05.05.2022

Startup Salzburg Demo Day erstmals beim New Business Festival salz21 – jetzt Tickets gewinnen!

Das Innovationsfestival salz21 wird am 11. und 12. Mai in Salzburg stattfinden und bildet zugleich den Rahmen für den neugestalteten Startup Salzburg Demo Day. Mit dabei sind dieses Jahr wieder zahlreiche Top-Startups und Speaker:innen. Wir liefern einen Überblick über die Highlights und verraten euch, wie ihr Tickets gewinnen könnt.
/artikel/salz-21-startup-salzburg-demo-day-2022
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Über die vergangenen Jahre hat sich der Startup Salzburg Demo Day vom Geheimtipp zum größten Ökosystem-Event im Raum Salzburg und Oberbayern entwickelt. Der jüngste Demo Day fand 2019 als großer Online-Event in Kooperation mit dem brutkasten statt. Nun erlebt die Veranstaltung ihren Relaunch im Rahmen des neuen Innovationsfestivals salz21, das am 11. und 12. Mai in Salzburg über die Bühne gehen wird.

Auch in der neuen Location der Salzburger Messehallen wird die Startup Expo wieder zum lebendigen Treffpunkt für Startup Gründer:innen, Business Angels, Entrepreneurs und innovative Unternehmer:innen. Hier kann man 18 Startups aus dem Inkubator und das Team von Startup Salzburg kennenlernen. Weiters bei salz21 zu finden, sind Startups aus den Programmen von tech2b, Silicon Castles, Travel Industry Club und The Grow.

Demo Day 2019, Startup Salzburg, WKS, Salzburg | (c) wildbild

Start local, scale up global – der Investors Talk

Beim Investors-Panel in Kooperation mit der aaia wird der Frage nachgegangen, wie sich Unternehmen, Startups, öffentliche Einrichtungen und private Geldgeber:innen in der Region gegenseitig stärken und so die die Basis für globales Wachstum regionaler Gründungen legen können. Auf der Bühne ist Katja Ruhnke von CK Ventures aus München, die bevorzugt in Gründerinnen mit Impact investiert. Tim Moser, Co-Founder des Electric Love Festival und aktiver Business Angel, gibt Einblick in seine regionalen Investments – wie zuletzt der Einstieg bei den Startup Factory Absolventen Flocke und LiveVoice. AAIA-Geschäftsführerin Laura Egg zeigt die Trends der Business Angel Szene auf und welche Rahmenbedingungen noch besser werden müssen. Roland Steiner berichtet über die Startup Investments von Salzburgs größter und erfolgreichster Digitalagentur Loop, die Brands wie Puma und Audi begleitet.

Startup Salzburg Factory Investors Lounge 07.04.2022 im Messezentrum Salzburg | Foto: Franz Neumayr

On Stage – die erfolgreichsten Startups aus der Startup Factory

Die Founder des Green Food Startup easyVegan Cassandra Winter und Martin Jager erzählen, wie sie die verschiedenen Programme von Startup Salzburg genutzt haben, um ihr Business zu entwickeln. Heute sind die veganen Lisenprodukte österreichweit im Handel zu finden, als nächstes wird der deutsche Markt ins Visier genommen.

Dann folgen Pitches der Startups, die das Publikumsvoting bei der Investors Lounge im April für sich entscheiden konnten: LiveVoice mit seiner Audio-Übertragungs-App, Flocke mit Lebensmitteln für Menschen mit Autoimmunerkrankungen und EDELWORKS präsentiert seine magnetische Skitouren-Bindung.

 Die Sieger der Investors Lounge Flat Head Studio und EDELWORKS | Foto: Franz Neumayr

Game Development Gründungen auf dem Vormarsch

Als eine weitere erfolgreiche Game-Studio-Gründung in Salzburg überzeugte Flat Head Studio die Investoren-Jury der Investors Lounge und präsentiert bei salz21 seinen preisgekrönten VR-Puzzle Shooter „We are One“.

Moderator Georg Kuttner wird im Talk mit dem Multimedia- und Gaming-Experten der Fachhochschule Salzburg, Florian Jindra, erforschen, was es mit der wachsenden Zahl an kreativen Gaming Studios in Salzburg auf sich hat.

Sechs Jahre Startup Salzburg Factory – die Bilanz

Zum krönenden Abschluss des Nachmittags sind zwei Allstar Startups aus der Startup Factory zu erleben – das Lungauer eGrocery Startup Viabirds und die erfolgreich skalierenden Digital Signature Experten von sproof.

Die Startup Salzburg Factory hat sich seit ihrem Start 2016 als das maßgebliche go-to-market-Inkubationsprogramm für Salzburger Startups entwickelt. In sechs Durchgängen haben insgesamt 41 Startups das Programm absolviert, wobei 80 Prozent der Startups noch aktiv sind. Rund die Hälfte der Unternehmen konnte bereits Investitionsrunden am freien Markt erlangen. Zu den Absolvent:innen zählen neben sproof und Viabirds weitere bekannte und erfolgreiche Startups wie Audvice, Solbytech, Ketofabrik, easyVegan, Original Plus und viele mehr, die auch bei salz21 vertreten sind.

Salzburger Startups bei salz21 kompakt 2021 | (c) wildbild

Ein wichtiges Erfolgskriterium der Startp Factory bildet dabei das Mentoring-Programm, das von zahlreichen Salzburger Unternehmen und Manager:innen unterstützt wird. „Die Zusammenarbeit zwischen etablierten Unternehmen und Startups ist besonders fruchtbringend. Und so freuen wir uns, wenn sich weitere Unternehmer:innen dafür interessieren, mit Startups zu arbeiten. Zuletzt haben wir auch ein Programm gestartet, bei dem Unternehmer:innen im Mentoring für Startups ausgebildet werden.“ berichtet Lorenz Maschke vom Team Startup Salzburg, Verantwortlicher für das Factory Programm.

Tickets für salz21 gewinnen!

Sende jetzt eine E-Mail mit Stichwort „Startup Salzburg“ an [email protected] und gewinne 5×2 Tickets, gütig für beide Tage.


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KI-Agenten
© Philipp Lipiarski - Elizabeth F. Churchill.

Auf der diesjährigen uxcon hielt Elizabeth F. Churchill eine Keynote über die Zukunft der Mensch-Maschine-Interaktion. Sie ist Professorin sowie Gründungsdirektorin des Fachbereichs für Human-Computer Interaction (HCI) an der MBZUAI in Abu Dhabi und zählt zu den prägenden Stimmen im Bereich Psychologie, Künstliche Intelligenz und Kognitionswissenschaften.

Bei Google, eBay und Yahoo tätig

Im Laufe ihrer Karriere baute sie Forschungsteams für Tech-Giganten wie Google, eBay, Yahoo und PARC auf. Für ihre Führungsrolle und ihren Einfluss auf die Tech-Branche wurde die Wissenschaftlerin vielfach ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem SIGCHI Lifetime Practice Award 2024.

In Wien erörterte sie in den Hallen der Hauptuniversität das Zusammenspiel von Mensch und Technologie und erklärte brutkasten gegenüber den fundamentalen Paradigmenwechsel, der aktuell die gesamte Software-Welt erfasst: den Aufstieg agentischer KI-Systeme. Dabei machte sie deutlich, dass dieser Wandel ein neues Verständnis von Kontrolle und Autonomie erfordert.

Vom Werkzeug zum Agenten: Der Unterschied

Die entscheidende Veränderung bei KI sei weniger, dass Systeme „bessere Antworten“ geben, sondern dass sie zunehmend selbstständig handeln könnten. Klassische Software – ob deterministisches Werkzeug oder reaktives KI-System – habe stets auf konkrete Eingaben des Menschen gewartet.

Ein KI-Agent dagegen bekommt ein Ziel und bestimmte Rahmenbedingungen und kann daraus einen adaptiven Ausführungsplan ableiten, Werkzeuge und APIs nutzen sowie mehrere Schritte selbstständig ausführen. Bei Multi-Agenten-Systemen arbeiteten mehrere solcher Agenten zusammen, oft als sich selbst korrigierende „Schwärme“, die asynchron im Hintergrund laufen.

Damit verändert sich auch die Rolle des Menschen „dramatisch“: Menschen bedienen das System nicht mehr zwangsläufig Schritt für Schritt, sondern würden zu einer Art „Flugdirektor“ (Supervisory UX), der Ergebnisse definiere und den Weg dorthin überwache. Diese Entwicklung bringe, Churchill zufolge, bisherige, starre Benutzeroberflächen an ihre Grenzen.

Ghost-State-Dilemma

Wenn Agenten im Hintergrund arbeiteten, drohe Nutzer:innen der Verlust des Kontexts – ein sogenanntes „Ghost-State-Dilemma“, bei dem nicht mehr nachvollziehbar sei, in welchem Zustand sich Prozesse aktuell befänden. Ein Kernrisiko dabei ist die unterschiedliche Entscheidungsarchitektur (Choice Architecture) von Mensch und Maschine: Während der Mensch bei Aufgaben – wie etwa einer Hotelbuchung – intuitive, visuelle und kontextuelle Nuancen (Größe des Zimmers, Lage) abwäge, operierten Agenten rein deterministisch anhand von API-Vorgaben.

Diese Diskrepanz kann dazu führen, dass Agenten durch kumulative Fehler vom eigentlichen Ziel abwichen oder APIs auf unerwartete Weise ausnutzten. Achtsam mit agentischen Systemen zu arbeiten, erfordere deshalb ein völlig neues Design-Paradigma: Autonomie müsse bewusst begrenzt und Kontrolle sichtbar gehalten werden, meint Churchill.

Kill Switches

Aus diesem Rollenwechsel leitet die Expertin konkrete Gestaltungsmechanismen ab: Vor kritischen Aktionen sollte der Mensch geplante Schritte in sogenannten „Trockenläufen“ (Plan Dry Runs) prüfen und freigeben können. Zudem brauche es klare und vor allem transparente Zusammenfassungen, sobald sich ein Prozess plötzlich ändert, sowie „Circuit Breaker“ (Kill Switches), um laufende Prozesse sofort zu unterbrechen, falls sie aus dem Ruder laufen.

Die zentrale Frage lautet somit für Churchill nicht mehr nur: „Was kann die KI?“, sondern: „Wie gestalten wir die Sichtbarkeit ihrer autonomen Entscheidungen – und wo muss der Mensch zwingend die Kontrolle behalten?“

„Je höher die Tragweite des Kontexts, desto weniger Autonomie sollte das KI-System bei kritischen Entscheidungen haben“, sagt sie. Wo genau diese Grenze verläuft, müssten KI-Designer für jeden Anwendungsfall neu bestimmen.

Die Falle der heimlichen Entmächtigung

Aus Churchills Sicht sei ein entscheidender Punkt, dass Unternehmen die Falle der „heimlichen Entmächtigung“ vermeiden müssten, also der stillen Einschränkung menschlicher Handlungsfähigkeit unter dem „Deckmantel der Bequemlichkeit“. Systeme sollten keine „undurchsichtigen Blackboxen“ sein, die allein Entscheidungen treffen.

Co-Governance als Notwendigkeit

Über einzelne Sicherheitsmechanismen hinaus brauche es laut Churchill zudem ein grundsätzliches Governance-Prinzip: Menschen gewöhnten sich zunehmend daran, mit Systemen über Gespräche einfache Aufgaben zu erledigen. Wenn es jedoch um wichtige oder emotionale Entscheidungen gehe, stießen sie schnell an ihre Grenzen. Deshalb müssten sie im Sinne von Co-Governance weiterhin informiert und in den Entscheidungsprozess eingebunden bleiben.

Churchills Erfahrung nach konzentriert sich die Industrie vor allem auf Leistungstests, gute Sprache und die Fähigkeiten von KI-Modellen. Dabei würde die langfristige Wirkung auf Menschen und Gesellschaft oft zu wenig berücksichtigt.

„Menschliche Erfahrung bleibt chaotisch, kulturell vielfältig und in gelebten Umgebungen verankert“, sagt sie. „Wir müssen den Fokus vom Bau von Generalisten-Modellen, die plausible Antworten produzieren, hin zur Entwicklung kulturell kontextualisierter und resilienter Werkzeuge verschieben, die echtes menschliches Aufblühen (human flourishing) und kritisches Denken unterstützen.“

Ratschläge für Startups

Laut Churchill sei es ein großer Fehler, generative KI als Ersatz für Fachwissen zu sehen. Sie sollte vielmehr dazu dienen, vorhandenes Fachwissen zu unterstützen und zu erweitern. Startups würden dabei oft ein zentrales Problem übersehen: Sie würden Foundation-Modelle in „Thin Wrappers“ verpacken (wie automatisierte Bewerber-Screenings oder Kundensupport-Bots), ohne robuste Schutzmechanismen einzubauen.

„So sahen sich beispielsweise Unternehmen wie die ‚National Eating Disorders Association‚ (NEDA) unmittelbar mit Gegenreaktionen konfrontiert, nachdem sie geschulte menschliche Mitarbeiter der Helpline durch einen KI-Chatbot ersetzt hatten, der innerhalb weniger Tage begann, schädliche Ratschläge zum Thema Diäten zu geben“, nennt sie ein warnendes Beispiel. „Unternehmen können erfolgreich sein, wenn sie KI direkt in spezifische, professionelle Arbeitsabläufe einbetten, beispielsweise indem sie das Modell als fachkundiges kollaboratives Gerüst behandeln, anstatt zu versuchen, die Fachkraft vollständig zu automatisieren bzw. überflüssig zu machen.“

„Ich vermeide gerne utopische und dystopische Visionen“

Neben der Gefahr, dass Menschen aus der Kontrolle gedrängt werden, sieht Churchill ein zweites Problem: die Eskalation des Wettbewerbs der Tech-Giganten rund um KI, die sie als berechtigte Krise innerhalb der Spitzenforschung bezeichnet.

„Leider übertreffen wettbewerbsorientierte Marktanreize die Governance-Mechanismen immer wieder“, sagt sie. „Es ist enttäuschend, dass dies der Fall ist. Aber das Problem als ein spekulatives Science-Fiction-Szenario des Aussterbens zu rahmen, kann von systemischen Schäden ablenken, die in Echtzeit stattfinden. Persönlich vermeide ich gerne utopische und dystopische Visionen. Daher bin ich weniger besorgt über eine sich selbst verbessernde Superintelligenz, die außer Kontrolle gerät, als vielmehr über den schleichenden Zusammenbruch institutioneller Verantwortlichkeit und die Übertragung lebensverändernder Entscheidungen an fragile, nicht nachvollziehbare statistische Systeme.“

Florieren kleiner Volkswirtschaften

Für Europa sieht Churchill in diesem „Rennen“ mit den USA und Asien „nicht alles verloren“, vielmehr bestehe der Fehler darin, die hochzentralisierten, rechenintensiven Foundation-Modelle aus Silicon Valley oder Shenzhen zu kopieren.

„Ich glaube, dass die Zukunft der KI auf Vertrauen, Präzisionstechnik, eingebetteter industrieller Automatisierung, souveräner Dateninfrastruktur und strikter regulatorischer Compliance (EU AI Act) beruht“, betont sie. „Kleine Volkswirtschaften mit hohem Vertrauen wie Österreich werden florieren, indem sie spezialisierte Nischen fördern. Wie etwa verifizierbare industrielle KI, menschenzentrierte Fertigungsautomatisierung, hochzuverlässige biomedizinische Werkzeuge und vertrauenswürdige Systeme des öffentlichen Sektors.“

Die Welt in fünf Jahren

Churchill wagt einen – wenn auch schwierigen – Blick in die Zukunft: „In fünf Jahren wird die Neuartigkeit von Konversationen hoffentlich nicht mehr so sehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen“, meint sie. „Hoffentlich werden wir erkennen, dass der generative Hype eine Infrastrukturphase für eine Ära hybrider kollektiver Intelligenz war. Die dominante Herausforderung wird nicht die technische Skalierung sein, sondern soziotechnische kognitive Architekturen. Und die Frage, wie wir das Bauen, Managen, Ausbilden, Kurskorrigieren und Steuern navigieren, wenn hybride menschlich-synthetische Agentenlogik in die grundlegende Struktur der täglichen Arbeit und des gesellschaftlichen Lebens eingewoben ist?“

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