16.04.2021

Krypto: Das waren die wichtigsten News in dieser Woche

Rekorde unter anderem bei Bitcoin und Ether, der Coinbase-Börsengang, tokenisierte Tesla-Aktien bei Binance, das Krypto-Verbot in der Türkei - und ja, auch Dogecoin. Das war die Krypto-Woche.
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der Dogecoin-Kurs spielte diese Woche verrückt
der Dogecoin-Kurs spielte diese Woche verrückt. | Foto: Adobe Stock

Diese Woche stand alles im Zeichen des mit Spannung erwarteten Coinbase-Börsengangs? Nein, da gab’s doch noch ein bisschen mehr. Etwa einen Rekordstand bei Bitcoin. Und bei Ether und BNB. Tokenisierte Tesla-Aktie bei Binance. Ein Verbot von Bitcoin-Zahlungen in der Türkei. Und ja, auch Dogecoin. Aber schauen wir zuerst auf…

…die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): ~ 60.900 Dollar / +4 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche
  • Ethereum (ETH): ~2.400 Dollar / +15 %
  • Binance Coin (BNB): ~515 Dollar / + 19 %
  • XRP: ~ 1,6 Dollar / + 54 %
  • Cardano (ADA) / ~1,4 Dollar / +15 %
  • Polkadot (DOT) / ~41 Dollar / +/-0 %
  • Uniswap (UNI) / ~36 Dollar / +19 %

Alle Daten stammen von Coinmarketcap und sind am Stand von Freitagnachmittag.

Bitcoin erstmals über 62.000, 63.000, 64.000 Dollar

Es war ein bisschen eine Hängepartie beim Bitcoin-Kurs nach dem Rekordhoch vom 13. März bei 61.683 Dollar. Dauerhaft konnte er sich nicht über der 60.000-Dollar-Schwelle halten. Und während einige Altcoins in den Raketenmodus umschalteten und damit den gesamten Krypto-Markt über die Marke von 2 Bio. Dollar hievten, kam die weltgrößte Kryptowährung plötzlich nicht mehr so richtig von der Stelle. Am vergangenen Wochenende näherte sich der Kurs dann aber mehrfach recht knapp dem Höchststand. Am Dienstagvormittag europäischer Zeit war schließlich soweit – und der Rekordstand fiel. Der Kurs stieg erstmals über 62.000 Dollar und dann auch gleich noch über 63.000 Dollar. Am Mittwoch fielen dann die 64.000 Dollar und es ging laut Coinmarketcap bis auf 64.863,10 Dollar aufwärts.

Marktbeobachter und andere Personen, deren Job es ist, Erklärungen für mitunter zufällige Kursbewegungen zu finden, verwiesen dazu meist auf den am Mittwoch anstehenden Börsengang von Coinbase. In freudiger Erwartung des Aktienmarkt-Debüts der US-Kryptobörse sind demnach auch die Kurse am Kryptomarkt gestiegen. Wie plausibel man diese Erklärung findet, bleib jeder und jedem selbst überlassen. Eine dauerhafte Kursrally löste das Durchbrechen des Höchststands jedenfalls nicht aus. Am Donnerstag und Freitag fiel der Bitcoin-Kurs wieder zurück und stand zuletzt sogar unter 61.000 Dollar.

Ethereum mit „Berlin“-Update und Rekordstand

Auch bei Ethereum hat sich diese Woche nicht gerade wenig getan: Der „Berlin“ betitelte Hard Fork ging am Donnerstag am Mainnet live. Im Zuge dessen wurden vier „Ethereum Improvement Proposals“ (EIPs) umgesetzt, die vor allem neue Transaktionstypen und teilweise auch die Transaktionsgebühren betreffen. Das deutlich größere – und auch umstrittenere – Update wird aber in dieser Hinsicht der für Juli angekündigte „London“-Hard-Fork sein, von dem deutlich weitreichendere Auswirkungen auf die Transaktionskosten erwartet werden.

Der Ether-Preis bewegte sich diese Woche jedenfalls schön nach oben: Am Dienstag stieg er erstmals über 2.300 Dollar, am Mittwoch erstmals über 2.400 Dollar und am Donnerstag fiel dann auch die 2.500-Dollar-Marke. Für die 2.600-Dollar-Marke am Freitag reichte es nicht mehr, wohl aber für ein erneutes Rekordhoch, das laut Coinmarketcap derzeit bei 2.547 Dollar liegt.

Binance Coin über 600 Dollar, tokenisierte Tesla- und Coinbase-Aktien

Durchaus erwähnenswert verlief die Woche auch für Binance Coin. Der BNB-Kurs, der erst Anfang April erstmals über 400 Dollar gestiegen war, knackte am Sonntag die 500-Dollar-Marke. Am Montag folgten die 600 Dollar, in der Spitze ging es bis auf 637 Dollar nach oben. Dann war jedoch vorerst das Ende der Fahnenstange erreicht, am Freitag sank der Kurs bis auf knapp über 500 Dollar.

In dieser Woche hatte Binance zunächst angekündigt, seinen Kunden tokenisierte Aktien anbieten zu wollen – und zwar beginnend mit Tesla. Dieser Ankündigung vom Dienstag folgte am Mittwoch die Mitteilung, dass Binance auch die neue Coinbase-Aktie tokenisiert listen werde. Der Mittwoch war auch der Tag des Coinbase-Börsengangs. Einige Stunden nach der eigentlichen Ankündigung folgte schon das Kommando zurück: Wegen der „Marktvolatilität“ werde sich das Listing des Aktien-Tokens verzögern, teilte Binance mit. Weiterhin könne man aber tokenisierte Tesla-Aktien traden. Mittlerweile sind beide Assets auf Binance verfügbar.

Dogecoin steigt um 527 Prozent

Es wird Zeit für ein Geständnis. Bei der Darstellung der größten Kryptowährungen in der Einleitung wurde eine ausgespart. Ja, es ist Dogecoin, und ja, Dogecoin gehört jetzt zu den zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung. Mehr noch: Am Freitagnachmittag sprang die als Scherz gestartete Kryptowährung in die Top 5. Nur Bitcoin, Ether, Binance Coin und XRP waren damit noch größer. Die Darstellung sei hiermit nachgereicht:

  • Dogecoin (DOGE): ~ 0,38 Dollar / +527 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 49 Mrd. Dollar. Gegenüber dem Vortag ist der Kurs 195 Prozent im Plus, auf 7-Tage-Sicht sogar 527 Prozent. Dafür gibt es natürlich zahlreiche rationale, auf Fundamentaldaten basierende Gründe. Oder keinen einzigen, dafür aber einen Elon-Musk-Tweet. Ihr ahnt es schon – es ist Zweiteres:

Der erste Handelstag von Coinbase…

Alleine in diesem Artikel wurde er jetzt schon einige Male erwähnt – und es lässt sich nun nicht mehr länger hinauszögern, behandeln wir also den Coinbase-Börsengang. Er wurde mit Spannung erwartet wie kaum ein anderes Aktienmarkt-Debüt in diesem Jahr. Alleine schon wegen seiner Symbolkraft. Der Börsengang wird der Moment, an dem Bitcoin endgültig an der Wall Street aufschlägt, schrieb etwa unser Finanzkolumnist Nikolaus Jilch im Vorfeld.

Es wurde viel spekuliert über die Bewertung – würde sie sich im dreistelligen Dollar-Milliardenbereich bewegen, wie es beispielsweise bei Facebook der Fall war? Die Antwort: Ja, zumindest vorübergehend. Die Aktie der Krypto-Börse startete am Mittwoch rund vier Stunden nach Handelsbeginn an der Nasdaq mit 381 Dollar in den Handelstag. Der Börsenwert lag damit bei 99,6 Mrd. Dollar. Noch in den ersten Handelsminuten knackte der Kurs die 400-Dollar-Marke und stieg bis auf 429 Dollar, womit Coinbase mit 112 Mrd. Dollar bewertet war. Das kann sich sehen lassen – vor allem auch in der Relation: Die Nasdaq und die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange (NYSE) kamen am Mittwoch an der Börse kombiniert „nur“ auf eine Bewertung von 92 Mrd. Dollar.

Der Steilflug der Aktie endete aber rasch: Nach rund einer halbe Stunde drehte der Kurs bereits und er fiel dann weit unter 400 Dollar. Aus dem Handel ging das Papier schließlich bei knapp 328 Dollar. Damit lag der Börsenwert bei etwa 85 Mrd. Dollar.

…und der zweite und dritte und die folgenden

Am zweiten Handelstag gab es dann weder in die eine noch die andere Richtung eine klare Tendenz. Die Aktie stand zu Handelsschluss bei 331 Dollar. Dies setzte sich auch am Freitag fort. Am späten Nachmittag wurde der Titel mit 327 Dollar gehandelt.

Ingesamt blieb der Coinbase-Börsengang wohl etwas unter den – allerdings sehr hohen – Erwartungen. Wahrscheinlich sagt das aber mehr über die Erwartungshaltung im aktuellen Markt- und Branchenumfeld aus, als dass man den Börsengang tatsächlich ernsthaft als Enttäuschung bezeichnen könnte. Immerhin ist hier die Rede von einem 2012 gegründeten Unternehmen, das auch nach dem – vom ersten Preis ausgehend – Kursrückgang noch immer weit höher bewertet wird als etwa die Nasdaq.

Interessant wird aber sicher, wie sich der Kurs in den nächsten Wochen entwickeln wird. Der Börsengang war nicht als klassischer IPO organisiert, sondern als Direct Listing. Unter anderem bedeutet das, dass Coinbase beim Börsengang keine neuen Aktien ausgegeben und somit kein Kapital aufgenommen hat. Es bedeutet aber auch, dass Bestandsinvestoren im Gegensatz zu IPOs keiner Frist unterliegen, in der sie ihre Aktien nicht verkaufen dürfen. Alle jene, die seit Jahren an Bord sind, und sich nun ihren Exit gönnen wollen, können sofort verkaufen. Das kann nach Direct Listings in den ersten Tagen und Wochen für Verkaufsdruck sorgen. Noch dazu, wo keine Investmentbanken zur Kurspflege zur Stelle sind. Wirklich aussagekräftig sind die ersten Handelstage also ebenso wenig wie Referenzpreise bei Direct Listings.

Türkei verbietet Bitcoin-Zahlungen

Am Freitag kam dann noch eine Meldung, die die Diskussionen über ein Bitcoin-Verbot erneut befeuern dürfte. In der Türkei soll es ab 30. April illegal werden, mit Kryptowährungen zu bezahlen – es geht also nicht um den Besitz oder das Handeln mit Krypto-Assets, sondern zunächst nur um das Bezahlen. Die türkische Lira ist in den vergangenen Wochen am Devisenmarkt besonders unter Druck geraten, befindet sich aber tatsächlich sogar schon seit Jahren in einer Abwärtsbewegung.

Was wohl auch der Hauptgrund dafür ist, dass die Türkei das führende Land in der Region ist, was die Bitcoin-Adaption angeht. Dass die Zentralbank Kryptowährungen offenbar als Konkurrenz zur Lira sieht, ist im Wesentlichen auch das Szenario, dass Hedgefonds-Manager Ray Dalio in seinen Aussagen zu einem möglichen Bitcoin-Verbot in den USA gezeichnet hat. Mehr dazu in unserem Bericht zum Verbot in der Türkei.

…und die verrücktesten Kursbewegungen bei Altcoins

Nein! Diese Woche nicht. Ausnahmsweise. Diese Woche hatten wir einen eigenen Punkt zu Dogecoin. Und Dogecoin spielt in einer eigenen Liga mit dem 7-Tages-Plus von 527 Prozent. Und ansonsten gab es bei den von Coinmarketcap erfassten Krypto-Assets diese Woche auch keine Kurssteigerungen im dreistelligen Prozentbereichen.


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Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

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Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
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Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

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Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
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Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

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fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

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Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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