14.04.2020

Wiener Agentur bietet „Office-Soundtrack“ für alle, die das Büro vermissen

Humor hilft, wenn einem im Home Office schon die Decke auf den Kopf fällt. Deshalb hat die Agentur Traktor einen Soundtrack mit Office-Geräuschen entwickelt.
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(c) Traktor

Nach inzwischen vier Wochen Ausgangsbeschränkung haben sich viele von uns schon an die Geräusche der neuen Arbeitsumgebung gewöhnt – je nach Familienstatus ist es entweder totenstill, die Katze maunzt oder die Kinder rennen brüllend in der Gegend herum. Für alle, die bereits unter Entzugserscheinungen leiden – aber auch als Resozialisierungsmaßnahme, bevor die Büros langsam wieder geöffnet werden könnten – hat die Wiener Kreativagentur Traktor einen Soundtrack online gestellt, der die Geräusche unseres vergangenen Alltags zusammenfasst.

Dieser Soundtrack beinhaltet das penetrant laute Tastaturklappern der Kollegen, laute Druckergeräusche, gelegentliches Räuspern in unregelmäßigen Abständen, unzusammenhängendes Gemurmel – und so manchen Sound, den wir beim ersten Durchhören nicht näher zuordnen konnten. Der Soundtrack dauert zehn Minuten, wird in Stereo ausgespielt und ist kostenlos.

„In der Krise muss jeder seien Beitrag leisten. Oder: Wenn Kreative im Lockdown unterfordert sind…“, heißt es dazu in einer kurzen Presseaussendung. Die Redaktion des brutkasten befindet: Humor hilft in solch schwierigen Zeiten – und der Soundtrack erinnert uns daran, wie sehr wir die physische Präsenz der eigenen Kolleginnen und Kollegen vermissen.

Website simuliert Büro-Geräusche

Ergänzend dazu sei erwähnt, dass es bereits die Website imisstheoffice.eu gibt, auf der Büro-Geräusche im Loop gespielt werden. Zudem hat der User hier die Möglichkeit, die Anzahl der virtuell anwesenden Kolleginnen und Kollegen einzustellen – bis zu zehn Personen kann das Team umfassen, welches entsprechende Geräusche produziert. Diese unterhalten sich flüsternd, aber doch hörbar, sie pfeifen oder heben ihr Handy nicht ab, welches auf dem Tisch liegend deutlich hörbare Vibracall-Geräusche produziert.

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Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz © Andritz Group

Allein in Österreich könnten zukünftig rund 220.000 Tonnen davon besser verwertet werden. Bisher scheitert eine echte Kreislaufwirtschaft jedoch an der Praxis: „Wirkliches Faser-zu-Faser-Recycling, also sprich aus Abfällen wirklich wieder ein Kleidungsstück zu machen, das liegt im Bereich von 1% und weniger“, zieht Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, im Gespräch ernüchternde Bilanz. Der Großteil der Altkleider wird deponiert oder verbrannt.

Vorhersage statt bloßer Materialbestimmung

Hier setzt die neue Technologie „teXscan“ an, die Andritz gemeinsam mit der französischen Tochtergesellschaft Laroche entwickelt. Während bestehende Nahinfrarot-Systeme lediglich die reine Materialzusammensetzung bestimmen können, soll die neue Lösung erstmals die konkrete Rezyklierfähigkeit zerstörungsfrei vorhersagen.

„Die Innovation dabei ist, dass man erstmals nicht nur Farbe oder Zusammensetzung messen, sondern eine Vorhersage treffen kann, wie gut etwas recycelbar ist.“, so Waupotitsch. Das System ordnet den Textilien einen Score von 0 bis 100 zu, der auf Kriterien wie der Faserlänge und dem Kurzfaseranteil basiert. Waupotitsch betont jedoch im Gespräch, dass es sich hierbei um „keinen industriellen Standard“, sondern primär um eine „Entscheidungshilfe“ für Sortier- und Recyclingbetriebe handelt.

Der teXscan © Andritz

Bislang nur weiße Baumwolle identifizierbar

Bislang beschränkt sich die Analysefähigkeit des Prototyps ausschließlich auf weiße Baumwollfasern. Die größte Herausforderung im Massenmarkt stellen jedoch Mischgewebe und gefärbte Stoffe dar, die den Großteil heutiger Fast Fashion ausmachen. Andritz plant, bis Ende des Jahres verlässliche Aussagen über farbige Baumwolle zu treffen; Mischgewebe sollen als nächstes folgen.

Aktuell existiert das System als Tischgerät. Um industriell relevant zu werden, soll die Technologie zu Handheld-Geräten oder vollautomatisierten Online-Sensoren für Förderbänder weiterentwickelt werden, erklärt der Textil-Recycling-Experte.

teXscan als strategischer „Door Opener“

„Recycling von Textilien steht im Wettbewerb mit extrem günstigen Frischfasern“, merkt Waupotitsch im Gespräch an. Man müsse das gesamte wirtschaftliche System beachten und vorsichtig sein sich in dieser Hinsicht nicht selbst zu belügen, denn „unterm Strich muss es sich auch rechnen“, so der Experte. Zudem fehlen in Europa flächendeckende, genormte Sammelsysteme, wie man sie vom Altpapier kennt.

Für den Technologiekonzern ist der Scanner ohnehin nicht das primäre Endprodukt sondern eine Möglichkeit der Zusammenarbeit. Andritz versteht sich als Maschinen- und Anlagenbauer. Das Messgerät soll vielmehr als „Door-Opener“ fungieren, um letztlich großskalierte mechanische und chemische Recyclinganlagen zu vertreiben.

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