01.04.2021

MyMind: 7 Investoren steigen bei Wiener NeuroTech-Startup ein

IST Cube übernimmt den Lead in einer Seed-Runde für das Wiener Life Science-Startup MyMind, das ein Neurofeedback-Training für Kindern mit Autismus und ADHS entwickelt hat.
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MyMind: Das Team rund um das Gründer-Duo Christof Götz und Christine Hartlieb-Götz
(c) MyMind: Das Team rund um das Gründer-Duo Christof Götz und Christine Hartlieb-Götz

Das Wiener Startup MyMind rund um das Gründer-Ehepaar Christof Götz und Christine Hartlieb-Götz entwickelt seit 2017 ein Neurofeedback-Training für Kinder mit Autismus und ADHS. Das Training, das über ein mobiles EEG in Kombination mit der App BrainHero absolviert wird, soll gezielt die Konzentrations- und Entspannungsfähigkeit der Kinder erhöhen – der brutkasten berichtete bereits.

IST cube übernimmt Lead in Seed-Runde

Nun schloss das Startup, das bereits durch die aws gefördert wurde, eine Seed-Investmentrunde ab. Ganze sieben Investoren stiegen laut Firmenbuch-Daten dabei ein. Den Lead übernahm IST Cube. Daneben stiegen die Fin-Core Unternehmensberatung GmbH, die Futurespace GmbH (3.89%), die ECI Handels- und Liegenschaftsver-wertungsges.m.b.H., die Innovative Consulting Partners GmbH und zwei Privatpersonen ein. Über die investierte Summe wurden keine Angaben gemacht.

IST cube-Principal Ingrid Kelly kommentiert: „MyMind hat in den ersten Jahren seines Bestehens außergewöhnliche Fortschritte gemacht. Wir sind zuversichtlich, dass die Leidenschaft und die technologische Expertise des Teams die Entwicklung innovativer Lösungen für neurologische und entwicklungsbedingte Erkrankungen weiter vorantreiben wird“. Und Gründer und Geschäftsführer Christof Götz meint: „IST cube war meine erste Präferenz für einen institutionellen Investor. Mit seinem Netzwerk in die Wissenschaft, insbesondere zum Institute of Science and Technology Austria, ist IST cube nicht nur ein wichtiger Investor, sondern auch ein wertvoller Partner für uns“.

MyMind vor Medizinprodukt-Zertifizierung

In dieser Konstellation könne man mit den neuesten Entwicklungen in der Neurowissenschaft Schritt halten. Als nächstes steht die Zertifizierung als Medizinprodukt auf dem Plan, die bis zum vierten Quartal des Jahres abgeschlossen sein soll. Zudem seien große klinische Studien – zunächst zum Einsatz bei Autismus, später auch bei ADHS in Vorbereitung, heißt es von MyMind.

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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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