03.04.2023

Heimischer Markt für pflanzliche Alternativprodukte seit 2020 um 22 Prozent gewachsen

Der österreichische Markt für pflanzliche Alternativprodukte ist im vergangen Jahr um acht Prozent gewachsen – seit 2020 sogar um 22 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von "The Good Food Institute Europe" (GFI), die ingesamt 13 europäische Kernmärkte analysierte.
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(c) AdobeStock

Veganer Lachs, Leberkäse oder Pflanzendrinks. In den letzten Jahren haben zahlreiche Startups aus Österreich verschiedenste Produkte auf den Markt gebracht, die sich für eine rein pflanzliche Ernährung eignen. Schätzungen der Statistik Austria leben in Österreich mittlerweile mehr als 100.000 Menschen vegan und rund 800.000 rein vegetarisch. Die treibende Kraft am Markt stellen allerdings die sogenannten Flexitarier dar, die einfach nur weniger Fleisch essen wollen.

Und der Markt für pflanzliche Alternativprodukte wächst, wie nun eine neue Studie der internationalen Nichtregierungsorganisation The Good Food Institute Europe (GFI) zeigt, die laut Eigendefinition „alternative Proteinquellen vorantreiben möchte“. Demnach ist der Markt 2022 um acht Prozent auf 99,6 Millionen gewachsen – seit 2020 beträgt der Zuwachs sogar 22 Prozent.

Pflanzliche Fleischalternativen trotzen der Inflation

Im Bereich pflanzlicher Fleischalternativen wurden in Österreich laut GFI 2022 Umsätze in Höhe von 25,3 Millionen Euro erzielt. Das sind zehn mehr als 2021 und 27 Prozent mehr als 2020. Die Zahl der verkauften Produkte in dieser Kategorie ist seit 2020 um 26 Prozent gestiegen, während die Verkäufe bei vorverpacktem Fleisch aus der Tierhaltung im selben Zeitraum um 15 Prozent zurückgegangen sind. 

Die Studie liefert ein weiteres spannendes Detail in Bezug auf die Preisentwicklung. Dazu heißt es: „der Bereich für pflanzliche Fleischalternativen konnte sich den Effekten der steigenden Inflation weitgehend entziehen.“ 2022 ist der durchschnittliche Preis von pflanzlichen Fleischalternativen nämlich um nur ein Prozent gestiegen, während der Preis für vorverpacktes Fleisch aus der Tierhaltung im Schnitt um 13 Prozent gestiegen ist. 

Große Potentiale bei Fischalternativen

Der Markt für Fisch und Meeresfrüchte auf pflanzlicher Basis fängt hingegen gerade erst an, sein Potenzial auszuschöpfen: 2022 sind die Umsätze in diesem Bereich um 250 Prozent auf 1,7 Millionen Euro gestiegen. Dazu heißt es von den Studienautor.innen „Insgesamt sind die Möglichkeiten in der Kategorie Seafood bei Weitem noch nicht ausgeschöpft“. Zudem könnten auch Länder wie Österreich, die über keinen direkten Zugang zum Meer verfügen, von der Produktion von alternativen Seafood profitieren.

Aus Österreich hat sich beispielsweise das Startup Revo Foods mit seinen veganen Lachsalternativen erfolgreich am Markt positioniert. Das Unternehmen, das 2021 auch ein Millioneninvestment an Land ziehen konnte, ist derzeit mit seinen Produkten in mehr als 15 europäischen Ländern vertreten.

Pflanzliche Milchprodukte sind die treibende Kraft

Pflanzenbasierte Milch ist laut GFI die am weitesten entwickelte Kategorie im Plantbased-Sektor. Der Umsatz ist im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 49,6 Millionen Euro gestiegen. Seit 2020 ist der Markt um insgesamt 18 Prozent gewachsen. Gemessen in verkauften Produkten ist der Markt für pflanzliche Milch seit 2020 sogar um 21 Prozent gewachsen, während der Markt für Kuhmilch im selben Zeitraum um zehn Prozent geschrumpft ist. 

Auch bei Pflanzenmilch war der Effekt der Inflation laut GFI geringer ausgeprägt als bei Kuhmilch. Erst Anfang Jänner forderte die Rewe Group gemeinsam mit der veganen Gesellschaft, die Mehrwertsteuer von tierischer Milch und pflanzenbasierter Alternativen, wie Soja oder Hafer-Milch, gleichzusetzen.

Pflanzliche Alternativen im Ländervergleich

Die Studie hat insgesamt 13 europäische Kernmärkte analysiert und liefert auch einen Ländervergleich. Im europäischen Vergleich ist Österreich laut GFI der elftgrößte Markt für pflanzenbasierte Alternativprodukte. An der Spitze stehen Deutschland mit Umsätzen in Höhe von 1,91 Milliarden Euro, Großbritannien mit 982 Millionen Euro und Italien mit 681 Millionen Euro. Mit acht Prozent Wachstum im vergangenen Jahr und 22 Prozent Wachstum seit 2020 entspricht die Marktentwicklung in Österreich weitgehend dem europäischen Durchschnitt.

Mehr Innovationskraft gefordert

Trotz der Zuwächse der vergangenen Jahre und trotz der stetig wachsenden Produktpalette machen die pflanzliche Alternativen bislang laut den Studienautor:innen nur einen Bruchteil des gesamten Marktes in Österreich aus. Im Bereich Milch beträgt der Marktanteil von pflanzenbasierten Optionen zehn Prozent und im Bereich Joghurt sogar nur vier Prozent.

„Um das Potenzial nachhaltiger pflanzlicher Alternativen auszuschöpfen, braucht die Innovationskraft des Sektors auch politische Flankierung: Österreich sollte deutlich stärker in die Forschung und den Kapazitätsaufbau in diesem Bereich investieren“, so Ivo Rzegotta, Senior Public Affairs Manager, GFI Europe. In diesem Zusammenhang verweist Rzegotta auf Länder wie Dänemark, die bereits seit mehreren Jahren gezielt in den Bereich der alternativen Proteine investieren würden.


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Rivero
© Rivero - (v.l.) Stephan Wächter, Fatemeh Nikayin und Thomas Müller.

Rivero, die europäische Plattform für Zahlungsoperationen, hat heute bekanntgegeben, dass Elevator Ventures, der Corporate-Venture-Capital-Fonds der Raiffeisen Bank International (RBI), als Investor beim Schweizer Fintech eingestiegen ist. Die Partnerschaft soll Riveros weitere Expansion in Europa unterstützen, mit besonderem Fokus auf die Märkte in Zentral- und Osteuropa. Über die genaue Summe ist nichts bekannt.

Rivero: Kajo und Amiko

Rivero wurde von Thomas Müller, Fatemeh Nikayin und Stephan Wächter gegründet, um Intelligenz und Automatisierung in einige der besonders komplexen operativen Herausforderungen der Zahlungsbranche zu bringen. Die Technologie soll es Finanzinstituten ermöglichen, stark regulierte und ressourcenintensive Zahlungsprozesse zu modernisieren und manuelle Arbeitsabläufe durch intelligente Automatisierung zu ersetzen.

Die Compliance-Plattform von Rivero heißt Kajo und soll die Compliance in Zahlungsnetzwerken vereinfachen, indem sie Updates automatisch verteilt, eine Übersicht auf einen Blick liefert und fragmentierte Dokumente und Anforderungen der Zahlungsnetzwerke in ein KI-gestütztes Wissensverzeichnis verwandelt.

Die KI-gestützte Anwendung Amiko indes bringt agentische KI in das Streitfallmanagement (Dispute Management) und die Betrugsrückgewinnung. Die Lösung sortiere Fälle intelligent vor, koordiniere die nächsten sinnvollen Schritte und automatisiere Dispute-Workflows vom Eingang bis zur Lösung, während sie Agent:innen bei komplexen Fällen anleitet, die menschliche Spezialist:innen erfordern. Das soll Instituten helfen, Gelder schneller zurückzuholen, den operativen Aufwand zu reduzieren und ein besseres Erlebnis für Karteninhaber:innen zu bieten.

„Elevator Ventures von strategischer Relevanz“

Während Rivero in Europa expandiert, konzentriert sich das Unternehmen zunehmend nicht nur auf den Ausbau seiner Technologie, sondern auch auf die Stärkung seiner Position im breiteren europäischen Bankenökosystem. Für die nächste Entwicklungsphase von Rivero sei Elevator Ventures von besonderer strategischer Relevanz: Durch die Verbindung zur RBI Group und das Netzwerk in Zentral- und Osteuropa verfüge Elevator Ventures über umfangreiche Erfahrung darin, Technologieunternehmen, die Finanzinstitute bedienen, zu unterstützen und ihnen bei der Orientierung und Expansion in europäischen Bankenmärkten zu helfen, heißt es.

„Europas Finanzinstitute suchen nach besseren Wegen, zunehmend komplexe Zahlungsoperationen zu managen, und wir sehen eine große Chance, Riveros Technologie zu vielen weiteren Instituten auf dem Kontinent zu bringen“, sagt Thomas Müller, CEO von Rivero. „Da wir nun in die nächste Wachstumsphase eintreten, wollen wir Investor:innen am Tisch haben, die sowohl die Komplexität des Bankgeschäfts als auch die Märkte verstehen, in denen wir tätig sind. Die Expertise von Elevator Ventures im Finanzdienstleistungsbereich und ihr besonders starkes Netzwerk in Zentral- und Osteuropa machen sie zu einem hoch relevanten strategischen Partner für Rivero.“

Maximilian Schausberger, Managing Director bei Elevator Ventures, ergänzt: „Rivero adressiert eine Reihe operativer Herausforderungen, die für Banken und Zahlungsinstitute in ganz Europa immer wichtiger werden. Das Team verbindet tiefgehende Zahlungsverkehrsexpertise mit Technologie, die speziell auf die Anforderungen regulierter Finanzinstitute ausgelegt ist. Wir sehen eine starke Übereinstimmung zwischen Riveros Ambitionen und unserer Erfahrung und unserem Netzwerk im europäischen Bankwesen und freuen uns darauf, das Unternehmen bei seiner weiteren Expansion zu unterstützen.“

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