige Zusammenarbeit und werden, gemeinsam mit den Gründern den strategischen Fokus auf die Weiterentwicklung des Angebots im Bereich personalisierter Ernährung und die Erschließung neuer Märkte richten“, sagt Albert Schmidbauer, CEO und Gründer von Biogena. Für diese Personalisierung will Saturo nach eigenen Angaben bei seinen Kund:innen Daten zu Lebensstil, Gewohnheiten, Zielen, Lebensmittel-Vorlieben oder -Allergien einholen.

Saturo-Drink stillt Hunger für 3 Stunden

Saturo wurde 2017 von Hannes Feistenauer und Joerg Hauke gegründet und bietet neben Trinkmahlzeiten auch Riegel und Pulver an. Alle Produkte enthalten nach Angaben des Unternehmens die optimale Menge an Kohlenhydraten, Proteinen, gesunden Fettsäuren, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien, die der menschliche Körper braucht um gesund und fit zu sein. Eine Flasche (500 ml) enthalte 25 Prozent der täglichen ausgewogenen Nährstoffzufuhr und stille den Hunger für mindestens drei Stunden. 2018 sicherte sich das Startup ein erstes Investment durch Square One Foods.

Ein Drink von Saturo soll eine vollwertige Mahlzeit ersetzen © Saturo
Ein Drink von Saturo soll eine vollwertige Mahlzeit ersetzen © Saturo

„Personalisiertes Complete Food“

„Oftmals wissen wir selbst auch gar nicht, was eigentlich die passende Ernährung für unsere Ziele wäre. Das ist ein Umstand, mit dem wir uns nicht abfinden wollen, denn wir sind zutiefst davon überzeugt, dass jedem und jeder ermöglicht werden sollte das persönliche Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, und das so einfach wie möglich. Deshalb setzen wir genau hier mit unserem personalisierten Complete Food an“, sagt Hauke. Mit Biogena habe Saturo „genau den richtigen strategischen Partner in Bord geholt, um unsere Mission, personalisierte Ernährung so einfach wie möglich zu machen, zu verwirklichen und das weitere Wachstum der Saturo Foods GmbH voranzutreiben. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit“.

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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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