19.05.2023

Paleo movement: Gründer entwickeln Hocker für gesünderes Sitzen

Um Haltungsschäden vorzubeugen, haben die Founder von paleo movement einen Stuhl entwickelt, der zu Positionsänderungen animiert. Damit möchte man gesünderes Sitzen fördern.
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(c) paleo movement/FB - Mit dem paleo chair soll Haltungsschäden vorgebeugt werden.

Raphael Schneider und Toni Hackmann, Gründer von paleo movement, sind Personal Trainer, führen ihr eigenes Sportstudio und wissen, dass Bewegung vor allem im Alltag wichtig ist. Erwachsene aber verbringen die meiste Zeit nicht auf den Beinen, sondern im Sitzen.

Paleo movement-Founder: „Sitzen ist das neue Rauchen“

„Nicht umsonst heißt es: sitzen ist das neue Rauchen. Durch langes Sitzen in der gleichen Position kann man Haltungsschäden und Übergewicht entwickeln oder man hat ein überhöhtes Diabetes-Risiko“, so Hackmann.

Kinder dagegen würden intuitiv alles richtig machen und beim Spielen auf dem Boden permanent ihre Sitzposition (Hocke, Schneidersitz) verändern. Durch die vielseitigen Sitzpositionen würden Gelenke, Muskeln und Faszien angesprochen und so die einseitige Belastung des Körpers vermieden.

Mit Schaum ummantelt

Genau deshalb haben die beiden Gründer den paleo chair entwickelt. Das Sitzmöbelstück ermögliche „artgerechtes, dynamisches und somit gesünderes Sitzen“ und beuge dadurch Haltungsschäden vor.

Der Hocker ist mit Verbundschaum ummantelt, hat dabei eine weichere und festere Seite und ist mit einem hochwertigen, robusten Stoff oder Kunstleder überzogen. Ein zweites Element bei der Erfindung ist das paleo pillow. Dies ist mit speziellen EPS-Perlen gefüllt, die dafür sorgen sollen, dass das Kissen die Form behält und die einzelnen Sitzpositionen unterstützt werden – fast wie am Boden, aber am Schreibtisch, meinen die Gründer.

Paleo movement nicht nur fürs Büro gedacht

Zwei unterschiedliche Größen ermöglichen den Einsatz des paleo chair nicht nur im Büro, sondern auch im Esszimmer, auf der Terrasse und Balkon oder als Loungemöbel im Wohnzimmer: „Gesundes Sitzen ist ein riesengroßes Thema. Seit unserem Produktlaunch haben wir über eine Million Euro Umsatz gemacht“, so Schneider.


Mehr dazu am Montag in der Höhle der Löwen. Weiters dabei: HÄPPYSNÄX, lynes, lovelstar und frats.

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© brutkasten

Wer Blockchain hört, denkt oft noch immer an Kryptowährungen, Kursentwicklungen und die Spekulationsexzesse der vergangenen Jahre. Dieses Bild greift jedoch zunehmend zu kurz. Nach zwei Tagen beim Proof of Talk in Paris, einem der relevantesten europäischen Treffen für Web3, digitale Assets und Finanzinnovation, ist mein Eindruck vor allem einer: Die Diskussion hat sich fundamental verändert.

Bemerkenswert war dabei weniger die Technologie selbst als die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Gründer:innen und Technologieunternehmen waren Banken, Asset Manager, institutionelle Investoren, Zahlungsdienstleister und Regulatoren präsent. Viele der Gespräche drehten sich nicht mehr um die Frage, ob Blockchain-Technologien künftig eine Rolle spielen werden, sondern darum, wo und wie sie konkret eingesetzt werden können. Die Debatte hat die Nische verlassen und ist in der Mitte des Finanzsystems angekommen.

Genau darin liegt auch die eigentliche Relevanz der Entwicklung. Im Kern geht es längst nicht mehr um Kryptowährungen. Es geht um die Infrastruktur der Finanzwelt von morgen. Diskutiert wurden Themen wie Tokenisierung, Stablecoins, digitale Identitäten, neue Kapitalmarktmodelle und die Frage, wie Finanztransaktionen künftig abgewickelt werden. Viele dieser Entwicklungen stehen noch am Anfang. Dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich hier grundlegende Bausteine einer neuen Finanzarchitektur herausbilden.

Besonders häufig fiel in Paris das Schlagwort Tokenisierung. Die dahinterstehende Idee ist, reale Vermögenswerte digital abzubilden und damit einfacher handelbar, teilbar und zugänglich zu machen. Befürworter sehen darin die Chance auf effizientere Kapitalmärkte und einen leichteren Zugang zu Investitionen. Ob sich diese Vision in vollem Umfang verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist jedoch, dass erhebliche Ressourcen und Aufmerksamkeit in diese Richtung fließen.

Für Europa stellt sich dabei eine weit größere Frage als jene nach einzelnen Technologien oder Geschäftsmodellen, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie Europa bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur oder Halbleitern eine stärkere Rolle einnehmen kann. Weniger Aufmerksamkeit erhält bislang die Frage, wer die Finanzinfrastruktur des digitalen Zeitalters gestaltet.

Dabei sind die Parallelen offensichtlich. Wer die Standards definiert, die Plattformen betreibt und die Infrastruktur kontrolliert, verfügt über einen erheblichen strategischen Vorteil. Wenn Europa digitale Souveränität ernst meint, sollte diese Debatte daher nicht bei KI oder Cloud-Lösungen enden. Sie muss auch den Finanzsektor umfassen.

Die Voraussetzungen dafür wären grundsätzlich vorhanden. Europa verfügt über starke Universitäten, technologisches Know-how, hohe Sparquoten und etablierte Finanzinstitutionen. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren ein wiederkehrendes Muster: Innovationen entstehen häufig in Europa, werden aber anderswo skaliert. Genau deshalb wird es entscheidend sein, Forschung, Unternehmertum, Kapital und Regulierung stärker zusammenzuführen und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Proof of Talk hat mir vor allem eines vor Augen geführt: Die Diskussion befindet sich an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet nicht mehr, ob Blockchain-Technologien jemals relevant werden könnten. Die Frage lautet zunehmend, welche konkreten Anwendungen sich durchsetzen und welche Regionen von dieser Entwicklung profitieren werden.

Ob Blockchain tatsächlich die Finanzwelt grundlegend verändern wird, kann heute niemand mit Sicherheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass Banken, Investoren, Unternehmen und Regulatoren diese Möglichkeit mittlerweile ernsthaft diskutieren. Allein das unterscheidet die aktuelle Situation grundlegend von jener vor einigen Jahren.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Nicht, weil jede technologische Vision Realität wird. Sondern weil in solchen Phasen oft die Grundlagen jener Infrastrukturen entstehen, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Die nächste Finanzinfrastruktur wird möglicherweise genau jetzt gebaut. Die entscheidende Frage für Europa lautet daher nicht, ob sie kommt, sondern welche Rolle wir dabei spielen werden.

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