09.05.2019

Powerinsole: 2Min2Mio-Investment noch nicht durch, dafür neuer Investor

Powerinsole bekam bei "2 Minuten 2 Millionen" gleich zwei Investoren-Angebote und vereinbarte in der Sendung einen Deal mit Mediashop-Chefin Katharina Schneider. Im Gespräch mit dem brutkasten berichtet Gründer Martin Masching über die Monate nach Drehschluss, einen Award, frisches Kapital und ein berühmtes Testimonial.
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Powerinsole, Leo Hilinger, Testimonial, 2 Minuten 2 Millionen, Startup
(c9 Gerry Frank - Powerinsole Gründer Martin und Sonja Masching schwimmen mit ihrem Schuh-Chip aktuell auf einer Erfolgswelle.

Powerinsole hat bewegte Monate hinter sich. Seit der Aufzeichnung von „2 Minuten 2 Millionen“ im Oktober, bei dem das Startup rund um Gründer Martin Masching einen Deal mit Katharina Schneider ergattern konnte, ist Einiges passiert. „Der Faux-Pas der Investorin, die irrtümlich zur doppelten Bewertung investieren wollte, hatte in den Nachverhandlungen keine Auswirkung“, wie der Founder erzählt. Abgeschlossen wurde der Deal jedoch noch nicht.

+++ WienerWürze: 2 Minuten 2 Millionen-Deal nach dem Dreh abgesagt +++

Investment abhängig von Verkaufszahlen nach Ausstrahlung

„Rund eine Woche nach der Sendung hat sich das Team von Katharina Schneider bei uns gemeldet und wir führten eine Skypekonferenz, in der mögliche Vertriebswege und Kooperationen besprochen wurden. Uns wäre eine Listung mit einer neuen Powerinsole direkt im Mediashop sehr wichtig und der perfekte Vertriebsweg für unser Produkt. So hätten wir die Zeit und die Möglichkeit mit neuen Messmethoden den Effekt sofort zu zeigen“, sagt Masching. „Dies hängt jedoch unter anderen von den Verkäufen nach der Ausstrahlung ab. Bei unseren Gesprächen wurde der Irrtum aus der Show nicht mehr erwähnt, sondern die fixierten 100.000 Euro für fünf Prozent Anteile besprochen. Es wurde aktuell zurückgestellt, sollte es aber zu einem Investment kommen, steht diese Bewertung noch“.

100.000 Euro Kapital vom neuen Investor

Auch mit dem zweiten interessierten Investor aus der Show, Hans Peter Haselsteiner und dessen Ansprechpartner für Startups, pflege der Entrepreneur weiterhin guten Kontakt. Und das, obwohl bereits ein neues Investment an Land gezogen wurde. „Dazu kam es nicht ’nur‘ durch die Sendung, sondern auch durch unser intensives Handeln im Vertrieb und diverse Pitches, etwa bei 4Gamechangers und der ‚Glaub an Dich Challenge‘. So konnten wir einen neuen Investor gewinnen. Auch hier steht die Bewertung von Katharina Schneider mit fünf Prozent für 100.000 Euro an. Der Investor kennt uns jedoch schon länger und konnte sich so ein gutes Bild von unserem nachhaltigen Vertriebsaufbau und auch von möglichen Weiterentwicklungen und Studien machen“, so Masching.

Wie baut man einen Schuh?

Begonnen habe die Idee zu Powerinsole mit Rückenschmerzen, die der Gründer einst hatte. Der Wunsch, einen Schuh zu entwickeln, der das Wohlbefinden steigere, entstand. Er traf aber auf das Problem, so gar kein Know-How im Schuh-Bau zu haben. Diese Idee wurde daher schnell ad acta gelegt und der Blickwinkel gewechselt. „Da ich Techniker bin, haben wir die Idee aus technischer Sicht betrachtet. Einen Pulsgurt kennt jeder, der macht nichts anderes als Daten (die Herzfrequenz) abzurufen, zu digitalisieren und an die Uhr zu senden. Wir gehen den umgekehrten weg“, erklärt Maschnig.

Nach drei Minuten besser atmen

Bei Powerinsole werden durch ein eigens entwickeltes System wechselseitige Magnetfelder erzeugt, die so abgestimmt seien, dass sie das Zellmembranpotential steigern würden, erklärt der Gründer. Nach drei Minuten soll es bereits eine bessere Sauerstoffanreicherung geben und sich auch die Muskeltemperatur erhöhen. Das soll für weniger Verspannung und Verletzungsgefahr sorgen, wie es auch in der Puls 4-Show betont wurde.

Born Global Champion-Award und Hillinger als Testimonial

Doch nicht nur der Auftritt bei „2 Minuten 2 Millionen“ war eines der Highlights in den drei Jahren seit Bestehen des Unternehmens. Das Startup aus Obertrum, Salzburg, wurde heuer beim 4Gamechangers-Festival von der von der Wirtschaftskammer Österreich als „Born Global Champion“ in der Kategorie Sport und Gesundheit ausgezeichnet. Zudem konnte mit Star-Winzer und „2 Minuten 2 Millionen-Investor“ Leo Hillinger ein berühmtes Testimonial gewonnen werden, wie Masching berichtet.

„Leo Hillinger hat uns in der Sendung erzählt, dass er die Powerinsole testet und sich dann mit einem Statement bei uns melden wird. Nach rund zwei Wochen war es soweit und er hat zugesagt, dass wir ein öffentliches Feedback inklusive Foto zu unserer freien Verwendung bekommen, sobald die Sendung ausgestrahlt ist. Ehrlich gesagt haben wir das nicht wirklich geglaubt und waren sehr erfreut, als es geklappt hat. Wir können nur sagen ‚Leo steht zu seinem Wort'“, erzählt Masching. In den nächster Zeit soll es zwischen dem TV-Star und Powerinsole zu einem weiteren Treffen kommen. Man möchte die Möglichkeiten ausloten, inwiefern man bei Hillingers Radrennen zusammenarbeiten könne und auch andere Ideen besprechen.

PowerInsole, Leo Hilinger, Testimonial
(C) Hillinger/Powerinsole – Das Tech-Startup Powerinsole konnte mit seinem Chip im Geld-Pad für den Schuh Hobby-Sportler Leo Hillinger für sich gewinnen.

Keine Pause für Powerinsole

Wer denkt, Martin Masching und seine Frau Sonja ruhen sich nach dieser ereignisreichen Zeit aus und genießen den Erfolg, der irrt. Kein Durchschnaufen bei Powerinsole: Masching erzählt von der Kooperation mit neuen einzelnen Händlern und einem Großhändler, der den deutschen Markt exklusiv betreuen werde. „Weitere Produkte werden noch dieses Jahr folgen. Zudem läuft gerade eine große Anwender-Studie mit sehr bekannten internationalen Unternehmen. Parallel dazu befinden wir uns noch in Gesprächen mit anderen Investoren“, sagt Masching.

Österreich, Deutschland und USA

Das nächste Ziel, nach der Stärkung des Vertriebs in Österreich und Deutschland, ist der Release eines neuen Produkts im Juli. Es soll Verspannungen im Nacken und Schulterbereich lösen. Masching dazu: „Da wir im DACH-Raum ein Potential von circa 80 Millionen Kunden haben, wartet genug Arbeit auf uns. Natürlich möchten wir weitere Studien machen, um die Basis noch mehr zu stärken“. Außerdem habe man fest den nächsten großen Schritt in der Powerinsole-Expansionsstrategie im Blick: Die Expansion über den Teich.


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(v.l.) Wholomics-Geschäftsführer Patrick Strasser und Maximilian Schneider | © Wholomics GmbH

Es ist wohl eine der schockierendsten Nachrichten, die man erhalten kann: Diagnose Krebs. Dabei werden verschiedenste Krebsarten oftmals erst in späten Stadien erkannt, was die Überlebenschance stark verringert. Das soll sich bald ändern. Die beiden Wholomics-Gründer Patrick Strasser und Maximilian Schneider entwickelten einen Test, der mit hoher Genauigkeit verschiedene Krebserkrankungen bereits im Stadium eins feststellen können soll.

“Heutzutage zählt es als Durchbruch, wenn ein Medikament für Krebspatienten im Stadium vier eine sechs Monate längere Überlebensdauer erzielt. Allerdings hätte man einen viel größeren Impact, wenn man Krebs einfach früher erkennen könnte”, erklärt Wholomics-CEO Strasser im brutkasten-Interview. Denn bei den meisten Krebsarten, die man bereits im Stadium eins erkennt, hätten die Patienten eine “5-Jahres-Überlebensrate von über 90 %”. Im Stadium drei bzw. vier falle die Überlebenschance rapide ab. 

Daher entwickelten Strasser und Wholomics-CTO Schneider einen Test, der darauf ausgelegt ist, mehrere Krebsarten bereits in frühen Stadien aus einer einzigen Blutprobe zu erkennen. Der Test analysiert diverse Veränderungen im Blutserum, also der Flüssigkeit im Blut, die mit einer frühen Tumorentwicklung in Zusammenhang stehen können. Die Ergebnisse einer Validierungsstudie sind vielversprechend, denn der Wholomics-Test erkannte eigenen Angaben zufolge 38 von 40 Krebserkrankungen im Stadium eins, darunter Darm-, Magen- und gynäkologische Tumore. Die Intellectual Property der Methode liegt bei Wholomics. Eine erste Version des Tests, der Wholomics Multi-Cancer Check, ist bereits über eine Partnerfirma, Novogenia, erhältlich. Strasser und Schneider möchten sich aber darauf konzentrieren, den Test in der breiten Bevölkerungsmasse einsetzen zu können.

Vom Forscher zum Unternehmer

Die beiden Wholomics-Gründer kennen einander seit ihrem Studium an der TU München und fassten gerade wissenschaftliche Publikationen zusammen, als ihnen die Idee für einen neuen Test zur Krebsfrüherkennung kam. Die Umstellung vom Forscher zum Unternehmer beschreibt der Biochemiker Strasser als “leicht”. Dennoch stellt ihn das Unternehmertum vor einige Herausforderungen. “Als Startup-Founder lernt man im Endeffekt nie aus. Das heißt, jeden Tag, jede Woche gibt es neue Dinge, die man sich selbst beibringen oder die man lernen muss“, erklärt Strasser und ergänzt: “Ein Founder hat mir mal gesagt, die wissenschaftliche Grundlage ist sozusagen das A und O deines Unternehmens. Aber 80 Prozent werden dann im Endeffekt auf der Business-Seite durchgesetzt.”

Wholomics wurde bisher mit dem aws First Incubator und der Forschungsprämie unterstützt. Aktuell befindet sich das Unternehmen in der zweiten Finanzierungsrunde und ist noch auf der Suche nach Investoren. Strasser und Schneider wollen die Runde im letzten Quartal dieses Jahres schließen. “Wir suchen nicht nur nach Geldgebern, sondern eben auch nach strategischen Partnern, die z. B. im Bereich Diagnostik Erfahrung haben”, sagt Strasser. Mit der Entwicklung ihres Startups zeigt sich der Biochemiker zufrieden, auch wenn der Standort Österreich seine Schwierigkeiten mit sich bringe. Die Regulierungen in der EU erschweren laut dem Krebsforscher jedem Diagnostik-Startup den Start.      

Das Ziel sind 2027 die USA, aber ohne FDA-Approval

Zudem brauche es in der EU hohe Investments, um ein medizinisches Produkt auf den Markt zu bringen. “Da muss man dann abwägen, wie die tatsächliche Marktzugangslage ist. Und die ist in Österreich oder im DACH-Raum generell etwas schwieriger”, erklärt Strasser, der mit Schneider den Großteil von Wholomics besitzt. Der Blick der beiden Österreicher richtet sich daher über den großen Teich. Sie arbeiten aktuell in den USA an der Eröffnung eines sogenannten CLIA-Labors. Dadurch soll der Test zur Krebsfrüherkennung als “Lab Developed Test” in den Vereinigten Staaten 2027 auf den Markt gebracht werden können. Er werde somit firmenintern validiert und könne anschließend an Privatpersonen weiterverkauft werden. Ein FDA-Approval sei dann nicht mehr nötig.

Wholomics als die nächste Generation der Krebsfrüherkennungstests

“Im Endeffekt wollen wir quasi die nächste Generation von Multi-Cancer Early Detection Tests auf den Markt bringen. Der größte Unterschied zwischen uns und anderen Anbietern ist, dass wir einfach sehr hohe Frühstadien-Erkennungsraten haben”, sagt Strasser. Langfristig will sich Wholomics am Markt als “First Line Diagnostic” platzieren, also als eine erste Reihe an Untersuchungen, die bei Krebsverdacht durchgeführt werden. Diese Tests sollen dann von Versicherern rückerstattet werden. Als potentielle Kunden beschreibt Strasser in den USA zu Beginn unter anderem Ärzte, später auch Krankenkassen, wobei man den Test immer unter ärztlicher Begleitung durchführen muss.

In Zukunft kann es mehrere unterschiedliche Use-Cases für Wholomics geben, wie z. B. einen Stratifizierungstest. Durch diese Tests werden Personen in klare Gruppen eingeteilt. Dadurch kann in der Medizin einer Person die passende Behandlung verschrieben werden. “Im Endeffekt laufen alle diese Use-Cases darauf hinaus, dass eine Blutprobe analysiert wird und wir das molekulare Profil nach Krebs-Signaturen untersuchen”, sagt Strasser.

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