17.03.2026
ENDOMETRIOSE

Linzer HealthTech-Startup Diamens erhält sechsstelliges Investment

Das Linzer Startup Diamens setzt bei seiner Diagnostik auf Tests mit Menstruationsblut und sichert sich eine sechsstellige Finanzierung.
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Diamens
© Diamens - Das Team von Diamens (v.l.n.r.): Clara Ganhör, Marlene Rezk-Füreder, Angelika Lackner, Peter Oppelt und Eva Scharnagl.

Das Linzer Startup Diamens entwickelt einen nicht-invasiven Selbsttest zur Diagnose von Endometriose – brutkasten berichtete. Mit dem Abschluss einer sechsstelligen Finanzierung strebt das Female-led Team die Zertifizierung des weltweit ersten molekularbiologischen Diagnostiktests auf Basis von Menstruationsblut an.

Diamens mit Investoren aus DACH-Raum und Förderung

Die Runde wird vom österreichischen Lead-Investor eQventure angeführt, unterstützt von VP Venture Partners (Zürich), FS Life Science Investment (Düsseldorf) und VGW Beteiligungs GmbH (Linz).

„Diamens trifft den Nerv der Zeit: Ein wissenschaftlich exzellentes Team adressiert eine massive Versorgungslücke mit einer hochskalierbaren Lösung“, begründet Bernhard Ungerböck von eQventure das Engagement des Lead-Investors. „Die Kombination aus medizinischer Dringlichkeit, technischer Präzision und Marktpotenzial ist genau das, was wir suchen. Wir sind überzeugt, dass dieser Test den Goldstandard in der Gynäkologie neu definieren wird.“

Die nun gesicherte Finanzierungsrunde wird durch Förderungen, u.a. durch das FFG Basisprogramm, ergänzt und fließt direkt in die klinische Validierung und die europäische Zertifizierung.

Problemfeld: Zeit

Endometriose ist mehr als nur – wie lange Zeit angenommen – eine „Regelbeschwerde“: sie ist eine chronische, oft systemische Erkrankung, die das Leben von Millionen Frauen massiv beeinträchtigt. Weltweit leiden rund 190 Millionen Frauen an Wucherungen von gebärmutterschleimhautähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Die Folgen sind: chronische, oft unerträgliche Schmerzen, Organverwachsungen, schwere Einschränkungen im Alltag und Unfruchtbarkeit.

Als eigentliches Drama gilt nicht nur der Schmerz, sondern die lange Zeit bis zur Diagnose und die dadurch eingeschränkte Lebensqualität: Betroffene durchlaufen im Schnitt eine siebenjährige Odyssee aus Fehldiagnosen und Unverständnis, während sie unter chronischen Beschwerden leiden, so das Diamens-Team.

Bisher gilt eine operative Bauchspiegelung (Laparoskopie) als Goldstandard der Diagnose: ein invasiver, belastender Eingriff unter Vollnarkose, vor dem viele Patientinnen zurückschrecken. Dabei sei Zeit der entscheidende Faktor: Je früher die Diagnose steht, desto effektiver können moderne Therapiekonzepte zum Einsatz kommen, um Symptome zu lindern, Lebensqualität zu verbessern und bleibende Organschäden zu verhindern.

Menstruationsblut als molekularer Fingerabdruck

Hier setzt Diamens, das von Marlene Rezk-Füreder (CEO), Eva Scharnagl (CTO), Clara Ganhör (COO) und Angelika Lackner (CSO) sowie Peter Oppelt (CMO) gegründet wurde, an. Das Startup nutzt Menstruationsblut, das sonst kaum beachtet wird, als präzise Datenquelle.

„Menstruationsblut ist ein molekularer Fingerabdruck der Gebärmutter – ein Potenzial, das in der Diagnostik bisher schlicht ignoriert wurde“, erklärt Ganhör. Über eine eigens entwickelte bioinformatische Pipeline hat das Diamens-Team charakteristische molekulare Marker identifiziert und diese in Menstruationsblutproben validiert.

Der Test funktioniert so: Die Nutzerin entnimmt zu Hause eine kleine Probe Menstruationsblut, die anschließend via PCR-Analyse im Labor ausgewertet wird. Das Ergebnis liefere Klarheit – ohne OP, und ohne Krankenhausaufenthalt. Erst dies ermögliche den Zugang zu spezialisierten Behandlungen.

„Unsere laufende Multicenter-Studie zeigt bereits jetzt durchwegs positive Erfahrungen bei der Probenentnahme und Versand durch die Anwenderinnen“, sagt Rezk-Füreder. „Die Zeit ist reif, Frauengesundheit datengetrieben und radikal zugänglich zu gestalten.“

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Soluto-Chef Martin Zagler | (c) Sima Prodinger
Soluto-Chef Martin Zagler | (c) Sima Prodinger

„Wie eine Baufirma nach 70 Jahren zum Scaleup wurde“ titelte brutkasten 2024 bei einer Story über das Sanierungunternehmen Soluto. Denn die Firma rund um Unternehmer Martin Zagler zeigt exemplarisch, das nicht nur Startups zu Scaleups werden können, sondern auch alteingesessene KMU – wenn die entsprechende Ambition vorhanden ist.

Und die hat Zagler. Bereits mit 19 erbte er zwei Baufirmen „obwohl ich mich eigentlich nicht für die Baubranche interessiert habe“, wie er brutkasten erzählte. Mit einer davon musste er einige Jahre später Insolvenz anmelden. Mit der anderen vollzog er 2012 einen Pivot zum Sanierungsunternehmen – und zu einer durchaus riskanten Wachstumsstrategie.

Ambitionierte Deutschland-Expansionspläne via Franchise

Soluto setzt rein auf durch Versicherungen gedeckte Schadenssanierung und expandiert dabei über ein Franchise-System. In Österreich betreibt man aktuell drei Standorte selbst und acht über Franchisenehmer. Fünf weitere seien in Planung, heißt es vom Unternehmen. In Deutschland eröffnete man im April dieses Jahres den ersten Standort in der Metropolregion München.

Und so soll es weitergehen. Seit 2023 steigerte Soluto seinen Umsatz um 53 Prozent auf rund 35 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter:innen stieg in der Zeit von 200 auf 301. Bis 2029 sollen es laut Plan 600 Leute werden – bei einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro und 20 Franchise-Standorten in Deutschland.

Kapitalspritze von Tauros

Um die ambitionierten Ziele zu stemmen, setzt Soluto neben dem Cashflow auch auf externe Finanzierung. Bereits zum zeiten Mal nach 2023 holte man sich nun eine siebenstellige Kapitalspritze von Tauros Capital. Das Wiener Unternehmen setzt auf Revenue-based Financing, also Finanzierung gegen Umsatzbeteiligung.

„Ein Folgeinvestment ist für uns die stärkste Bestätigung unserer ursprünglichen Investmententscheidung. Soluto hat die ambitionierten Wachstumspläne der vergangenen Jahre erfolgreich umgesetzt und unsere Erwartungen in vielerlei Hinsicht erfüllt“, kommentiert Christof Neuner, Senior Investment Manager bei Tauros Capital. Zagler gibt das Lob zurück: „Sie waren und sind für uns ein souveräner Partner und erweisen uns auch das nötige Vertrauen, so dass wir unsere operativen und strategischen Ziele auf unsere individuelle Art und Weise erreichen können.“

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