monkee: Tiroler FinTech kooperiert mit Raiffeisenbank
Die Tiroler Spar-App monkee startet eine Zusammenarbeit mit der deutschen Genossenschaftsbank "Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank eG", um eine Alternative zu Konsumkrediten anzubieten.
Das Tiroler Spar-App-Startup monkee und dessen Gründer Martin Granig und Christian Schneider kritisieren seit Jahren das „Buy Now Pay Later„-Prinzip. Sie möchten Menschen aus der Konsumfalle holen und finanziellen Umgang bewusster gestalten. Deshalb kooperiert das Unternehmen aus Rum, Tirol, nun mit der „Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG“, um mit „Monkee SaveSmart“ eine verzinste Sparlösung als Alternative zu Konsumkrediten anzubieten.
monkee mit Cashback-Funktion
Das Gründer-Duo weiß, dass sich immer mehr Verbraucher dafür entscheiden, größere Anschaffungen gezielt vorzubereiten, anstatt spontan zu konsumieren. Das Prinzip „Save Now Buy Later“ stehe dabei im Mittelpunkt. Menschen, die bewusst auf Konsumziele sparen, bilden ein wachsendes Segment, das laut Experten künftig bis zu zehn Prozent der Käufe im höherpreisigen Bereich ausmachen könnte, heißt es per Aussendung.
„Wir freuen uns mit Monkee eine innovative Sparlösung zu unterstützen, die Menschen hilft, persönliche Ziele zu erreichen“, sagt Stefan Balles, Vorstand der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank eG.
Spar-Challenges und FutureBoost
Nutzer:innen können individuelle Sparpläne für konkrete Ziele wie Reisen, Elektronik oder Möbel erstellen und flexibel an ihre Lebensrealität anpassen. Intelligente Spar-Regeln – etwa bei bestimmten Ausgaben ausgelöste Sparbeträge – sollen den kontinuierlichen Vermögensaufbau erleichtern. Zusätzliche Motivation bieten sogenannte Spar-Challenges. Besonders bemerkenswert: Mit einem Frauenanteil von über 80 Prozent spricht Monkee eine Zielgruppe an, die im Finanzbereich bisher oft unterrepräsentiert ist.
Ein weiteres zentrales Feature von Monkee ist der FutureBoost. Wer bei einem der über 600 Partner, darunter REWE, Booking.com, Thalia, Saturn und TUI, einkauft, erhält einen Teil des Einkaufsbetrags als Cashback direkt auf das Monkee-Sparkonto. Diese Beträge fließen in die individuellen Sparpläne und sollen deren Erreichung beschleunigen.
„Viele Menschen glauben, dass Sparen immer mit Verzicht verbunden ist. Doch mit Monkee kann man durch FutureBoost einen Teil der ohnehin notwendigen Einkäufe dafür nutzen, seine Sparpläne schneller zu erreichen“, erklärt Schneider, Mitgründer und Chief Product Officer von Monkee. Im Schnitt erhalten Nutzer knapp 300 Euro Cashback pro Jahr, oft mehr, als viele mit Zinsen auf klassischen Sparprodukten verdienen, so der Claim.
350.000 Downloads bei monkee
„Unser Ziel ist es, Sparen genauso einfach und attraktiv zu machen wie Konsum auf Kredit – aber ohne die finanziellen Risiken“, sagt Granig.
Monkee hat inzwischen über 350.000 Downloads und Nutzer:innen haben bereits Sparziele im Wert von über 290 Millionen Euro gesetzt. Mit der neuen Kooperation soll dieser Trend weiter gestärkt werden. „Es geht nicht nur um Verzicht, sondern um bewussten Konsum“, ergänzt Granig. „Wer spart, trifft bewusstere Kaufentscheidungen. Konsum ohne Reue – das ist ein Gewinn für alle Beteiligten.“
Die Projektmanagerin, die nie schläft: accilium zeigt bei der aIQon KI-Agenten im Echtbetrieb
Mit ihrer ersten „aIQon“ hat die Wiener Strategieberatung accilium ein neues Format gestartet: keine Folien, nur Live-Demos von KI-Agenten, die bereits im Einsatz sind. Im Mittelpunkt stand Aurelia, eine Agentin, die als Mitglied eines Projektteams in Microsoft Teams mitarbeitet.
Die Projektmanagerin, die nie schläft: accilium zeigt bei der aIQon KI-Agenten im Echtbetrieb
Mit ihrer ersten „aIQon“ hat die Wiener Strategieberatung accilium ein neues Format gestartet: keine Folien, nur Live-Demos von KI-Agenten, die bereits im Einsatz sind. Im Mittelpunkt stand Aurelia, eine Agentin, die als Mitglied eines Projektteams in Microsoft Teams mitarbeitet.
Opening Fireside Chat bei der aIQon: Peter Allan (accilium) diskutierte mit Alexia Feick (Microsoft) und Paul Strunz (Wien Energie) über KI im Unternehmensalltag. (c) Zsolt Marton
Keine Charts, keine Keynotes, nur Dinge, die funktionieren. Mit dieser Regel eröffnete Peter Allan, AI Lead und Managing Partner bei accilium, am 22. Oktober die erste aIQon im 15. Stock des Juwel Wien. Das Format lehnt sich an Tech-Konferenzen an: Ein Team stellt ein Problem vor, zeigt live, was es dagegen gebaut hat, und erklärt, was es dabei gelernt hat. Allan nannte den Nachmittag ein Experiment. Wer Organisationen das Potenzial von KI vermitteln wolle, komme mit Folien nicht mehr weit, man müsse es zeigen.
Von der Beratung zum Bauen
accilium ist eine österreichische Strategie- und Managementberatung mit Sitz am Wiener Schubertring, die unter anderem für den öffentlichen Sektor arbeitet. Erst im September erhielt das Unternehmen den Zuschlag für einen Rahmenvertrag der Bundesbeschaffung GmbH (BBG) zur Digitalisierung der Verwaltung mit einem Volumen von bis zu 39 Millionen Euro.
Mit der aIQon zeigt accilium eine weitere Seite: Das Unternehmen hat heuer ein eigenes Team aus Forward Deployed Engineers aufgebaut, also Entwickler:innen, die direkt mit den Kunden arbeiten und Lösungen nicht nur konzipieren, sondern auch bauen. Die Rolle kommt aus der Software-Industrie und wird derzeit von führenden KI-Anbietern etabliert. Für eine Beratung heißt das: Strategie und Umsetzung aus einer Hand. Die gezeigten Agenten stammen alle aus diesem Team und laufen bei accilium selbst im Echtbetrieb.
(c) Zsolt Marton
Eine Kollegin, die alles mitliest
Aurelia ist ein eigenes Mitglied in einem Teams-Kanal. Sie hat ein eigenes Konto, liest Kanal, Postfach, Planner und Kalender eines Projekts mit und tut, was das Team ihr sagt. Im Szenario der Demo kehrt Projektleiterin Pia aus zwei Wochen Urlaub zurück und fragt Aurelia, was passiert ist. Statt Dutzende Nachrichten nachzulesen, bekommt sie in einer Antwort, was entschieden wurde und was für sie offen ist. Eine Kollegin ist krank: Aurelia findet deren fällige Aufgaben, schlägt Vertretungen vor und hängt die Aufgaben nach Pias Zustimmung im Planner um. Als die Kundin per Mail den Lenkungskreis vorziehen will, meldet sich Aurelia von selbst, weist darauf hin, dass eine Kollegin an dem Tag im Urlaub ist, und fragt nach, bevor sie den Termin verschiebt. Zum Jour fixe steht die Agenda in der Einladung, und eine Kollegin wird an ihren Kurzbericht erinnert.
(c) Zsolt Marton
Die Regeln dahinter sind klar: Aurelia liest alles mit, meldet sich von selbst aber nur dort, wo das Team es ihr aufgetragen hat. Planner und Kalender ändert sie erst nach einem Ja, Mails nach außen schickt sie nicht. Was sie darf, steht laut accilium im Code und nicht im Prompt. Die Regeln selbst gibt ihr das Team im Kanal, in ganz normalen Sätzen, so wie einer neuen Kollegin. Technisch läuft alles in einem Microsoft-Tenant auf Azure in der EU, das Sprachmodell in der EU-Datenzone.
Das wichtigste Learning kam aus dem eigenen Betrieb: Das richtige Maß ist für jedes Team ein anderes. Manche wollen täglich einen Status, andere jemanden, der im Hintergrund die Fäden zusammenhält und sich nur auf Nachfrage meldet. Deshalb lässt sich heute einstellen, wie proaktiv Aurelia ist. Und weil Teams einen Agenten als Kollegin wahrnehmen, gelte dasselbe wie bei jeder neuen Mitarbeiterin: Beide Seiten müssen sich aneinander gewöhnen.
Dasselbe Prinzip auf drei Ebenen
(c) Zsolt Marton
Zwei weitere Demos zeigten, dass der Ansatz auch jenseits des Projektteams funktioniert. „Linda Legal“ bündelt das Erfahrungswissen einer Rechtsabteilung und prüft direkt in Outlook Verträge gegen Richtlinie und Verhandlungsprotokoll. In der Demo entdeckte sie, dass in einem Paragrafen „jeweils“ statt des vereinbarten „zusammen“ stand, womit pro Wochenabruf 8.000 statt 4.000 Euro fällig geworden wären. Ihr Wissen liegt in lesbaren Dateien, die die Fachabteilung ohne IT selbst pflegt. „Erich Aigner“ wiederum ist ein persönlicher Assistent: Ein Berater erzählt ihm nach einem Kundentermin eine Minute lang, was zu tun ist, danach stehen Nachricht, Folgetermin und Mailentwürfe bereit. Gesendet wird nichts, das entscheidet der Mensch.
(c) Zsolt Marton
Drei Agenten, drei Ebenen: Team, Fachwissen, einzelne Person. Allen gemeinsam ist dasselbe Prinzip. Lesen, sortieren und vorbereiten tun die Agenten selbstständig, ändern und nach außen kommunizieren nur nach menschlicher Freigabe. Und diese Grenze ist technisch verankert, nicht bloß im Prompt versprochen.
Die Technik ist nicht der Engpass
Dass genau das die eigentliche Arbeit ist, zeigte auch der Opening Fireside Chat, in dem Peter Allan mit Alexia Feick und Paul Strunz über KI im Alltag, Top-down und Bottom-up in der Transformation und die Messbarkeit von KI-Projekten sprach. Strunz leitet das Digital Competence Center der Wien Energie, Feick war früher bei accilium und arbeitet heute im Customer Success bei Microsoft. Ihr gemeinsamer Befund: Die heutigen Modelle sind gut genug, der Hebel liegt in Prozessen, Governance und Befähigung. Feick riet, bei konkreten Pain Points anzusetzen statt bei dem Wunsch, „KI zu haben“. Der Output nach sechs Monaten solle eine veränderte Arbeitsweise mit messbarem Ergebnis sein, und lieber ein Use Case im crossfunktionalen Team als 30 kleine Proof-of-Concepts. Strunz ergänzte, dass Effizienzgewinne verpuffen, wenn die Prozesse dahinter nicht angepasst werden; bei der Wien Energie misst man unter anderem die Zahl aktiver Citizen Developer, eingesparte Stunden und eingespartes Geld.
(c) Zsolt Marton
Allan sieht in Agenten vor allem eine Wachstumschance: Es gebe unendlich viel Nachfrage nach Services, und wer es clever mache, nutze Agenten, um jeden einzelnen Job besser und kreativer zu machen. Bei accilium selbst sei keine Stelle durch KI ersetzt worden, wohl aber viel administrative Arbeit weggefallen. Intern begleitet das Unternehmen den Wandel mit einem eigenen Rhythmus: Jede Woche gibt es einen neuen „Build“ mit Skills, Tools und Trainings, wie bei einem Software-Unternehmen.
Alle Demos, Baupläne, Prompts und Skills stellt accilium offen zum Download bereit. Wer nicht dabei war, kann die Agenten also nachbauen. Auch das ist für eine Beratung ungewöhnlich und passt zum Anspruch des Formats: zeigen statt erklären.
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