08.04.2022

Holmi: Taxi 31300 übernimmt Mehrheit von Vorarlberger Uber-Klon

Ab heute kann Holmi dadurch sein Fahrtendienstservice wieder so wie früher in Wien anbieten.
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Nachdem Taxi 31300 die Mehrheit übernommen hat, bietet Holmi sein Service in Wien ab heute wieder wie früher an
Nachdem Taxi 31300 die Mehrheit übernommen hat, bietet Holmi sein Service in Wien ab heute wieder wie früher an | (c) Holmi

Schon seit Jahren zeigen die zwei großen Wiener Taxivermittlungsunternehmen Taxi 40100 und Taxi 31300 sehr unterschiedliche Reaktionen auf die neue Konkurrenz durch Fahrtendienstvermittler wie Uber. Während erstere mehrmals vor Gericht zogen und damit gewiss ihren Anteil an der Ausgestaltung der neuen Gesetzgebeung „Lex Uber“ hatten, versuchten zweitere mehrmals selbst innovative Angebote zu positionieren, etwa das Service TaxiPlus. Dieser Ansatz wird nun einmal mehr unterstrichen: Taxi 31300 steigt als Investor beim Vorarlberger Uber-Klon Holmi ein. Laut Firmenbuch hält das Wiener Unternehmen nun 50,1 Prozent der Anteile. Der Rest entfällt auf die Gründer Jürgen Gunz und Matthias Kalb. Eine Summe wurde nicht genannt.

Holmi bietet wieder volles Angebot in Wien

Holmi ist bereits länger in Wien tätig, schraubte sein Service-Angebot aber wegen Corona-Krise und „Lex Uber“ zwischenzeitlich stark zurück. Ab heute wird das Service mit dem neuen Mehrheitseigentümer an Bord wieder wie früher angeboten. Dank einer „intensiven Kooperation“ werden Holmi-User:innen nach Buchung über die App nun nicht nur von der eigenen Flotte des Startups, sondern auch von Taxis der großen Vermittlungszentrale chauffiert. Dabei heißt es vom Vorarlberger Startup in einer Aussendung: „Zuletzt war es in Wien – aufgrund der Pandemie und der Gesetzeslage – nur möglich, vorbestellte Fahrten über die App zu buchen. Ab heute können Wienerinnen und Wiener ihr Holmi wieder auf Abruf ordern. Und dies bei maximaler Verfügbarkeit zum gewohnt günstigen Fixpreis“.

„Es kommt zusammen, was zusammen kommen muss“

Gründer Jürgen Gunz kommentiert: „Es kommt zusammen, was zusammen kommen muss. Um Holmi in Österreich weiter auszubauen, haben wir mit Taxi 31300 den perfekten Partner gefunden. Holmi ist ein österreichisches Mobility-Tech-Startup, das innovative Mobilitätslösungen entwickelt und betreibt. Taxi 31300 steigt bei Holmi als Gesellschafter ein und ermöglicht uns damit den Zugriff auf die Flotte sowie die Nutzung der Infrastruktur innerhalb des Konzerns“.

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Claus Schmidt | © Schrotter
Claus Schmidt | © Schrotter

Das seit diesem Sommer börsennotierte Grazer Energie- und Atomkraft-Scaleup (bzw. je nach Lesart Unicorn) Emerald Horizon hat schon zuvor mit Personal-Entscheidungen auf sich aufmerksam gemacht: Zunächst holte man vergangenes Jahr Ex-Nationalbank-Gouverneur Robert Holzmann, später Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer jeweils in Vice-President-Positionen ins Team. Eine nun verkündete Personalie weist etwas weniger Prominenz, dafür wohl mehr Pragmatismus auf: Der erfahrene österreichische Manager Claus Schmidt übernimmt den Verantwortungsbereich „Organizational Development & Quality Management“.

Ziel: fit für die ambitionierten Pläne

Für Emerald Horizon geht es darum, die gesamte Organisation fit für die ambitionierten Pläne zu machen. Denn sowohl mit dem erst teilweise marktreifen Energiespeichersystem „Dual Store Plus“ als auch mit den geplanten Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Mini-Atomkraftwerken „Ades“ (brutkasten berichtete) will man in den kommenden Jahren in die Serienproduktion, um in die weltweite Skalierung zu gehen. Als Produktionspartner hierfür ist die niederländische VDL Groep bereits fixiert.

„Wir kommen aus der Forschung und gehen in die Industrialisierung. Über diesen Übergang entscheidet die Organisation in wesentlichem Maße mit“, sagt Vice President Operations Philipp Pölzl. „Claus Schmidt hat in mehreren Industrien Verantwortung übernommen. Diese Erfahrung holen wir uns an Bord.“ Schmidt bringe mit, was ein Deep-Tech-Unternehmen in der Wachstumsphase brauche: „Struktur, Qualitätsdenken und ein Gespür für Teams“.

Claus Schmidt: 25 Jahre Erfahrung im Top-Management

Konkret kommt der studierte Betriebswirt Schmidt mit mehr als 25 Jahren Erfahrung als CEO und CSO in unterschiedlichen Branchen und Ländern. Er war unter anderem Geschäftsführer der Umdasch Shopfitting Group mit 1.500 Mitarbeitern in 16 Ländern, CEO der Columbia S.r.l. in Italien und der Shoptec k.f.t in Ungarn, CEO der IDEAL Kältetechnik und zuletzt Generalbevollmächtigter der SIMACEK Holding in Wien und Hamburg.

„Emerald Horizon ist in einer Phase, in der aus einer Entwicklung Schritt für Schritt großartige Produktlösungen entstehen. Diese Herausforderung reizt mich enorm, und ich freue mich auf die Arbeit mit diesem großartigen und wachsenden Team“, kommentiert Schmidt.

Ungewöhnlicher Börsengang

In einem durchaus ungewöhnlichen Schritt ging Emerald Horizon Anfang dieses Sommers im Segment „standard market continuous“ an die Wiener Börse. Ungewöhnlich deshalb, weil das erste geplante Produkt „Dual Store Plus“ nach eigenen Angaben teilweise erst in der Prototypenphase ist – konkret der Wärmespeicher „CALStore“; vom geplanten Hauptprodukt „Ades“ gibt es noch keinen Prototypen. Für die kommenden Jahre rechnet das Unternehmen mit Verlusten, was zuletzt zu einem ungewöhnlichen Finanzierungsschritt führte. Dennoch wird das Unternehmen an der Börse bereits mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet.

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