22.04.2026
FINANZIERUNG

Raiffeisen Salzburg steigt mit siebenstelligem Investment bei Repentium ein

Das Startup Repentium konzentriert sich auf Anwendungen mit technischen Kunststoffen und Hochleistungskunststoffen, die gängige Standarddrucker nicht verarbeiten können. Dafür gab es jetzt ein Millioneninvestment von Raiffeisen Salzburg.
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Repentium
© Repentium - Die beiden Gründer und Geschäftsführer von Repentium: Lukas Rupsch (li.) und Florian Rohrmoser.

Das Salzburger Deep-Tech-Startup Repentium möchte das Problem zwischen Präzision (Qualität) und Geschwindigkeit (Time-to-market) im industriellen 3D-Druck lösen. Für diese Idee gab es nun eine siebenstellige Finanzierung durch die Raiffeisen Bankengruppe Salzburg (Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen), dem Business Angel Wolfgang Faist und der Austria Wirtschaftsservice (aws).

Repentium mit patentierter Druckkopfeinheit

Kern der Technologie von Repentium ist eine patentierte Druckkopfeinheit in Verbindung mit einem proprietären, also herstellergebundenen Algorithmus. Das System analysiert dabei das Bauteil vorab und teilt es in Funktionsbereiche auf. Nur jene Geometrien, die höchste Auflösung erfordern, werden mit maximaler Genauigkeit gefertigt. Das restliche Volumen des Bauteils wird mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit produziert, heißt es per Aussendung.

„Wer bisher zwischen Präzision und Geschwindigkeit wählen musste, bekommt nun bei uns beides zugleich – das verkürzt Druckzeiten spürbar und senkt die Kosten pro Bauteil nachhaltig“, sagt Lukas Rupsch, Gründer und Geschäftsführer von Repentium.

Und Florian Rohrmoser, ebenfalls Gründer und Geschäftsführer, ergänzt: „Viele Fertigungsbetriebe stehen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck – unsere Antwort darauf ist eine tiefgreifende Innovation in Hardware und Software, die den Druckprozess neu gestaltet und um ein Vielfaches effizienter macht.“

„Schnellere Druckzeiten“

Diese Kombination, auf die das Startup zurückgreift, sei eigenen Angaben nach im industriellen FFF-Druck (Fused Filament Fabrication) bislang einzigartig. Der Algorithmus optimiert hierbei den Druckprozess dynamisch, wodurch Bauteile entstehen, die trotz verkürzter Produktionszeit höchsten technischen Anforderungen entsprechen würden.

„Repentium zeigt eindrucksvoll, dass technologische Innovation direkt aus Salzburg kommen kann. Die Kombination aus Ingenieurskunst, Technologie, Regionalität und einem hochkompetenten und engagierten Gründerteam passt perfekt zu Raiffeisen“, sagen Bernhard Wimmer, Bernhard Tomasi und Alexander Leitner von Raiffeisen.

Die Investitionssumme fließt primär in die Finalisierung des Seriendruckers. Ziel ist eine robuste Produktionslösung für Fertigungsbetriebe, die technische Bauteile direkt vor Ort effizient produzieren wollen.

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Matteo Rosoli, CEO von eustella © eustella

„In den USA wird gerade die Ära der Superintelligenz ausgerufen. Europa darf dabei nicht zuschauen“, sagt Matteo Rosoli, CEO von eustella. Das Wiener Startup hat am 20. Oktober die Version 1.5 seiner Plattform für KI-Agenten veröffentlicht. Sie läuft nach eigenen Angaben auf rein europäischer Cloud-Infrastruktur.

Nachtraining statt Neuentwicklung

Eustella entwickelt kein Sprachmodell von Grund auf. Stattdessen setzt das Team auf offene Modelle, deren Gewichte frei verfügbar sind, und entwickelt sie mit eigenen Daten und Verfahren weiter. Ausgangspunkt ist laut Aussendung „das chinesische Basismodell Qwen 3.8 27B”. Die leistungsstärksten offenen Modelle stammten demnach „derzeit überwiegend aus China”. Das Nachtraining soll auch deren Voreingenommenheit reduzieren.

Ergebnisse aus eigener Messung

Wie viel das Nachtraining bringt, hat eustella selbst gemessen, mit 14 gängigen Leistungstests für KI-Modelle (Benchmarks). Laut Unternehmen schneidet v1.5 in allen 14 besser ab als das Basismodell, im Schnitt um fünf Punkte. Am deutlichsten fällt der Zuwachs beim Programmieren (LiveCodeBench, plus 17,1 Punkte), beim Befolgen komplexer Anweisungen (IFBench, plus 10,9) und in mehrstufigen Gesprächen (MultiChallenge, plus 10,8) aus.

Im Vergleich mit US-Modellen zieht eustella folgende Bilanz: v1.5 erreicht mit 27 Milliarden Parametern bei LiveCodeBench 89,1 Prozent, fast identisch mit Claude Opus 5 (89,0). GPT-5.6 Sol kommt auf 82,6. Bei GPQA Diamond, einem Test mit naturwissenschaftlichen Expertenfragen, liegt eustella mit 92,6 Prozent hinter Claude Opus 5 (93,9). Beim Verstehen langer Dokumente (AA-LCR) führt v1.5 laut eigenen Angaben mit 87,5 Prozent vor Claude Opus 5 (79,0) und GPT-5.6 Sol (84,0).

Auch gegenüber dem französischen Anbieter Mistral liegt v1.5 laut eustella in allen sieben vergleichbaren Benchmarks vorn, obwohl Mistral Medium 3.5 rund fünfmal so viele Parameter habe.

Die im Sommer verglichenen Modelle sind allerdings nicht mehr die aktuellsten ihrer Anbieter. Anthropic hat mit Fable 5.1 (seit 1. September) und Opus 5.5 (seit 22. September) zwei jüngere Modelle veröffentlicht. Auch OpenAI und Mistral haben mittlerweile neue Modelle vorgestellt.

Vom Launch zur Unternehmensplattform

Vorgestellt hat eustella seine App am 24. Juni. Beim Start im Juni waren es knapp 5.000 Nutzer:innen, jetzt mehr als 22.000. Die KI-Agenten unterstützen mehrstufige Aufgaben wie Recherchen, Präsentationen oder Reiseplanung. Ende August folgte laut eustella eine Optimierung, die das Achtfache an Nutzung zum gleichen Preis ermöglicht. Mit v1.5 kommen Team- und Enterprise-Pläne: „Orbit” kostet 20 Euro pro Nutzer:in und Monat, „Constellation” mit vierfachem Nutzungsvolumen 80 Euro. Die ersten 25 Partner:innen haben bereits API-Zugriff.

Eigene Technologie in Planung

„Wir haben diesen Sommer gezeigt, dass ein europäisches Team mit offenen Modellen und eigener Forschung an die Weltspitze heranrücken kann”, sagt Rosoli. v1.5 sei „erst der Anfang”. Weitere Forschung ist in Vorbereitung, eigene KI-Technologie will eustella Schritt für Schritt entwickeln.

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