06.11.2024
EXPANSION

Nachhaltig: Rieder Katzen-Startup sichert sich deutschen B2B-Kunden

Das oberösterreichische Startup DoPetMe stellt nachhaltig Katzenhäuser aus recyceltem Karton her. Mit dem Tiernahrungsproduzent Pro Pet Koller GmbH konnte DoPetMe nun einen renommierten Kunden an Land ziehen.
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Die Gründer:innen von DoPetMe
Das DoPetMe-Team expandiert nach Deutschland (c) DoPetMe

Das Rieder Startup DoPetMe produziert und verkauft Katzenhäuser aus recyclefähigem 5-Lagen-Karton. Mit dem Tiernahrungsproduzent Pro Pet Koller und dessen Futtermarke “Tundra” konnte sich DoPetMe nun den ersten Großauftrag und die damit einhergehende Zusammenarbeit eines deutschen Kunden sichern.

Dabei verwendet Pro Pet Koller die Kartons von DoPetMe als Mehrwert-Versandschachtel für ihre Tundra-Produkte. Die Versandschachtel soll am Ende vom Privatkunden als Katzenhaus wiederverwertet werden.

Kundenbindung als Ziel

„Wir sind unglaublich stolz auf das Vertrauen der Pro Pet Koller GmbH und hoffen, nach diesem Testlauf, bald alle Marken des Unternehmens mit unseren Produkten ausstatten zu dürfen“, erklärt David Bader-Egger, Mitgründer und Ideengeber von DoPetMe. Die Schachteln sind laut Bader-Egger so konzipiert, dass das Katzenhaus mit jeder neuen Bestellung mitwächst.

DoPetMe will mit seinen Versandschachteln einen Mehrwert für Unternehmen schaffen. “Ein Teil der Schachtel bleibt als Spiel- und Rückzugsort für die Katze im Haushalt, was nicht nur für Kundenzufriedenheit sorgt, sondern auch langfristig Markenbindung schafft”, so Bader-Egger.

Damit verfolgt Bader-Egger, zusammen mit Mitgründerin Teresa Stockinger, einen neuen Ansatz der Kundenloyalität. Ein Teil ihrere Einnahmen spendet das Startup ebenfalls an Tiervereine – brutkasten berichtete.

Weitere B2B-Kunden geplant

Für das Unternehmen ist Pro Pet Koller nicht die erste Expansion nach Deutschland. Im vierten Quartal 2023 konnte das Startup bereits mit Fressnapf kooperieren. Anfang dieses Jahres erzielte DoPetMe die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Händler mdpetfood. Dass Pro Pet Koller die Schachteln von DoPetMe für den Verand verwendet ist ein neuer Ansatz.

Für das kommende Jahr möchte DoPetMe deshalb mindestens fünf B2B-Bestandkunden erzielen. Ebenfalls sind weitere Produkte zur Erweiterung angedacht.

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Die Gründer von versa: Jakob Logar, Maximilian Brehm und Elija Dentler (v. l.) | (c) webformance.agency

Ein schwieriges Kundengespräch, eine heikle Preisverhandlung oder eine verärgerte Kundin: Solche Situationen gehören in vielen Berufen zum Alltag. Doch wie bereitet man Mitarbeitende darauf vor? Klassische Kommunikationstrainings sind oft zeitaufwendig und bieten nur begrenzte Möglichkeiten, das Gelernte praktisch anzuwenden.

Genau hier setzt das Grazer Startup versa an. Das im Jänner 2026 gegründete Unternehmen hat eine KI-basierte Plattform entwickelt, mit der Mitarbeitende realistische Gesprächssituationen simulieren und anschließend individuelles Feedback erhalten können.

Gegründet wurde das Unternehmen von Jakob Logar, Elija Dentler und Maximilian Brehm. Die Idee entstand aus den beruflichen Erfahrungen der Gründer. Co-CEO Logar war rund 20 Jahre im Vertrieb tätig und absolvierte selbst zahlreiche Kommunikationstrainings. Diese seien zwar hilfreich gewesen, hätten aber meist nur wenig Raum für praktische Übungen geboten. „Da haben wir jetzt einfach gesehen, das was KI da möglich macht, ist eben diesen Flaschenhals der Rollenspiele aufzuheben“, erklärt Logar. Mitarbeitende könnten dadurch unabhängig von Trainer:innen oder Vorgesetzten Gespräche üben.

Von einem Forschungsprojekt zur KI-Plattform

Den Anstoß lieferte ein Forschungsprojekt am Grazer Know-Center. Dort wurde auf Anfrage der Medizinischen Universität Innsbruck untersucht, ob sich Arzt-Patienten-Gespräche mit KI simulieren lassen. Ein erster ChatGPT-Prototyp zeigte Potenzial, aber auch technische Grenzen.

Heute kombiniert versa verschiedene KI-Modelle für die Szenarioerstellung, Sprachinteraktion und Auswertung. Unternehmen können eigene Unterlagen und Kundenprofile einbinden, um möglichst praxisnahe Trainingssituationen zu schaffen.

Doch warum braucht es dafür eine eigene Plattform statt ChatGPT? „Die Magie liegt eigentlich in der KI-Architektur und in der Agent-Orchestrierung“, sagt Logar. Anders als bei der Nutzung eines einzelnen Sprachmodells sollen die KI-Personas konsistent bleiben und die Auswertungen vergleichbar sein.

Eigene KI-Basismodelle entwickelt das Startup nicht. Stattdessen setzt es auf eine flexibel aufgebaute Architektur. „Wir verwenden immer das beste Modell“, so Logar. Neue Technologien könnten dadurch einzelne Komponenten ersetzen, ohne die gesamte Plattform verändern zu müssen.

Eingesetzt wird versa derzeit vor allem beim Onboarding neuer Mitarbeitender. Diese können vom ersten Kundentelefonat bis zur Preisverhandlung unterschiedliche Gesprächssituationen trainieren.

Das KI-Trainingsgespräch selbst erfolgt dann im Look eines Video-Calls. (c) versa Training GmbH

14 zahlende Kunden und bereits profitabel

Nur wenige Monate nach der Gründung zählt versa laut Logar rund 14 zahlende Unternehmenskunden. Darunter befinden sich eine große Bank und einer der größten deutschen Versicherer. Als Zielgruppe sieht versa nicht ausschließlich Großkonzerne. Interessant sei die Plattform grundsätzlich für Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitenden in kundenorientierten Rollen, etwa im Vertrieb oder Kundenservice.

Der Weg vom ersten Interesse zum Vertragsabschluss sei allerdings nicht immer kurz. Besonders bei größeren Unternehmen würden rechtliche Prüfungen rund um den Einsatz von KI den Verkaufsprozess verlängern.

Finanziert wurde das Startup bislang ausschließlich aus Eigenmitteln. Das Stammkapital von 10.000 Euro brachten die drei Gründer selbst auf. Auf die Frage, wann das Unternehmen profitabel werden wolle, antwortet Logar: „Wir sind schon profitabel.“

Förderabsage als Wendepunkt

Ursprünglich hatte das Gründerteam auf eine aws-Seedförderung gehofft. Nach einem Pitch im Frühjahr 2026 folgte jedoch die Absage. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gründer ihre bisherigen Jobs bereits gekündigt. Trotz des Rückschlags beschlossen sie weiterzumachen. „Wir haben dann aber den Entschluss gefasst, weiterzumachen, weil die Idee so gut ist“, erzählt Logar. Die Absage habe das Team letztlich stärker auf den Markt fokussiert.

Aktuell ist versa in der Science Park Graz Academy und arbeitet im Grazer Unicorn. Zunächst will das Startup aus eigener Kraft weiterwachsen und einen mittleren sechsstelligen Umsatzbetrag erreichen. Für die spätere Skalierung werden Partner gesucht.

Dabei denkt das Team von Beginn an international. „Wir haben ja keine sprachlichen Restriktionen“, erklärt Logar. Erste Kunden aus Deutschland hat versa bereits gewonnen. Langfristig will das Unternehmen vor allem dort wachsen, wo der Bedarf an skalierbaren Kommunikationstrainings besonders groß ist.

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