24.06.2024
DIGITALE BIBLIOTHEK

„Juristischer Co-Founder“: Linde Verlag startet „portal“ unter anderem für Startups

LegalTech im Fokus - und das jetzt auch über ein eigenes "portal". Der in Wien sitzende Linde Verlag stellt eine Neuerung vor, die als "juristischer Co-Founder" von heimischen Startups fungieren soll.
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v.l.n.r.: Martin Schmuck, Patrick Stummer, Klaus Kornherr, Benjamin Jentzsch, Gerit Kandutsch, Stefan Menhofer (Geschäftsführung Linde Verlag) (c) Linde Verlag/Caro Strasnik

Es soll als Single-Sign-On-Plattform Services, Terminkalender und Bibliotheken bündeln, einfach zugänglich sein und eine gesonderte Bibliothek für Startups und KMU rund um juristische Informationen zu den Themen Gründung, Finanzierung, Steuern und Arbeitsrecht bereitstellen.

Die Rede ist vom neuen „portal“ des in Wien sitzenden Linde Verlags, der unter anderem für seine Investment-Tätigkeit im LegalTech-Bereich bekannt ist. So übernahm Linde im März dieses Jahres den mehrheitlichen Anteil am Grazer LegalTech-Startup Iurio, das juristische Handlungen über eine Online-Plattform abwickelt.

Vor gut zwei Jahren stieg der in Wien sitzende Verlag zudem beim Salzburger Startup sproof ein – unter anderem, um E-Signatur-Lösungen in seine eigene Servicepalette zu integrieren. Und: Schon 2020 versuchte Linde, sich als LegalTech-Investor und -Partner zu positionieren. Damals investierte man in die Jus-Lernplattform LawStar.

Verlags-Modernisierung im Fokus

Über einige Wirkungsjahre hinweg zeichnete sich ein LegalTech-Fokus ab: Linde positioniert sich als vernetzter Fachverlag für Recht, Wirtschaft und Steuern mit Innovation und digitalem Fokus. Dies tut er auch mit seinem jetzigen Schritt: Und zwar mit der Einführung seiner Single-Sign-On-Plattform „portal“.

Dabei handelt es sich um eine „komfortable Lösung“, wie Linde selbst schreibt, die es Nutzenden ermöglichen soll, mit „einem Login auf alle ihre digitalen Services, Produkte und Fachinformationen des Verlags zuzugreifen.“ Mit dem Service setze man ein Zeichen zur Digitalisierung im Verlagswesen.

„Meilenstein“ im Hause Linde

Erreichbar ist der Online-Zugang in seiner aktuellen Beta-Version unter portal.lindeverlag.at. „Unser Ziel war es, den Zugang zu unseren vielfältigen Angeboten zu vereinfachen und zu verbessern“, sagt Geschäftsführer und Inhaber des Linde Verlags Benjamin Jentzsch. „Das ‚portal‘ ist ein Meilenstein in der digitalen Transformation unseres Hauses und bietet eine Vielzahl von Funktionen, die den beruflichen Alltag unserer Kund:innen erleichtern.“

Nutzende sollen über ein persönliches Dashboard die Möglichkeit haben, auf Nachrichten, Podcasts, Bücher, Zeitschriften und Seminare des Verlags zugreifen zu können. Integriert sei außerdem ein Kalender, um Termine im Überblick zu behalten, so der Verlag. Dieser ließe sich überdies personalisieren, um Branchenevents oder Weiterbildungsmöglichkeiten einzuplanen.

Online-Zugang zu Wirtschaft, Steuern und Recht

Inhaltlicher Fokus sind nach wie vor Wirtschaft, Steuern und Recht. So sei Nutzenden ein Zugang zu allen 20 themenspezifischen Fachzeitschriften des Verlags gewährleistet. Um wenige zu nennen: Steuerrecht, Arbeits-, Gesellschafts- und Baurecht oder Personalverrechnung.

Das „portal“ eigne sich überdies für Autor:innen, um Ressourcen und Werkzeuge für Recherchearbeiten zu finden. Auch Formatvorlagen und Nachschlagewerke stünden „Verfasser:innen von Fachinhalten“ zur Verfügung, heißt es.

Portal sei „juristischer Co-Founder“

Für Jungunternehmen gestalte sich das „portal“ insofern als interessant, als dass ab sofort eine eigens für Startups und KMU entwickelte „digitale Bibliothek“ verfügbar sei. Kernthemen seien juristische Informationen rund um Gründung, Finanzierung, Gesellschaftsformen sowie Steuern und Arbeitsrecht.

Klaus Kornherr, Geschäftsführer des Linde Verlags, sieht die neue digitale Bibliothek als „juristischen Co-Founder für Startups und KMUs“, der Gründer:innen „von der Idee bis zum Erfolg“ begleite. Die Bibltiothek sei sowohl über das „portal“ als auch auf der Website des Linde Verlags erreichbar.

„Wir zeigen, wer wir sind“

Auch website-technisch hat sich das Verlagshaus neu aufgestellt: Mit dem „portal“-Launch wurde die Website von Linde „komplett neu gestaltet“, heißt es. Im Zentrum stand Benutzerfreundlichkeit und Strukturierung der angebotenen Services. „Wir haben uns darauf fokussiert, zu zeigen, wer wir sind, was wir leisten und wie wir uns in den letzten Jahren weiterentwickelt haben“, meint Jentzsch zum neuen Online-Auftritt.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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