17.04.2019

mything: Grazer 3D-Druck-Startup nach CEO-Abgang „on hold“

CEO Florian Mott verlässt das Grazer Startup mything, das mit einem "dreiseitigen Marktplatz" 3D-Druck-Services für die breite Masse zugänglich machen will. Die Investoren setzen das Projekt nach mehr als zwei Millionen Euro Investment vorerst "on hold", wollen es aber mittelfristig weiterführen.
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mything
(c) mything / Wolfgang Wolak: Gründer und CEO Florian Mott

„Wir werden in naher Zukunft der internationale Marktplatz für lokalen 3D-Druck sein“ – das sagte Florian Mott vor etwa einem Jahr selbstsicher im Gespräch mit dem brutkasten. Als Co-Founder und CEO des Grazer Startups mything hatte der ehemalige Marketing-Chef von bwin große Pläne. Über den „dreiseitigen Marktplatz“ sollten Produktdesigner, lokale 3D-Druck-Shops und Kunden unkompliziert zueinander finden. Basis dafür waren Annahmen aufgrund internationaler Studien. Demnach sollte der Weltmarkt für 3D-Druck bis 2020 auf ein Volumen von 21 Milliarden US-Dollar anwachsen. 2050 sollte Schätzungen zufolge die Hälfte aller Konsumgüter in lokalem 3D-Druck hergestellt werden.

+++ 3D-Druck: Die neue Zukunft der lokalen Produktion? +++

Abgang von Florian Mott: „schmerzt alle Beteiligten“

Mehr als zwei Millionen Euro Kapital hatte mything dazu aufgestellt. Doch wie nun bekanntgegeben wurde, wird das Startup von den Investoren (Frank Kappe und Gerhard Pail – KaPa Ventures) vorerst „on hold“ gestellt. Grund dafür ist der Abgang des bisherigen CEO Florian Mott. „Er war für uns der zentrale Dreh- und Angelpunkt bei diesem Projekt. Mit seinem Abgang bricht hier zu viel Know How und Netzwerk weg. Unsere langjährige Erfahrung hat uns gelehrt, dass manchmal harte aber richtige Entscheidung getroffen werden müssen. Auch wenn es natürlich alle Beteiligten angesichts der schon geschaffenen Werte und des enormen Zukunftspotentials schmerzt“, kommentiert Pail in einer Aussendung.

Neuer Job für Ex-mything CEO

Im Gespräch mit dem brutkasten spricht Florian Mott von persönlichen Gründen, die ihn zum Abgang bewogen hätten. Demnach habe er bereits einen „sehr spannenden“ neuen Job, den er momentan aber noch nicht kommunizieren könne. Er verrät jedoch soviel: „Ich kehre zurück zu meinen Wurzeln. Wer meinen Lebenslauf kennt, weiß, wo die sind“ (⇒ Mott auf LinkedIn). An das Konzept von mything würden er und die Investoren jedoch nach wie vor glauben. „Ich sehe mich in der neuen Position aber besser aufgehoben“, sagt Mott.

„Sehr faire Lösungen“ für Mitarbeiter

Wenn es nach Kappe und Pail geht, soll damit noch nicht das Ende von mything gekommen sein. Momentan evaluiere man das weitere Vorgehen. „Zu gegebener Zeit werden die nächsten Schritte bekannt gegeben. Derzeit gibt es Gespräche in unterschiedliche Richtungen, deren Ausgang es abzuwarten gilt. Verwertbare Assets sind jedenfalls vorhanden, genauso wie Interessenten dafür“, heißt es in der Aussendung. „Ich bereite jetzt alles so vor, wie es sich die Investoren und Co-Founder wünschen“, ergänzt Mott.

Das Unternehmen bleibe demnach bestehen. Die Mitarbeiter mussten es jedoch verlassen. „Es wird dabei aber keine verbrannte Erde hinterlassen“, versichert Mott. „Wir führen das geordnet und professionell durch und haben für alle Mitarbeiter sehr faire Lösungen gefunden“.

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VBR
© VBR WRC - Philipp Lietz und Thomas Steinber von VBR

Das Gefühl des echten Rennfahrens hat das Gründungs-Trio Philipp Lietz, Thomas Steinber und Paul Aigner gemeinsam mit dem sechsfachen Le-Mans-Sieger Richard Lietz dazu motiviert, mit VBR Innovations ein Racing-Startup zu gründen, das reale Rennsport-Events mit teleoperierter Fahrzeugsteuerung und interaktiven Racing-Systemen kombiniert.

VBR: Die Anfänge

Die Idee für das Projekt entstand schon Jahre vor der Gründung 2021 mit einer zentralen Frage als Ausgangspunkt: Warum steuert man echte kleine Fahrzeuge nicht aus einem Simulator heraus, da dies deutlich günstiger und potenziell auch sicherer wäre als klassischer Rennbetrieb? Aus dieser Überlegung entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg ein Technologie- und Produktkonzept.

Besonders die frühe Entwicklungsphase des Projekts ist Teil der Gründungsgeschichte und beinhaltet sogar einen „Wohnungsbrand“: „Das war ganz am Anfang beim Tüfteln, so etwa um 2018 herum. Klassisch, wie es beim Entwickeln so ist, hat es kurz mal gebrannt, es war aber nichts Schlimmes und es bestand keine Gefahr für die Wohnung – nur eine lustige ‚Tüftler-Anekdote'“, erklärt Philipp Lietz.

Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse

Heute steht im Zentrum von VBR eine Kombination aus Simulator-Technologie, Fahrzeugen und sogenannter taktiler Interaktionstechnologie. Dabei werden physische Rückmeldungen wie Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse in die Steuerung integriert, um ein möglichst realistisches Fahrerlebnis zu erzeugen. Die Cockpits reagieren dabei auf Fahrmanöver mit haptischem Feedback, das Beschleunigung, Bremsverhalten und Streckenbedingungen simulieren soll.

Die Datenübertragung erfolgt über WLAN-Infrastruktur, wobei perspektivisch auch der Einsatz von 5G möglich ist, um geringere Latenzzeiten und stabilere Verbindungen zu ermöglichen.

© VBR

Ein Teil des Systems wird bereits mit Simulatoren und Fahrzeugen in München getestet bzw. betrieben. Dabei werden im Rahmen eines Event-Use-Cases reale Fahrdaten vor Ort über ein eigenes WLAN-Netzwerk zwischen Fahrzeugen und Simulatoren übertragen. Ziel ist es, echte Fahrzeugkräfte und Fahrdynamiken möglichst unmittelbar in die Simulation zu überführen.

Le Mans und WRC Rallye

Das Startup aus Ybbsitz (Niederösterreich) war zuletzt bei zwei der größten Motorsportevents der Welt im Einsatz: dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie der WRC Rallye Griechenland. Insgesamt konnten dabei mehr als 6.500 Besucher das System in speziell aufgebauten „Race Zones“ erleben.

Bei den 24 Stunden von Le Mans realisierte das Team gemeinsam mit Goodyear eine interaktive Fan-Zone, in der über 4.500 Besucher Rennfahrzeuge über ein teleoperiertes System steuerten. Die Fahrzeuge wurden dabei in einem physischen Setup mit Force-Feedback-Technologie und Echtzeitdaten bewegt, um ein möglichst direktes Fahrgefühl zu erzeugen.

Nach dem Event wurde die gesamte Infrastruktur abgebaut, nach Athen transportiert und bei der WRC Rallye Griechenland erneut eingesetzt. Dort nutzten weitere rund 2.000 Besucher das Format in Kooperation mit EKO.

VBR mit Franchise

Parallel zu solchen Events baut das Unternehmen ein wachsendes Standort- und Franchise-Modell auf. Erste Installationen befinden sich bereits in Betrieb, darunter in Amstetten in Österreich und in Bielefeld in Deutschland. Ein weiterer Standort in Bratislava ist in Vorbereitung.

Somit basiert das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: temporären Installationen bei internationalen Motorsportevents sowie dauerhaft betriebenen „Race Experience“-Standorten. Nutzer können dabei entweder zeitbasiert oder über Ticketmodelle teilnehmen. Im Rahmen der Event-Use-Cases soll das System künftig auch bei internationalen Motorsportveranstaltungen wie dem Goodwood Festival of Speed eingesetzt werden, um reale Fahrdaten direkt in interaktive Simulator- und Racing-Erlebnisse zu übertragen.

Bislang wurden rund 300.000 Euro an Investitionen aus dem österreichischen Umfeld eingesammelt, die vor allem in die Entwicklung der Technologie und den Aufbau der ersten Standorte geflossen sind. Eine weitere Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung.

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