31.10.2025
EXPANSION

Kolumbien setzt bei Anti-Waldbrand-Programm auf OroraTech

Das Münchner Anti-Waldbrand-Startup OroraTech rund um die Österreicher Thomas Grübler und Martin Langer expandiert weiter international. Nach neuen Kunden in den USA startet nun auch Kolumbien ein Frühwarnsystem mit der Technologie des Unternehmens.
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Das Management-Team von OroraTech | (c) OroraTech

Das 2018 gegründete Münchner Startup OroraTech, das von den beiden Österreichern Thomas Grübler und Martin Langer mitaufgebaut wurde, sorgt international weiter für Schlagzeilen. Nachdem OroraTech bereits US-Behörden als Kunden gewonnen hat, setzt nun auch Kolumbien auf die satellitengestützte Technologie des Unternehmens zur Früherkennung von Waldbränden.

Von München in die Welt – mit österreichischem Gründer-Duo

OroraTech wurde 2018 aus der Technischen Universität München heraus gegründet und hat sich auf Echtzeit-Überwachung und Früherkennung von Waldbränden spezialisiert. Das Unternehmen betreibt laut eigenen Angaben mittlerweile zehn eigene thermische Satelliten in der Erdumlaufbahn – mehr als jede andere Organisation weltweit – und beschäftigt über 140 Expert:innen aus 29 Nationen.

Zum Führungsteam gehören auch zwei Österreicher: Co-Founder Thomas Grübler, der heute CEO der US-Tochter in Denver ist, sowie Martin Langer, CEO und CTO von OroraTech. Beide haben maßgeblich zum Aufbau des globalen Satelliten- und Datenanalyse-Systems beigetragen.

Neue Partnerschaft in Kolumbien

Wie OroraTech in einer Aussendung mitteilt, startet Kolumbien gemeinsam mit der nationalen Katastrophenschutzbehörde UNGRD ein landesweites Frühwarnsystem auf Basis der OroraTech-Technologie. Das Programm soll gefährdete Ökosysteme – insbesondere im Amazonasgebiet – überwachen und Gemeinden frühzeitig vor Bränden warnen. Über 700 Einsatzkräfte wurden bereits im Umgang mit dem System geschult.

„Wir schützen den Amazonas-Regenwald auf eine Weise, die vor dem Einsatz unserer Technologie nicht möglich war“, sagt Martin Langer. Das System kombiniert thermische Satellitendaten mit KI-gestützten Analysen und liefert nahezu in Echtzeit Alarmmeldungen zu neu entstehenden Bränden.

Parallel expandiert OroraTech in den Vereinigten Staaten. Erst kürzlich gewann das Unternehmen die Forstverwaltung des US-Bundesstaats Idaho als neuen Kunden – ein weiterer Meilenstein für die 2025 gestartete US-Tochter unter Leitung von Thomas Grübler.

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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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