30.07.2024
VERSICHERUNG

PelviQueens: Merkur Versicherung übernimmt Kurse von Beckenboden-Startup

Tröpfchen in der Hose sind Wind von gestern. Das OÖ-2m2m-Startup PelviQueens widmet sich dem Thema Frauengesundheit. Deren Leistungen werden nun auch von der Merkur Versicherung anerkannt.
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Die PelviQueens-Gründerinnen Magdalena Rechberger und Judith Sacher | (c) Michael Keplinger
Die PelviQueens-Gründerinnen Magdalena Rechberger und Judith Sacher (c) Michael Keplinger

Das OÖ-Startup PelviQueens schrieb schon Schlagzeilen anlässlich ihres Fernsehauftrittes bei der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“: Damals traten die beiden Gründerinnen Judith Sacher und Magdalena Rechberger „scheinbar angepinkelt“ vor die Jury der Show. Provokation war dies nicht, viel eher ein geglückter und schließlich mit einem Investment ausgezeichneter Versuch der Enttabuisierung rund um das Thema Beckenboden und Frauengesundheit.

Mit Online-Therapie zur Frauengesundheit

Die beiden Physiotherapeutinnen starteten ihre Aufklärungs- und Online-Kurs-Plattform PelviQueens im Februar 2023. Das Startup war Teil des tech2b Incubators in Linz – und sitzt unter anderem im Linzer TechHarbor.

Seit der Gründung verfolgen die PelviQueens das Ziel, Frauengesundheit zu digitalisieren und Frauen in einer multimedialen Weise flexibel und unabhängig zu unterstützen. Die Plattform bietet individuell zugeschnittene Online-Programme und Beratung in puncto Beckenboden und Frauengesundheit. Mittels automatisierter Vorabanalyse können Frauen anonym und niederschwellig herausfinden, ob und welcher Therapiebedarf besteht.

Merkur-Versicherte können PelviQueens-Leistungen einreichen

Nun erreicht das Female-Startup einen neuen Meilenstein: Ab sofort können alle Versicherten der Merkur Versicherung die Online-Kurse wie eine herkömmliche Physiotherapie einreichen. Zur Abrechnung benötigt sei eine ärztliche Verordnung mit Angabe der Krankheitsbezeichnung sowie ein Nachweis der jeweiligen Sozialversicherung. Der Prozess verlaufe somit analog zur klassischen Physiotherapie. Die Leistung Physiotherapie soll im jeweiligen Tarif der Kundinnen enthalten sein, um vom Angebot gebrauch zu machen.

„Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung“, sagt Judith Sacher, Co-CEO bei PelviQueens. „Unser Ziel ist es, so viele Frauen wie möglich zu unterstützen, und das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.“

Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran

Mit der Anerkennung der Online-Kurse durch die Merkur-Versicherung zeigt sich die wachsende Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen, heißt es von PelviQueens in einer Aussendung. „Wir sind stolz, dass die Merkur Versicherung in diesen Belangen eine Vorreiterrolle einnimmt und zur Digitalisierung der Frauengesundheit beiträgt“, so Co-Founderin Magdalena Rechberger, und meint weiter: „Das ist ein wichtiger Schritt und wir werden weiterhin daran arbeiten, dass noch mehr Versicherungen und Krankenkassen diesem Beispiel folgen.“

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REEDuce-Gründerin Birgit van Duyvenbode (Mitte) bei der Eröffnung der neuen Schilf-Lärmschutzwand | (c) Strabag

An der A1 Westautobahn bei Völlerndorf nahe St. Pölten geht eine neue Lärmschutzanlage in Betrieb. Statt auf herkömmliche Materialien wie Beton oder Aluminium setzt diese auf Schilf, Thermoholz und Lehm. Dahinter steckt das Wiener Startup REEDuce rund um Gründerin und CEO Birgit van Duyvenbode. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Baukonzern Strabag wurde die Technologie nun auf einem rund einen Kilometer langen Autobahnabschnitt umgesetzt.

REEDuce-Geschäftsführerin Birgit van Duyvenbode, Infrastrukturminister Peter Hanke und ASFINAG-Vorstand Hartwig Hufnagl bei der Präsentation der neuen Schilf-Lärmschutzwand an der A1.

4.000 Schilfbündel für einen Kilometer Lärmschutz

Die Anlage entstand im Zuge der Sanierung der A1 zwischen St. Pölten und Völlerndorf. Auf einer Fläche von rund 2.690 Quadratmetern wurden Lärmschutzelemente mit einem Rahmen aus thermisch behandeltem Holz, einer Lehmfüllung und beidseitiger Schilfabdeckung verbaut.

Das verwendete Schilf stammt aus dem Raum Neusiedler See. Für den rund einen Kilometer langen Abschnitt wurden insgesamt 4.000 Schilfbündel benötigt. Das entspricht etwa 1,5 Prozent der gesamten österreichischen Schilfernte. Die Nutzung des Rohstoffs soll gleichzeitig zur Pflege des Ökosystems am Neusiedler See beitragen.

Anders als konventionelle Lärmschutzwände soll die Konstruktion nach Angaben von REEDuce vollständig kreislauffähig sein. Zugleich soll sie dieselben technischen Anforderungen hinsichtlich Lärmschutz und Haltbarkeit erfüllen, wie herkömmliche Systeme.

„Mit dem ersten Autobahn-Kilometer unserer Lärmschutzwand aus Schilf, Thermoholz und Lehm erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagt Gründerin van Duyvenbode. Die Technologie zeige, dass Lärmschutz und Umweltschutz gemeinsam funktionieren können.

Von der Idee des Vaters zum Startup

Der Ursprung der Idee reicht bis ins Jahr 2008 zurück. Damals entwickelte das Sägewerk von van Duyvenbodes Vater im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts eine ökologische Lärmschutzwand, die an der A22 bei Langenzersdorf errichtet wurde. Die Gründerin griff die Idee später auf und entwickelte die Technologie unter dem Namen REEDuce weiter.

Bereits Anfang 2022 berichtete brutkasten über das Startup. 2023 wurde REEDuce bei der #glaubandich Challenge zum „Startup des Jahres“ gekürt. Im selben Jahr folgte ein erstes Pilotprojekt mit der Asfinag: An der S33 bei Herzogenburg wurde eine 16 Meter lange Testwand errichtet, um die Technologie unter realen Bedingungen zu erproben.

Mit der neuen Anlage an der A1 kommt die weiterentwickelte Technologie nun in deutlich größerem Umfang zum Einsatz. Für die Asfinag ist das Projekt zugleich eine Möglichkeit, weitere Erfahrungen mit der Bauweise aus regionalen Naturmaterialien zu sammeln.

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