27.08.2025
KI

leiwand.ai: Wiener KI-Startup erhält Auftrag von EU-Kommission

Das österreichische DeepTech-Startup leiwand.ai wurde von der Europäischen Kommission beauftragt, neue Testverfahren für Künstliche Intelligenz mitzuentwickeln.
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© leiwand.ai - Gertraud Leimüller und Rania Wazir von leiwand.ai.

Rania Wazir und Gertraud Leimüller gründeten 2022 leiwand.ai. Seither setzt sich das Duo für Fairness in der Künstlichen Intelligenz ein – brutkasten berichtete. Nun spielt man bei der EU-weiten Umsetzung des neuen KI-Gesetzes eine wichtige Rolle: Die EU-Kommission hat unter anderem das Wiener Startup im Programm Digital Europe damit beauftragt, die europaweite Umsetzung des KI-Gesetzes (EU AI Act) bis 2026 vorzubereiten und zu begleiten.

leiwand.ai: Hochrisiko-KI-Risiken gering halten

Gemeinsam mit Partnern aus Frankreich, Belgien und Spanien arbeitet das Unternehmen aktuell an der Verbesserung der Sicherheit von KI-Produkten. Konkret geht es darum, künftig die Sicherheit von sogenannter Hochrisiko-KI, zum Beispiel im Gesundheitswesen, in Schulen, Banken und öffentlicher Verwaltung zu gewährleisten und Risiken für Bürger:innen möglichst gering zu halten.

KI-Systeme sollen Menschenleben, Gesundheit und Grundrechte nicht gefährden, lautet eine zentrale Zielsetzung in der EU. Jedoch gibt es weltweit noch keine umfassende Regelung für die Produktsicherheit von KI-Systemen und damit auch keine Blaupausen.

Projekt NoLeFa

Im Projekt NoLeFa entwickelt leiwand.ai daher gemeinsam mit seinen Partnern in den kommenden zwei Jahren wesentliche Instrumente für die Bewertung der Sicherheit und Qualität von KI-Systemen. Vor allem geht es um die Fertigstellung von Standards für KI und ihre Übersetzung in neuartige Testverfahren und Testwerkzeuge. Diese dienen insbesondere als Pilot für die geplanten „Union Testing Facilities“ (UTFs), durch die KI-Systeme künftig auf Sicherheit, Gesundheit und andere Risiken geprüft werden sollen.

Auch soll es möglich sein, in diesen Testeinrichtungen die Compliance von KI-Systemen im Sinne des KI-Gesetzes festzustellen und somit KI-Anbieter und -Betreiber vor möglichen Bußgeldern zu bewahren.

„Gesetzgebung kann innovativ sein“

„Die Qualität von KI-Produkten ist eine wichtige Voraussetzung, damit sie künftig breit eingesetzt werden können“, sagt CEO Leimüller. Und CTO Wazir hebt die Neuerungen im Umgang mit KI ebenfalls hervor: “Auch Gesetzgebung kann innovativ sein. Mit dem AI Act werden zum ersten Mal Grundrechtsrisiken in einer Produktsicherheit eingeschlossen. Das ist inhaltlich und technologisch herausfordernd. Wir bei leiwand.ai freuen uns sehr, dass wir im NoLeFa-Konsortium Mitverantwortung für die Entwicklung der Testeinrichtungen tragen und dabei eine treibende Rolle hinsichtlich der Integration von Grundrechtsthemen haben.“

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Quantencomputing nach wie vor eine Zukunftstechnologie. In der Breite ist diese definitiv noch nicht angekommen. Entsprechend sind auch viele Startups in dem Feld noch die klassische Wette auf die Zukunft, wie sie im Hightech-Bereich üblich ist: massive Forschungsausgaben und noch keine Umsätze. Dass es aber nicht so sein muss, beweist das Innsbrucker Quanten-Scaleup ParityQC.

Dieses legte nun seinen Jahresabschluss für 2025 vor. Als GmbH und „kleine Kapitalgesellschaft“ gelten dabei eingeschränkte Berichtspflichten – so muss etwa die Gewinn- und Verlustrechnung nicht veröffentlicht werden. Aus dem Bericht lässt sich der Gewinn aber (im Gegensatz zum Umsatz) genau ableiten.

1,46 Millionen Euro Gewinn mit nur 27 Mitarbeiter:innen

ParityQC stand demnach 2025 bei einem Bilanzgewinn von knapp über drei Millionen Euro. Abzüglich des Gewinnvortrags ergibt sich ein Jahresüberschuss von etwa 1,46 Millionen Euro – und das mit 27 Mitarbeiter:innen. Bereits im Jahr 2024 hatte das Scaleup einen Gewinn von rund 1,36 Millionen Euro zu Buche stehen.

Die Umsätze lassen sich dagegen – wie erwähnt – nicht aus dem Bericht ableiten. Bekannt ist, dass ParityQC an mehreren Großaufträgen im Quantenbereich beteiligt ist. Brutkasten berichtete zuletzt Ende Juni über einen 35-Millionen-Euro-Deal mit der deutschen Cyberagentur, der Innovationsabteilung des deutschen Verteidigungsministeriums.

Fast 14 Millionen Euro liquide Mittel

Neben den Gewinnen sind auch die liquiden Mittel, die aus dem Bericht hervorgehen, beachtlich. Diese betrugen mit Abschluss 2025 fast 14 Millionen Euro und damit fast 93 Prozent der Bilanzsumme von rund 15 Millionen Euro. Mit rund 12,6 Millionen Euro Eigenkapital kommt ParityQC zudem auf eine Eigenkapitalquote von 83,7 Prozent. Und schließlich: Kapitalrücklagen von 9,49 Millionen Euro, die schon 2024 zu Buche standen, blieben unangetastet.

Eine logische Ableitung aus all den Zahlen: Das Kapital aus der großen (nicht konkret bezifferten) Finanzierungsrunde 2024 – brutkasten berichtete – wurde kaum bis gar nicht gebraucht. Auch das ist für Scaleups im Hightech-Bereich alles andere als üblich.

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