12.05.2026
EXPLORE! INITIATIVE

Michael Tojner: Wer zweifelt, ist „der falsche Gründer“

Der Ruf nach mehr Gründertum in Österreich ist allgegenwärtig. Doch Investor Michael Tojner drückt auf die Bremse: Man dürfe niemanden in die Selbstständigkeit zwingen. Das eigentliche Problem sei ohnehin ein anderes: der europäische Kapitalmarkt.
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Michael Tojner © Sabine Klimpt

Während der Austrian Startup Monitor dem Standort eine verhaltene Dynamik bescheinigt (brutkasten berichtete), reicht es laut Global Entrepreneurship Monitor international nur fürs graue Mittelfeld. Wie also bringt man mehr junge Menschen dazu, den sicheren Karriereweg zu verlassen und ein Unternehmen aufzubauen? Für Michael Tojner, Investor und Mitinitiator der eXplore-Initiative, lautet die klare Antwort: Man muss aufhören, die Zweifler überzeugen zu wollen.

Anlass für diese ehrlichen Worte war ein Pressegespräch im Rahmen des „Business Case Challenge Day“ an der WU Wien. Die eXplore-Initiative, getragen von der B&C Privatstiftung und Tojner, investiert über zehn Jahre hinweg mehr als zehn Millionen Euro in die Förderung von Entrepreneurship an österreichischen Universitäten, wie brutkasten berichtete.

Der natürliche Ausleseprozess

Laut dem Global Entrepreneurship Monitor 2025 kann sich fast die Hälfte der Österreicher grundsätzlich vorstellen zu gründen, doch nur 7,5 Prozent planen es konkret. Für Tojner ist dieser Drop-off kein Grund zur Sorge, sondern ein notwendiger Filter. „Das ist ein super Ausleseprozess. Derjenige, der die letzte Meile zum Gründen nicht schafft, das ist auch der falsche Gründer.“

Unternehmertum erfordere einen „Über-Optimismus“. Wer schon vor dem Start zaudere, werde die unweigerlich kommenden Rückschläge kaum überstehen. „Ich brauche niemanden motivieren, der dann Zweifel hat. Wenn ich Zweifel am Anfang habe, dann schaffe ich die Kurve sowieso nicht mehr.“ Anstatt unschlüssige Personen in Gründungen zu drängen, müsse man jene unterstützen, die ohnehin für ihre Idee brennen.

Was dem Standort wirklich fehlt

Den eigentlichen Engpass sieht Tojner nicht in der Bürokratie oder in hohen Lohnnebenkosten, auch wenn beides belastend sei. Entscheidend sei vielmehr die eklatante Schwäche des europäischen Kapitalmarkts.

„Wir haben circa 65 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung der Welt in den USA“, erklärte Tojner. Das habe direkte Folgen für junge Unternehmen: „Von jedem Euro, den wir in Aktien anlegen, gehen 65 Prozent nach Amerika, um dort Firmen oder Startups zu finanzieren. Zwei Cent gehen nach Deutschland und nichts nach Österreich.“ Gerade für wachstumsorientierte Startups fehle damit jenes Kapital, das bereit sei, hohe Risiken einzugehen und auch Scheitern als Teil des Modells zu akzeptieren.

Praxis statt Frontalunterricht

Langfristig brauche es daher nicht nur Kapital, sondern auch ein anderes wirtschaftliches Mindset. Genau hier setzen die heimischen Hochschulen an.

Jonas Puck, Leiter der Business Case Challenge an der WU Wien, betonte, dass unternehmerisches Denken nicht im Frontalunterricht entstehe, sondern durch Praxisnähe, reale Problemstellungen und direktes Feedback aus der Wirtschaft. Beim Wettbewerb arbeiten Studierende sowie Schülerinnen und Schüler an konkreten Herausforderungen von Unternehmen wie der OMV, der Ersten Bank oder der Wiener Städtischen und präsentieren ihre Lösungen vor Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis.

Michael Tojner, Christina Holweg und Jonas Puck (v.l.) © Sabine Klimpt

Auch Christina Holweg, Vizerektorin der Montanuniversität Leoben, verwies auf die Bedeutung früher Praxiserfahrungen. Sie schilderte als Beispiel ein studentisches Team, das in seiner Freizeit erfolgreiche Rennmotorräder entwickelt. „Das ist dieser Gewinner-Spirit, und der gehört sehr früh gefördert“, sagte Holweg.

Am Ende bleibt Tojners Credo eindeutig: Universitäten, Stiftungen und Unternehmen können die Infrastruktur schaffen, Netzwerke aufbauen und Talente fördern. Den entscheidenden Sprung ins kalte Wasser müsse aber jede Gründerin und jeder Gründer selbst wagen.

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

ParityQC, der Quantenarchitekt aus Innsbruck, vermeldet eine Partnerschaft mit dem Quantensoftware-Unternehmen Classiq, um die Parity-Twine-Technologie der Tiroler in die Quantensoftware-Engineering-Plattform des Partners aus Israel zu integrieren. Dies soll Entwicklern und Unternehmen einen effizienteren Weg vom Entwurf von Quantenalgorithmen bis zur Ausführung auf Quantenhardware bieten.

ParityQC: Komplexität reduzieren

Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf eine zentrale Chance im Quantencomputing: die Übersetzung von High-Level-Quantencomputing-Anwendungen in Schaltkreise, die effizient auf Quantenhardware mit begrenzter Qubit-Konnektivität ausgeführt werden sollen. Das universelle Optimierungsprotokoll von Classiq und die algorithmusbewussten Techniken von ParityQC ergänzen sich dabei zu einer integrierten Methodik. Ziel ist es, die Komplexität der Schaltkreise und kostspielige SWAP-Operationen zu reduzieren – ein häufiger Engpass auf heutigen Quantencomputern. In anderen Worten: Es geht darum, ein zentrales Problem zu lösen und Quanteninformationen auf unterschiedlichen Hardware-Systemen effizient zu verbinden.

Die von ParityQC entwickelte Parity-Twine-Technologie soll, in anderen Worten, ein zentrales Problem beim Quantencomputing lösen: Wie Quanteninformationen auf unterschiedlichen Hardware-Systemen effizient verbunden und verarbeitet werden können.

„Hürde senken“

„Die Integration der Parity Tools in die Plattform von Classiq bringt hardwarebewusste Kompilierung direkt in die High-Level-Entwicklungsworkflows und senkt so die Hürde für die Erstellung nützlicher Quantenanwendungen“, sagt Wolfgang Lechner, Co-CEO von ParityQC.

Magdalena Hauser, Co-CEO von ParityQC, ergänzt: „Bedeutende Fortschritte im Quantencomputing basieren auf Zusammenarbeit, und die Zusammenführung unserer sich ergänzenden Stärken ist das, was das gesamte Feld voranbringt.“

Interoperabilität möglich machen

Darüber hinaus konzentriert sich die Initiative auf eine skalierbare Quantensoftware-Infrastruktur für aktuelle verrauschte Quantengeräte sowie für zukünftige fehlertolerante Quantensysteme. Die Zusammenarbeit soll hardwareunabhängige Ansätze stärken und die Interoperabilität über mehrere Quantenplattformen hinweg ermöglichen.

Ökosystem unterstützen

„Quantencomputing wird in großem Maßstab nur dann praxistauglich, wenn die Softwareschicht die Lücke zwischen der algorithmischen Absicht und den Einschränkungen realer Maschinen automatisch schließen kann“, sagt Nir Minerbi, Mitgründer und CEO von Classiq.

Da Unternehmen und Regierungen ihre Investitionen in das Quantencomputing erhöhen, wird erwartet, dass eine skalierbare Architektur und entsprechende Softwaretools als fehlendes Bindeglied zwischen den theoretischen Versprechungen der Technologie und ihrer einsatzfähigen Realität dienen. Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt dieses Projekt aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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