15.12.2023

Hydrogrid: Wiener Scaleup schließt Series-A-Runde in Höhe von 8,5 Mio. Dollar ab

Das Wiener Energy-Scaleup Hydrogrid rund um CEO Janice Goodenough holt für die weitere Expansion frische Eigenkapitalmittel in Höhe von 8,5 Millionen Euro. Den Lead in der jüngsten Series-A-Runde haben Inven Capital und Karma Ventures inne.
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(c) Hydrogrid

Mit seiner Software zur Echtzeit-Steuerung von Wasserkraftwerken ist das 2016 gegründete Wiener Scaleup Hydrogrid derzeit in sieben Ländern vertreten – darunter Norwegen, Italien und Indien. Wasserkraftwerksbetreiber könnten mit der Technologie des Scaleups unter anderem vollautomatisiert auf Wetterereignisse reagieren oder die Preisbildung der Energie im Blick behalten. Aufgrund der Effizienzsteigerungen sollen mit der Software im Vergleich zum manuellen Betrieb von Kraftwerken Stromerzeugnisse um bis zu zehn Prozent gesteigert werden können – so zumindest das Versprechen von Hydrogrid.

Eigenkapitalmittel in Höhe von 8,5 Millionen Dollar

Für das weitere Wachstum konnte das Scaleup nun eine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Dollar abschließen. Die Finanzierungsrunde wurde von den neuen Gesellschaftern Inven Capital und Karma Ventures angeführt und von den bestehenden Investoren CNB Capital und SET Ventures unterstützt.

Inven Capital ist ein europäischer VC-Fonds mit einem Volumen von 500 Mio. Euro, der sich auf Klimaschutzinvestitionen in der Spätphase in Europa und Israel konzentriert. Untersützt wird der Fonds unter anderem von der Europäischen Investitionsbank (EIB). Karma Ventures fokussiert sich auf Investitionen in europäische Deep-Tech-Unternehmen. Seit der Gründung 2016 hat der VC Investitionen in mehr als 20 Unternehmen getätigt.

Das Team von Hydrogrid | (c) Hydrogrid

Erst Anfang Februar 2022 beteiligte sich der Energy-VC SET Ventures aus den Niederlanden am Unternehmen (brutkasten berichtete). Dem vorausgegangen war bereits ein Millionen-Investment 2020 – damals unter dem Lead von Constantia New Business (brutkasten berichtete). Über die Verteilung der neuen Eigentumsverhältnisse machte Hydrogrid vorerst keine Angaben. Auch im Firmenbuch sind sie noch nicht abgebildet.

Wachstumskurs von Hydrogrid soll fortgesetzt werden

Das frische Kapital erlaubt dem Startup laut Aussendung „in neue Märkte zu expandieren“. Um welche Märkte es sich konkret handelt lässt das Startup allerdings noch offen. Erst im Sommer dieses Jahres holte sich das Sclaeup einen Großauftrag aus Skandinavien vom norwegischen Unternehmen Småkraft. (brutkasten berichtete) Zum Start wurde die Hydrogrid-Software in 16 Kleinwasserkraftwerken in Norwegen und Schweden eingesetzt. Insgesamt betreibt Småkraft über 220 Wasserkraftwerke.


Innovator of the Year 2023: Kategorie „Scaleups“

Janice Goodenough, CEO von Hydrogrid, ist heuer unter anderem auch für den „Innovator of the Year“ in der Kategorie Scaleups nominiert.

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce

Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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