Internet of Things: A1 mit IoT-Showroom auf dem Forum Alpbach
IoT und 5G sind unbestritten Schlüsseltechnologien der Zukunft. Wir sprachen mit A1 CTO Marcus Grausam auf dem Forum Alpbach über das Internet of Things, Projekte des A1 Startup Campus und den Ausbau der digitalen Infrastruktur. A1 hat kürzlich auch eine neue Studie über den Status quo des Internets der Dinge in Österreich veröffentlicht.
Das Internet of Things gilt unbestritten als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien überhaupt. Der Ausbau des 5G-Netzes ist dabei die essentielle Voraussetzung. Auf dem Forum Alpbach besuchten wir den IoT-Showroom von A1, der dort erstmals zu sehen war und konkrete, innovative Anwendungsbeispiele zeigte. smaXtec beispielsweise stellt Sensoren her, die von Kühen verschluckt werden und anschließend in Echtzeit Gesundheitsdaten bereitstellen. TierwirtInnen können dann auf Basis dieser Daten, soweit erforderlich, nötige Schritte einleiten. Auch MoonVision war dabei, ein Wiener Software-Startup, das mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) Computern das Sehen beibringt und so Prozesse in Industrie, Gastronomie und Handel zu automatisieren und zu vereinfacht.
A1: 5G und digitale Infrastruktur als Voraussetzung für die Smart City
Mit Marcus Grausam, CTO von A1, sprachen wir in diesem Zusammenhang auch über das Thema Smart City: „Smart City umfasst ja nicht nur autonomes Fahren, sondern da geht es auch um die Fragen: Wie mache ich eine Stadt effizienter, wie gehe ich mit Ressourcen, die die Stadt zur Verfügung hat, sparsamer oder ökonomischer um?“ Wichtige Punkte seien hier beispielsweise auch Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsleitsysteme in Echtzeit, so der A1-Chef. Die Basis dafür stelle ein modernes und schnelles Mobilfunknetz dar.
IoT-Labor für Tests mit neuen Technologien
Damit IoT sich in Österreich etablieren kann, verwendet A1 viel Energie und Geld für den Ausbau der Netze. „A1 investiert 450 Millionen Euro pro Jahr in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Es gibt einen Glasfaserzugang in 90 Prozent der Österreichischen Gemeinden“, berichtet Grausam. So betreibe man beispielsweise auch ein Internet of Things-Labor in Kooperation mit Nokia, in dem Startups, Partner und InteressentInnen mit der 5G-Technologie Tests durchführen können.
Studie: nur 24 Prozent der Unternehmen für IoT gut aufgestellt
Kürzlich haben A1 und Integral eine Studie veröffentlicht, die den Status quo des Themas IoT in Österreich analysiert. „Das Internet der Dinge ist einer der größten Innovationstreiber des kommenden Jahrzehnts. Es ist die Basis der Digitalisierung und wird sowohl unseren Alltag als auch die österreichische Wirtschaft von Grund auf verändern“, so A1-CEO Marcus Grausam in einer Presseaussendung. Laut einer Studie von A1 und Integral erkennen zwei Drittel aller Unternehmen das Potential von IoT. Jedoch fühlen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur 24 Prozent der Unternehmen in dieser Hinsicht gut aufgestellt.
Projekte im IoT-Showroom von A1 auf dem Forum Alpbach
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
KI als Nachhilfe: Wie mathion.ai Lernen verändern will
Mathion.ai erstelle nicht einfach nur Lösungen für Mathematikaufgaben, sondern begleite die Schüler durch gezieltes Fragen auf dem Weg dorthin. In Zukunft soll die KI auch im B2B-Bereich angeboten werden.
„Nächste Stunde ist Mathestunde“, ist vermutlich einer der gefürchtesten Sätze vieler Schüler:innen. Die Aufgaben sind oft schwierig und zermürbend. Da bietet es sich im Zeitalter von KI an, einen kurzen Prompt zu schreiben und Sekunden später wird die Lösung geliefert. Der Lerneffekt hält sich dabei bei vielen Schüler:innen in Grenzen. Hier setzt mathion.ai an.
Die KI von Founder Christoph Blizenetz liefert nicht fertige Lösungen, sondern chattet mit den User:innen und bringt sie so zum Ergebnis. Nach einem Pilotprojekt feierte die KI ihren Launch im vergangenen August. Sie ist in der Schweiz, Deutschland und Österreich erhältlich.
Harvard: „KI-gestütztes Tutoring übertrifft aktives Lernen im Unterricht“
Unterstützung erhalten KI-Tutoren wie jene von Blizenetz von der US-amerikanischen Harvard Universität. Im Juni 2025 veröffentlichte sie eine Studie, laut der KI-gestütztes Tutoring aktives Lernen im Unterricht übertreffe. Studierende, die mit einem KI-Tutor arbeiteten, lernten „deutlich mehr in kürzerer Zeit“ als in einer Präsenzveranstaltung. Außerdem würden sich Schüler:innen stärker eingebunden und motivierter fühlen. Harvard betont die Wirksamkeit „einer breit zugänglichen KI-gestützten Pädagogik zur signifikanten Verbesserung der Lernergebnisse“ und erklärt, dass die Ergebnisse überzeugend für die breite Anwendung einer KI-gestützten Pädagogik sprechen.
ChatGPT bringt dir Fertigkeiten bei, „die einfach nicht stimmen“
Für Blizenetz kann nicht einfach eine beliebige KI zum Lernen verwendet werden. Als ehemaliger Nachhilfelehrer kennt er die Probleme, die auftreten können. „Eine Schülerin hat mittels ChatGPT, das war damals noch etwas Neueres, gelernt und sich dabei Fertigkeiten und Begrifflichkeiten angeeignet, die einfach nicht stimmen“, sagt der 21-Jährige und ergänzt: „Nicht, weil das Opus der Mathematik aus der KI bzw. der LLM falsch ist. Es ist einfach nicht so lehrplanbezogen, wie es nun einmal das Schulbuch aber auch eine Lehrkraft ist.“
Daher begann Blizenetz mit der Entwicklung von mathion.ai, das sich aktuell auf die fünfte bis zur achten Schulstufe fokussiere. Es sei aber ein Ausbau bis hin zu Matura geplant.
Das Programm baut auf einem sogenannten „sokratischen“ System auf. Es stellt User:innen immer wieder Fragen, bis jene die Lösung selbst erarbeitet haben. Mathion.ai möchte dadurch zum Nachdenken anregen.
Dabei kann mit der KI geschrieben als auch gesprochen werden. „Wir haben gemerkt, dass junge Menschen einfach lesefaul sind. Sie können oft einfach nicht mehr wirklich sachlich lesen und Informationen über Texte sauber aufnehmen“, erklärt der mathion.ai-Gründer. Der Text wird dabei nicht einfach vorgelesen, sondern erklärt, „wie es ein Mensch tun würde“.
Mathion.ai arbeite dabei nicht nur mit willkürlichen Inhalten, sondern mit einem standardisierten Lehrplan durch seinen Verlagspartner Lemberger, dessen Schulbuch „Genial! Mathematik“ von der fünften bis zur achten Schulstufe in mathion.ai eingefügt wurde. User:innen können Aufgaben aus diesen Büchern auswählen.
Lehrer:innen haben auf der anderen Seite die Möglichkeit über ein Verwaltungsportal ihren Schützlingen Inhalte zuzuweisen. „Da haben wir tausende Übungsaufgaben, die auch kapitelweise in Blöcke gezielt nach Themenbereichen zugewiesen werden können, zu den Schüler:innen und zu den Gruppen“, sagt Blizenetz. Zusätzlich können Lehrkräfte im Verwaltungsportal die Lernstände ihrer Schüler:innen einsehen und auch Inhalte erstellen: „Wir haben da einen eigenen Editor, wo, wie in einer PowerPoint, Textelemente, Dateien, interaktive Aufgaben gebaut und erstellt werden können.“ Der virtuelle Coach Tom führt anschließend durch den Kurs. Zusätzlich können von Lehrer:innen Aufgaben erstellt und zugewiesen werden.
Pädagog:innen durch KI zu ersetzen „ist auch gar nicht unser Ziel“
Wenn die KI bereits eigene Kurse halten kann, drängt sich naturgemäß die Frage auf, ob Lehrkräfte nicht ersetzbar sind. „Weder Lehrpersonen noch Pädagogen wird man durch KI in irgendeiner Art und Weise wirklich ersetzen können, das ist auch gar nicht unser Ziel“, stellt der TU-Student fest. Auch herkömmliche Nachhilfe sieht Blizenetz als sinnvoll an. Für ihn ist mathion.ai eine „Ergänzung“.
Es gebe auch die Möglichkeit für Nachhilifeinstitute, Inhalte einspielen zu können. „Als Schüler bzw. Schülerin habe ich den Unterricht mit der Lehrperson in der Klasse und im Nachhinein kann ich dann die Inhalte, gezielt mit den Aufgaben und dem Input der Lehrperson, weiter üben“, sagt Blizenetz.
Von B2C zu B2B
Mathion.ai kommt ursprünglich aus dem sogenannten Nachmittagsmarkt, in dem Eltern für ihre Kinder ein Abo abschließen. Allerdings möchte sich das Unternehmen nun im B2B-Bereich etablieren.
„Es ist einfach sehr schwierig, vor allem als österreichisches Unternehmen, in diesem B2C-SaaS-Bereich (Anm.: Software-as-a-Service-Bereich) wirklich standhaft zu werden“, erklärt Blizenetz. In Zukunft will sich mathion.ai auf Bildungsinstitute bzw. Bildungseinrichtungen fokussieren. Daher möchte der Gründer sein Unternehmen als zertifizierter Anbieter des Bildungsministeriums auf dem Markt etablieren. Das sei aber ein langer Weg. Mathion.ai befinde sich aktuell am Anfang des Genehmigungsverfahrens, ab September 2027 wolle man die Zertifizierung haben.
100 % eigenfinanziert
Das Unternehmen, offiziell bereits im Juli 2025 gegründet, kommt bisher ohne Investoren-Kapital aus und ist von Anfang an gebootstrappt. Blizenetz hat mathion.ai in Zusammenarbeit mit Weitsprung Solutions aufgebaut, das einen KI-gestützten Lerncoach anbietet. Bisher hat das Unternehmen noch keine Förderungen erhalten, allerdings laufe ein Förderantrag bei Netidee und ein FFG-Antrag für ein Forschungsprojekt werde aktuell erstellt.
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