01.08.2023

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

Das Wiener Startup Nobilegroup rund um Lorena Skiljan und Peter Gönitzer hat sich auf die Entwicklung erneuerbarer Energielösungen spezialisiert. Als Investor beteiligt sich Pallas Capital rund um Florian Koschat. Zudem wurde ein Gemeinschaftsunternehmen namens "Super Power Generation" gegründet.
/artikel/nobilegroup-millionen-investment
Energiegemeinschaften, erneuerbare Energiegemeinschaften, Energie, NobileGroup, elene, Skiljan, Gönitzer,
(c) Nobilegroup

Bereits seit 2021 unterstützt die Nobilegroup Gemeinden, Unternehmen, Landwirte und private Haushalte bei der Entwicklung von Energiegemeinschaften (brutkasten berichtete). Im Zentrum steht dabei die Energieplattform Nobile:Connected, die Nutzer:innen von Energiegemeinschaften zahlreiche Features bietet. Über sie wird die Möglichkeit geboten, unterschiedlichste Aspekte in Bezug auf die Produktion und den Verbrauch von Energie zu verwalten. Dazu zählt beispielsweise die Abrechnung von Energiegemeinschaften oder die Visualisierung des Energieflusses.

Pallas Capital als neuer Investor

Wie das Unternehmen rund um Lorena Skiljan und Peter Gönitzer nun bekannt gab, schloss die Nobilegroup nun ihre erste Finanzierungsrunde ab. Als strategischer Investor beteiligte sich Pallas Capital rund um den Wiener Investor Florian Koschat. Wie Skiljan und Gönitzer im brutkasten-Talk erläutern, handelt es sich um einen siebenstelligen Betrag, der in Form eines Cash-Investment erfolgte.

Im Talk sprechen Lorena Skiljan und Peter Gönitzer unter anderem über die aktuellen Herausforderungen der Energiewende.

„Für uns war klar, dass wir einen strategischen Investor benötigen. Pallas Capital ist ein Unternehmen, das über sehr viel Erfahrung mit Immobilien-Transaktionen und Mittelstandsfinanzierungen verfügt“, so Skiljan über die Wahl des Investors. Zudem würden laut der Gründerin insbesondere Wohnbauträger und die Immobilienwirtschaft zu einer Zielgruppe der Nobilegroup zählen. „Wir wollen uns auch internationalisieren Richtung Deutschland. Hier sehen wir auf strategischer Ebene Pallas Capital als richtigen Investor“, so Skiljan.

Nobilegroup und Pallas Capital gründen neues Unternehmen

Weiters haben Nobilergroup und Pallas Capital mit der „Super Power Generation“ ein gemeinsames Unternehmen gegründet. Dabei handelt es sich laut Gönitzer um eine sogenannte „Asset-Company“, die in Zukunft in erneuerbare Energieprojekte investieren soll, die von Nobilegroup entwickeltet werden. „Gemeinsam mit unseren Partner Pallas Capital können wir hier nun auch eine Finanzierungslösung bieten. Hier hat Pallas Capital viel Erfahrung und Zugänge zu Finanzierungsressourcen, die wir nutzen können“, so der Nobilegroup-Gründer. Zudem soll das Unternehmen künftig die finanziellen Eintrittshürden für erneuerbare Energieprojekte senken, die aufgrund der hohen Inflation derzeit bestehen.

Als Beispiele für erneuerbare Energieprojekte nennt Gönitzer nicht nur PV-Anlagen, sondern auch Speichersysteme, Kleinwasserkraftwerke, Windkraftwerke oder dezentrale Wärmenetze. „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten zwölf bis fünfzehn Monaten etliche Millionen Euro investieren werden“, so Gönitzer. Die Eigentümerstruktur des neuen Unternehmens ist zu 50 Prozent auf die Nobilegroup und zu 50 Prozent auf Pallas Capital aufgeteilt. Die operative Führung der Super Power Generation sollen hingegen Gönitzer und Skiljan innehaben.

Nobilegroup betreut 40 Energiegemeinschaften

Derzeit betreut die Nobilegroup laut Skiljan österreichweit über 40 Energiegemeinschaften in verschiedenen Entwicklungsphasen – angefangen von der Konzeptionierung bis zur Gründung. Erst unlängst wurde beispielsweise in der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See eine neue Energiegemeinschaft errichtet. „Hier organisieren sich die Gemeinde sowie lokale Unternehmen, um die Energieversorgung vor Ort mit erneuerbaren Energien zu etablieren“, so Skiljan. Als Teil eines gesamtheitlichen Energiekonzepts, werden dabei Stromtankstellen, PV-Anlagen auf gewerblichen und öffentlichen Einrichtungen sowie bestehende Kleinwasserkraftwerke vernetzt. Derzeit zählt die Energiegemeinschaft über 140 Zählpunkte, die bereits zusammengeschlossen wurden. „In einem nächsten Schritt wollen wir auch verstärkt die Bürger:innen einbinden und so das Gailtal nachhaltig machen“, so Skiljan.

Die nächsten Wachstumsschritte

Derzeit verfügt das Unternehmen über 15 Mitarbeiter:innen. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln soll nun das Team erweitert werden. Hierfür ist das Unternehmen unter anderem auf der Suche nach Software-Developer:innen und IT-Fachkräften. Auch neue Funktionen auf der Plattform sollen demnächst geboten werden.

Zudem sollen die aggregierten Kilowattstunden künftig auch verstärkt an die Großhandelsmärkte angebunden werden. „Wir suchen auch verstärkt erneuerbare Erzeugungskapazitäten. Einen Teil davon wollen wir mit der Super Power Generation selbst entwickeln. Es sind aber auch andere Betreiber herzlich eingeladen sich mit ihren Erzeugungskapazitäten an unserer Plattform zu beteiligen“, so Gönitzer abschließend.


Videotipp der Redaktion zu Pallas-Capital-Chef Florian Koschat: Diese Chancen bieten Buy-outs für den Mittelstand

Anteile am eigenen Unternehmen zu veräußern, war für viele Mittelständler lange ein Tabuthema. Doch heute gelten Private-Equity-Investoren auch unter Familienunternehmer:innen als probates Mittel, um die Nachfolge zu regeln. Florian Koschat, Gründer von Pallas Capital, hat uns mehr darüber einem Interview im Mai 2022 über das Potenzial von Management-Buy-Outs für KMU erzählt.

Deine ungelesenen Artikel:
11.06.2026

Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus

Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
/artikel/gegen-ineffizienz-im-glasfaserausbau-die-zero-touch-loesung-des-ooe-startups-fluctus
11.06.2026

Gegen Ineffizienz im Glasfaserausbau: Die „Zero-Touch“-Lösung des OÖ-Startups fluctus

Der weltweite Glasfaserausbau floriert – doch auf lokaler Ebene bleiben oft Lücken und ineffiziente Systeme bestehen. Das österreichische Startup fluctus von Anna Kurpierz und Christian Sattlecker hat eine „Zero-Touch"-Lösung entwickelt, die offene Netze zentralisiert managen und den Markt für neue Anbieter öffnen soll.
/artikel/gegen-ineffizienz-im-glasfaserausbau-die-zero-touch-loesung-des-ooe-startups-fluctus
fluctus, aws
© fluctus - Anna Kurpierz und Christian Sattlecker von fluctus.

Der Bedarf an Bandbreite und enormen Datenvolumina steigt rasant. Doch während der globale Ausbau der physischen Infrastruktur voranschreitet, hinkt die digitale Verwaltung oft hinterher. Gerade kleine Regionen und lokale Netzerrichter stünden vor großen Herausforderungen. Zudem arbeiten mittelständische und große Unternehmen häufig mit starren, unzureichenden Systemen, denen es an Flexibilität fehlt, so die Erfahrung des fluctus-Gründerduos Anna Kurpierz und Christian Sattlecker.

fluctus mit End-to-End

„Wir haben bei unseren Projekten festgestellt, dass der österreichische Ausbau oft große Lücken hinterlässt – kleinen Regionen und Netzbetreibern fehlt der Zugang zu zukunftsträchtigen Technologien“, sagt Kurpierz. Um diese Lücken zu schließen, hat das oberösterreichische Startup ein von Grund auf neues Management-System für „Open-Access-Netze“ entwickelt.

Dabei setzt fluctus auf ein „New-Generation Open-Access-Tool“, das den Datenaustausch zentralisiert abwickelt. Das System funktioniert als reine „Zero-Touch“-Anwendung.

„Wir sind derzeit die Einzigen, die am europäischen Open-Access-Markt eine komplett zentralisiert managebare End-to-End-Lösung (E2E) anbieten“, erklärt die Gründerin weiter. „Da sämtliche Marktbegleiter von den Kunden eine Implementierung der Logiken in deren Netz voraussetzen.“

Der entscheidende Vorteil für Kunden sei hierbei, dass im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten Netzbetreiber keine komplexen Logiken mehr selbst in ihr eigenes Netz implementieren müssten.

Wettbewerb steigern

„Ziel unseres Systems ist der Zugang zu einem offenen Netz für alle Breitbandteilnehmer“, so die Founderin weiter. „Einerseits wird damit der Wettbewerb unter den ‚Internet Service Providern‘ gesteigert und verbraucherseitig entsteht zudem ein Nutzen aus qualitativ hochwertigen Produkten, ein großer Pool aus Anbietern und Produkten sowie niedrigere Preise. Durch die Entstehung eines Polypols auf der Angebotsseite und den daraus entstehenden größeren Markt ergeben sich intensivere Preis- und Qualitätswettbewerbe.“

Zudem würden offene Netze einen fairen Zugang für alle Anbieter ermöglichen und an jedem Anschluss einheitliche Prozesse sowie technische Mindeststandards garantieren.

„Unser Produkt ist im Wesentlichen ein System für den Glasfaserausbau und -betrieb, welches als zero-touch Anwendung realisiert wird. Durch das ‚New-Generation Open Access Tool‘, welches den Datenaustausch zentralisiert abwickelt, kann eine vergleichbare Angebotslandschaft wie im Mobilfunk geschaffen werden – neben bestehenden Internet-Providern werden auch neue Anbieter im selben Netz entstehen“, erklärt Kurpierz. „Dies führt zu größerer Angebotsvielfalt, wettbewerbsfähigen Preisen und einer höheren Anschlussquote. Es entstehen somit auch neue Möglichkeiten für Discounter, Energy-Drink-Giganten bis hin zur kleinen IT-Firma, im Netz anzubieten.“

Zielgruppen von fluctus

Die Kernzielgruppe von fluctus umfasst Netzbesitzer (wie regionale Infrastrukturbetreiber) sowie große Technologieunternehmen. Ein typischer Use-Case ist der Zusammenschluss bislang getrennt strukturierter Regionen. Durch die Zentralisierung von Netz- und Betriebsprozessen sollen bestehende Infrastrukturen effizienter genutzt und neue Internet-Service-Provider nahtlos integriert werden.

Monetarisiert wird die Technologie über Dienstleistungs- und Wartungsverträge. Nach dem Prinzip „Grow with your business“ bietet fluctus drei flexible Modelle an, die ein E2E-Deployment und den laufenden Betrieb über das hauseigene OSS/BSS-Management-System umfassen. Die Preisgestaltung ist nach Unternehmensgröße gestaffelt. Zusätzlich wird pro Projekt beziehungsweise pro „Point of Presence“ (POP) eine Projektpauschale verrechnet, die sich nach der Größe des Projekts richtet.

Hürden überwunden

Die Entwicklung einer derart tiefgreifenden Technologie ist kapital- und ressourcenintensiv. Das Gründerteam stand beim Aufbau vor massiven Hürden, wie Kurpierz erklärt: „Die Entwicklung und Herstellung unseres Produktes hat hohe Investitionen, sogenannte CAPEX, erzeugt und unzählige Tests erfordert. Erschwerend kommt hinzu, dass es am Markt wenig ausgebildetes Personal in diesem Bereich gibt – die interne Weiterbildung in dieser Nische ist enorm zeitintensiv und führt daher zu höheren Kosten.“

© fluctus – Das fluctus-Team.

Einen entscheidenden Durchbruch hierbei brachte aws Seedfinancing – Deep Tech. Die Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) trug maßgeblich zur Marktreife der Technologie bei, wie die Gründerin erklärt. Zudem konnte das Startup das aws-Netzwerk nutzen, um strategisch wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Mit einer fertigen Technologie im Rücken sind die nächsten Meilensteine klar definiert. In den kommenden Jahren möchte sich fluctus als etablierte Größe im DACH-Raum positionieren. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Erschließung weiterer internationaler Märkte voran.


Disclaimer: Der Artikel wurde in Kooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) umgesetzt

Toll dass du so interessiert bist!
Hinterlasse uns bitte ein Feedback über den Button am linken Bildschirmrand.
Und klicke hier um die ganze Welt von der brutkasten zu entdecken.

brutkasten Newsletter

Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.

Montag, Mittwoch und Freitag

AI Summaries

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Was könnte das Bigger Picture von den Inhalten dieses Artikels sein?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Personen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord

AI Kontextualisierung

Wer sind die relevantesten Organisationen in diesem Artikel?

Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …

Nobilegroup holt sich Millionen-Investment & Pallas Capital als Investor an Bord