09.11.2023

Nobilegroup: Nach Investment schafft Energy-Startup neues Management-Team

Das Wiener Startup Nobilegroup rund um die Gründer und CEOs Lorena Skiljan und Peter Gönitzer hat sich auf die Entwicklung erneuerbarer Energielösungen spezialisiert. Ab sofort werden sie von einem neuen Management-Team verstärkt.
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(c) Nobile Group

Bereits seit 2021 unterstützt die Nobilegroup Gemeinden, Unternehmen, Landwirte und private Haushalte bei der Entwicklung von Energiegemeinschaften. Anfang August gab das Startup den Abschluss einer Finanzierungsrunde in Millionenhöhe bekannt. Als Investor beteiligte sich damals Pallas Capital rund um Florian Koschat (brutkasten berichtete).

Neues Management-Team wird erweitert um Hirschbichler-Khosravi

Rund drei Monate nach der abgeschlossenen Investmentrunde folgen nun die nächsten News rund um das Wiener Startup. Wie Lorena Skiljan gegenüber brutkasten erläutert, wurde unter den beiden CEO-Positionen, die sie gemeinsam mit Peter Gönitzer ausführt, ein neues Management-Team geschaffen. Das Team besteht aus Michaela Kaineder und Florentin Schlegel und wurde erst unlängst um Florian Hirschbichler-Khosravi erweitert.

Hirschbichler-Khosravi gilt als Branchenexperte in der Energiewirtschaft. Unter anderem war er als Head of Business Development bei Fsight – Energy Flows tätig. Dabei handelt es sich um ein Unternehmen mit Sitz in Israel, das AI-Softwarelösungen für den Energiemarkt entwickelt und 2015 von der Blue Mind Group rund um Eveline Steinberger gegründet wurde. Zuletzt war Hirschbichler-Khosravi Manager bei The Advisory House AG, einem Beratungsunternehmen, das sich auf die europäische Energiewirtschaft spezialisiert hat.

Hirschbichler-Khosravi übernimmt bei der Nobilegroup künftig die gesamte digitale Produktentwicklung und verfolgt mit seinem Team intensiv die Weiterentwicklung der nobile:connected Services. „Seine Erfahrungen aus allen Wertschöpfungsstufen etablierter Energieversorger sowie Energiestartups in Europa, Israel und den USA geben der Nobilegroup einen zusätzlichen Push für die Entwicklung von digitalen Energieservices“, heißt es dazu in einer Aussendung der Nobilegroup.

Michaela Kaineder und Florentin Schlegel

Michaela Kaineder ist hingegen bereits seit zwei Jahren bei der Nobilegroup tätig und hat in ihrer bisherigen Rolle bereits über 50 Energiegemeinschaften entwickelt und betreut. In ihrer Management-Rolle leitet Kaineder künftig das Team rund um die Energiegemeinschaften und ist für den bestehenden Markt sowie geplante Marktentwicklung und Internationalisierung zuständig.

Florentin Schlegel, seit Anfang 2023 bei der Nobilegroup, hat bereits eine tragende Rolle in der Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern und Dienstleistungen gespielt. Künftig entwickelt Schlegel mit seinem Team erneuerbare Projekte der Nobilegroup in Österreich, Deutschland und Kroatien und ist insbesondere für die Finanzierung und den Betrieb von erneuerbaren Erzeugungsanlagen zuständig. In diesem Zusammenhang steuern Schlegel und sein Team auch die Tätigkeiten der Super Power Generation, der Finanzierungstochter der Nobilegroup.



Videotipp: Die Hintergrüne zum Millionen-Investment für die Nobilegroup

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Das fonio.ai Team © fonio.ai

fonio.ai, die Wiener Plattform für KI-gestützte Kundenkommunikation, hat nach eigenen Angaben binnen zwölf Monaten die Marke von 10 Millionen Dollar an jährlich wiederkehrendem Umsatz (ARR) überschritten. Damit zählt das 2024 von Daniel Keinrath und Matthias Gruber gegründete Unternehmen laut eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden KI-Startups Europas. Der Meilenstein folgt auf eine Seed-Runde über 17 Millionen Dollar, die fonio.ai im Juni 2026 unter Führung von 20VC bei einer Bewertung von 140 Millionen Dollar abschloss.

Eine „Fully Loaded CAC Payback Time“ als Geheimrezept

CEO und Mitgründer Daniel Keinrath begründet das Tempo im Gespräch mit brutkasten unter anderem mit einer internen Grundregel: „Wir machen extrem viel Zeugs manuell und repetitiv, bis wir merken, das können wir automatisieren und dann automatisieren wir es richtig“, so Keinrath. Neue Produkte würden zudem gemeinsam mit Kund:innen entwickelt, statt sie fertig zu bauen und erst danach zu verkaufen.

Ausschlaggebend für die aktuelle Investitionsstrategie sei eine Kennzahl: Die „Fully Loaded CAC (Customer Acquisition Cost) Payback Time“. Also die Zeit, bis sich die Kosten für die Kund:innen-Akquise amortisieren, wobei neben den reinen Werbekosten auch Activation-Kosten, Churn und Marge eingerechnet werden, liege laut dem Gründer bei fonio.ai konstant unter zwölf Monaten. Solange das der Fall sei, wolle man das frische Kapital so schnell wie möglich in Produkt, Marketing und Sales stecken: „Ich versuche tatsächlich im Moment so viel Geld auszugeben wie möglich, weil alles andere wäre im Moment irrational“, so Keinrath.

Neue Standorte in Europa und den USA

Nach zehn Märkten, in denen fonio.ai bereits aktiv ist, sollen im September physische Büros in Barcelona und Warschau folgen. Noch heuer sollen laut Keinrath London und München dazukommen, abhängig von der Entwicklung des US-Geschäfts womöglich auch ein Standort an der US-Ostküste, etwa in New York.

„Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“

Auf die Frage, ob das Wachstum so weitergehen könne, entgegnet Keinrath, man hätte die Risiken auf alle Fälle am Schirm. Intern rät Keinrath zu Vorsicht: „Irgendwann wird es uns fett auf die Schnauze hauen“, sagt er lachend. Man wolle daher innerhalb des Wachstums Risiken minimieren und keine Firma mit unkontrolliertem Kund:innen-Verlust aufbauen. Langfristig rechnet Keinrath mit einer Marktkonsolidierung, vergleichbar mit der Entwicklung im Telekommarkt Anfang der 2000er-Jahre. Man müsse schnell genug wachsen, um kleinere Konkurrenten zu übernehmen, bevor man am Ende womöglich selbst zum Übernahmeziel werde, meint er.

Kein Kompromiss beim Hiring

fonio.ai wuchs von der ersten Einstellung im Juni 2025 auf mittlerweile 81 Mitarbeiter:innen, aktuell sind laut Unternehmen 52 weitere Positionen offen. Bei knapp 10.000 Bewerbungen pro Monat liege die Annahmequote bei etwa 0,2 Prozent, so Keinrath: „Es tut so weh innerlich“, trotzdem Absagen zu erteilen, die Unternehmenskultur habe aber Priorität.

Zusätzlich sucht fonio.ai laut Keinrath aktuell intensiv nach einer Head of Growth-Person mit entsprechender Skalierungserfahrung, dotiert mit bis zu 250.000 Jahresgehalt plus „Significant Equity“, betont Keinrath. Man nehme hier viel Geld in die Hand, weil es sich um ein sehr spezielles Profil handle, nach dem man suche. „Dafür kommen nur eine Handvoll Personen in Europa in Frage“, meint der Gründer. Das nächste Ziel sei ein ARR von 100 Millionen Dollar innerhalb von 18 bis 24 Monaten.

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