06.08.2021

Nuki: 20 Millionen Euro Investment für Grazer Smartlock-Scaleup

Cipio Partners steigt als neuer Investor bei Nuki Smart Home Solutions ein und übernimmt den Lead. Auch einige Bestandsinvestoren ziehen mit.
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Alexander Brand von Cipio und Martin Pansy von Nuki
Alexander Brand von Cipio und Martin Pansy von Nuki | (c) Nuki Home Solutions

Erst kürzlich gab das vom sms.at-Co-Founder Martin Pansy mitgergründete Grazer Unternehmen Nuki bekannt, sein Produktportfolio deutlich auszubauen. Mit einer Türschloss-Nachrüst-Lösung zum europäischen Marktführer geworden, setzt es nun auch auf fix verbaute Smartlocks in neuen Türen. Damit eröffnet sich das Unternehmen einen sehr großen weiteren Markt. Entsprechend überrascht es nicht, dass es nun weiteres Kapital aufnahm, um diesen schnell erschließen zu können.

Schon 2018 hatte das 2014 gegründete Scaleup eine (nicht näher bezifferte) achtstellige Kapitalrunde abgeschlossen. Nun holte es sich weitere 20 Millionen Euro. Den Lead übernimmt dabei Neuinvestor Cipio Partners. Auch die bestehenden Investoren Up to Eleven, Fortuna und Venta beteiligen sich. Der US-Konzern Allegion PLC, der in der Finanzierungsrunde 2018 eingestiegen war, scheide als Shareholder aus, bleibe jedoch strategischer Partner, heißt es von Nuki.

Nuki: 100 Personen-Team soll mehr als verdoppelt werden

„Das vorhandene Potenzial am Markt ist enorm – die Digitalisierung von Schlüsseln und Schlössern steht gerade erst am Anfang. Durch konsequente Weiterentwicklung unserer Produkte und Vertriebswege werden wir künftig weitere spannende Segmente für uns erschließen“, kommentiert Martin Pansy. In den kommenden Jahren wolle man das derzeit knapp 100 Personen umfassende Team mehr als verdoppeln. Alleine am Unternehmenssitz in Graz sollen mehr als Millionen Euro in die Entwicklung von neuen Produkten und Technologien investiert werden, heißt es in einer Aussendung.

Alexander Brand, Managing Partner von Cipio Partners kommentiert: „Der Smart Home Markt zeichnet sich aktuell durch viele spannende Investments aus. Wir glauben, dass Nuki mit seinem führenden Produktangebot, dem klaren Mehrwert für die Nutzer, seiner Multi-Kanal Vertriebsstrategie und den bereits heute substantiellen Umsätzen – eines der überzeugendsten Investments in diesem Bereich ist“.

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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke (Archivbild) | (c) BKA/Paul Gruber

Mit dem „Agenturen Leitbild 2030“ möchten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Innovationsminister Peter Hanke die Förderagenturen nun stärker an der Industriestrategie 2035 ausrichten. Betroffen sind zum einen die Agenturen des Bundes, aws und FFG, und zum anderen die Austrian Business Agency sowie die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, beide im Zuständigkeitsbereich des Wirtschaftsministeriums. Das neue Leitbild soll in neun Schritten umgesetzt werden.

„Mit dem Agenturen Leitbild 2030 werden unsere Förderprogramme treffsicherer, wir steigern den Service und beseitigen Förderbürokratie. Damit fördern wir Zukunft, Arbeitsplätze und Wohlstand – einfacher, schneller und wirksamer“, sagt Hattmannsdorfer. Hanke ergänzt: „Eine moderne Förderlandschaft muss sich an den Bedürfnissen von Unternehmen und Forschung orientieren – mit einfachen Zugängen, klaren Zuständigkeiten und abgestimmten Angeboten.“

Vereinfachte Förderbeantragung

Ein zentraler Umsetzungsschritt des „Agenturen Leitbild 2030“ ist die Vereinfachung der Förderbeantragung. So wird es in Zukunft einen gemeinsamen Zugang geben, wodurch der Erstkontakt für Unternehmen erleichtert werden soll. Zudem setzt das Wirtschaftsministerium auf einen „Once Only“-Ansatz, wodurch gewisse Daten nur einmal angegeben werden müssen. Dadurch sollen die Förderbürokratie abgebaut und der Antragsprozess vereinfacht werden.

Fokus auf Schlüsseltechnologien und „Made in Europe“

Weiters sollen sich Förderungen auf die in der Industriestrategie vorgestellten Schlüsseltechnologien konzentrieren. Das sind u.a. Künstliche Intelligenz und Dateninnovation oder Chips, elektronische Komponenten und Systeme. Hattmannsdorfer betonte zudem einen klaren Fokus auf „Made in Europe“. „Das heißt, Unternehmen, die bei uns andocken im Bereich der Forschungsförderungen, im Bereich auch der angewandten Förderungen, müssen verpflichtet werden zu einem ‚Made in Europe‘-Ansatz'“, erklärt der Wirtschaftsminister.

Durch das „Agenturen Leitbild 2030“ werde auch die Marktüberleitung zwischen den vier Agenturen besser. „Es sollen nicht die Firmen durch den Förderdschungel durchnavigieren müssen nach dem Motto: ‚Welches Programm ist jetzt für mich passend?'“, sagt Hattmannsdorfer.

Große Unternehmen als Anker für Startups

Laut Hanke werden auch Startups im Zuge der neuen Strategie berücksichtigt. „Für mich ist auch wichtig, dass diese großen Unternehmen wie eine Asfinag, wie eine ÖBB, als Anker dienen für all die Startups, die im Innovationsbereich im Kleinen großartig sind“ erklärt der Innovationsminister. Scaleups sollen in Österreich bleiben und hierzulande größere Aufträge abarbeiten können.

„Input-Output-Relation“ verbessern

Das Ziel der Neuausrichtung der Förderagenturen ist es laut dem Wirtschaftsminister, die „Input-Output-Relation“ in Österreichs Forschung und Entwicklung zu verbessern. Man zähle laut Hattmannsdorfer zu Europas Top-Nationen in puncto Forschungsausgaben, sei aber im Rückstand, die Forschungsergebnisse in die Wirtschaft zu bekommen. Österreich solle sich zu einem Hochtechnologie-Standort entwickeln, Ideen dürften dabei „nicht im Labor bleiben oder nicht in Drittstaaten abwandern, sondern sollen möglichst rasch in die wirtschaftliche Umsetzung kommen“.

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