09.04.2020

IWF-Chefin: „Stärkster Einbruch der Weltwirtschaft seit fast 100 Jahren“

Weltwährungsfonds (IWF)-Chefin Kristalina Georgiewa meldete sich kurz vor der heuer online stattfindenden Frühjahrstagung mit einer düsteren Prognose zu Wort. Mit mehr als sechs Millionen neuen Arbeitslosen in der vergangenen Woche nimmt die Krise vor allem in den USA immer größere Ausmaße an.
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IWF-Chefin Kristalina Georgiewa - Einbruch in der Weltwirtschaft wegen Coronakrise
(c) Rijksoverheid/Martijn Beekman (Wikimedia Commons): IWF-Chefin Kristalina Georgiewa

Darüber, wie schlimm die Coronakrise die Wirtschaft unterschiedlicher Staaten treffen wird, gibt es inzwischen zahlreiche Einschätzungen unterschiedlicher Institutionen. Für Österreich ging kürzlich etwa die Industriellenvereinigung von einer BIP-Schrumpfung um 2,5 Prozent im Jahr 2020 aus – das wäre ein deutlich geringerer Rückgang als in der letzten großen Wirtschaftskrise 2008/2009, wo die heimische Wirtschaft um 3,8 Prozent schrumpfte. Laut Nationalbank beträgt die absolute Schrumpfung in Österreich bislang schon elf Milliarden Euro bzw. 2,8 Prozent des Vorjahres-BIP. Eine noch maßgeblich pessimistischere (wenn auch noch sehr grobe) Prognose, gibt es nun für die Weltwirtschaft – und zwar von Kristalina Georgiewa, Chefin des Weltwährungsfonds (IWF).

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„Stärkster Einbruch der Weltwirtschaft seit der großen Depression“

Diese äußerte sich im Vorfeld der dieses Jahr online stattfindenden Frühjahrstagung des IWF gegenüber Medien noch relativ informell (eine konkrete Prognose soll es am Dienstag geben), aber eindeutig: „Wir sind mit einer noch nie da gewesenen Krise konfrontiert“. Es werde wohl den stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit der großen Depression vor fast 100 Jahren geben, so Georgiewa. Erst gestern hatte Roberto Azevêdo, Chef der Welthandelsorganisation (WTO) im Zusammenhang mit der Coronakrise von einem Einbruch des Welthandels um ein Drittel und „der schlimmsten Rezession zu Lebzeiten“ gesprochen.

Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens in 170 Staaten

Einige aktuelle Zahlen machte Georgiewa bereits bekannt. So rechnet der IWF nach derzeitigem Stand mit einem Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens in 170 Staaten weltweit. 90 Länder hätten beim Weltwährungsfonds bereits Antrag auf Notfallfinanzierung gestellt – so viele, wie nie zuvor. Wie es weitergehe, sei derzeit wegen der ungewissen Weiterentwicklung der Pandemie noch nicht abzuschätzen, meint die IWF-Chefin. Wenn die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder hochgefahren werden könne, sei eine teilweise Erholung kommendes Jahr möglich. Insgesamt konstatiert Georgiewa: „Ich habe aber keinen Zweifel, dass wir die Herausforderungen meistern werden“. Insgesamt rund 7,4 Billionen Euro an weltweiten Finanzhilfen seien in diesem Zusammenhang ermutigend.

Weltwirtschaft: Sorgenkind USA

Zeitgleich zeichnet sich bereits ab, dass die USA nicht nur von der Coronavirus-Pandemie, sondern auch von ihren wirtschaftlichen Folgen besonders hart getroffen werden. Allein vergangene Woche meldeten sich weitere 6,6 Millionen Menschen dort arbeitslos. Damit steht das Land bereits bei 16 Millionen neuen Arbeitslosen durch die Coronakrise. Bei den Wachstumszahlen der Coronavirus-infizierten gibt es noch keine Entspannung – der Lockdown dürfte in den USA also noch länger dauern, als in den meisten anderen Ländern. Bislang wurden bereits Notfallmaßnahmen mit einem Volumen von 2,3 Billionen US-Dollar beschlossen.

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Links Mitgründer von NXAI Sepp Hochreiter und Mitte rechts CEO von Neura Robotics David Reger | (c) Neura Robotics / NXAI

„Ein Roboter, der im Alltag und in der Industrie wirklich hilft, muss sich erinnern“, sagt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. Daher arbeitet sein Unternehmen mit dem Linzer Startup NXAI an der Merkfähigkeit von Robotern. „Gedächtnis und Erfahrungen sind die Voraussetzungen für Roboter, Aufgaben über viele Schritte zuverlässig zu lösen“, ergänzt Sepp Hochreiter, Gründer von NXAI.

Die Grundlage bietet Neura Robotics mit einem multimodalen Foundation-Modell, das Funktionen wie 3D-Sehen, Tastsinn und Audio mit einer Gedächtnisfunktion verbindet. Der Physical-AI-Stack von Neura Robotics wird mit einem xLSTM von NXAI, also einem künstlichen neuronalen Netz, verbunden. „xLSTM ist dafür gebaut, ist schnell, speichereffizient und kann den Zustand über lange Sequenzen halten“, sagt Hochreiter.

NXAI plant, ein eigenes Modell auf Basis der xLSTM-Architektur auf Neura Robotics‘ hauseigener Neuraverse-Plattform bereitzustellen. „Mit dem Neuraverse schaffen wir die Plattform, auf der auch andere starke KI-Ansätze ihren Weg in Roboter finden“, erklärt Reger.

Gesteigerte Effizienz

Ein Roboter arbeitet in Schleifen und verarbeitet permanent Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen. Laut Neura Robotics braucht er dafür Gedächtnis auf zwei Ebenen: das Arbeitsgedächtnis und das episodische Gedächtnis. Ein Roboter, der einen Prozess wiederholt ausgeführt hat, soll bei derselben Situation auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können und so aus der Erfahrung handeln.

Die Roboter der Zukunft

Langfristig möchten die beiden Firmen, dass Roboter nicht nur einzelne Fähigkeiten ausführen, sondern über die Zeit Erfahrung aufbauen. Fähigkeiten, die Roboter aus der Interaktion mit der realen Welt lernen, sollen verbessert und auf andere Maschinen und Umgebungen übertragen werden.

From Science to Business

NXAI, gegründet vor drei Jahren, ist ein Deep-Tech-Unternehmen mit Sitz in Linz, das Lösungen für industrielle Anwendungen entwickelt. Die Firma versteht sich als Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie. So möchte sie die eigene KI-Forschung in marktreife Produkte überführen. Im Mittelpunkt der Forschung stehen xLSTM-Modelle in den Bereichen Time Series und Robotics.

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IWF-Chefin: „Stärkster Einbruch der Weltwirtschaft seit fast 100 Jahren“

  • Darüber, wie schlimm die Coronakrise die Wirtschaft unterschiedlicher Staaten treffen wird, gibt es inzwischen zahlreiche Einschätzungen unterschiedlicher Institutionen.
  • Für Österreich ging kürzlich etwa die Industriellenvereinigung von einer BIP-Schrumpfung um 2,5 Prozent im Jahr 2020 aus – das wäre ein deutlich geringerer Rückgang als in der letzten großen Wirtschaftskrise 2008/2009, wo die heimische Wirtschaft um 3,8 Prozent schrumpfte.
  • Eine noch maßgeblich pessimistischere (wenn auch noch sehr grobe) Prognose, gibt es nun für die Weltwirtschaft – und zwar von Kristalina Georgiewa, Chefin des Weltwährungsfonds (IWF)
  • Es werde wohl den stärksten Einbruch der Weltwirtschaft seit der großen Depression vor fast 100 Jahren geben, so Georgiewa.
  • Erst gestern hatte Roberto Azevêdo, Chef der Welthandelsorganisation (WTO) im Zusammenhang mit der Coronakrise von einem Einbruch des Welthandels um ein Drittel und „der schlimmsten Rezession zu Lebzeiten“ gesprochen.
  • Insgesamt konstatiert Georgiewa: „Ich habe aber keinen Zweifel, dass wir die Herausforderungen meistern werden“.

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  • Erst gestern hatte Roberto Azevêdo, Chef der Welthandelsorganisation (WTO) im Zusammenhang mit der Coronakrise von einem Einbruch des Welthandels um ein Drittel und „der schlimmsten Rezession zu Lebzeiten“ gesprochen.
  • Insgesamt konstatiert Georgiewa: „Ich habe aber keinen Zweifel, dass wir die Herausforderungen meistern werden“.

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