11.11.2019

Höhle der Löwen: Marketing-Expertin über die Startups aus Folge 11

Für Folge 11 von "Die Höhle der Löwen" treten diesmal fairment, HomeShadows, ooshi, Scansation und Elimba an. Marketingexpertin Sabrina Oswald bewertet die Startups vorab.
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Höhle der Löwen DHDL
Investorin Dagmar Wöhrl nimmt das Kakaogetränk von "Elimba" genau unter die Lupe. (c) TVNOW / Bernd Michael

Vergangene Woche bewertete Marketingexpertin Barbara Rauchwarter, CMO der APA und Präsidentin der Österreichischen Marketing-Gesellschaft, für uns die DHDL-Startups aus Folge zehn aus strategischer Perspektive. Die Marketingexpertin Sabrina Oswald (Geschäftsführende Gesellschafterin der Futura GmbH und Vorstandsmitglied der Österreichischen Marketing-Gesellschaft) beleuchtet für Folge 11 von „Die Höhle der Löwen“ die fünf Startups aus strategischer Perspektive und bewertetet das Marketingpotenzial der Produkte schon vorab.

+++Höhle der Löwen: Marketing-Expertin über die Startups aus Folge 10+++

1. fairment aus Berlin

Leon Benedens (33) und Paul Seelhorst (34) aus Berlin möchten die positiven Wirkungen der Fermentation wieder in die Köpfe der Verbraucher bringen. Am Beispiel von Kombucha erklären sie den „Löwen” ihre Geschäftsidee. Der Kombucha ist ein fermentierter Tee, der entsteht, wenn gezuckerter Tee mit einem Kombucha Pilz inkubiert. Durch den Prozess der Fermentation wird aus dem ursprünglichen Zuckertee mit Hilfe von nützlichen Bakterien und Hefen eine wertvolle Vitamin- und Nährstoffquelle: Besonders Vitamin C, eine Bandbreite an B-Vitaminen, Antioxidantien und zahlreiche Probiotika, machen Kombucha so wirkungsvoll. Der Genuss von Kombucha soll z.B. die Darmflora ins Gleichgewicht bringen, die Leber bei der Entgiftung unterstützen und schöne Haut machen.

Das Gründerduo lässt eine alte Gesundheitsweisheit aufleben und bietet mit fairment ein Set an, mit dem jeder seinen eigenen Kombucha zuhause ansetzen kann. Der Lieferumfang umfasst einen Pilz, auch Scoby genannt, sowie Tee, Zucker, das Glas und Zubehör. Mit einer Anleitung ist das Kombuchabrauen leicht durchführbar. Im fairment-Repertoire bieten die Gründer außerdem Sets für Wasserkefir, Milchkefir, Ingwerbier oder auch Produkte für Sauerteig und veganen Joghurt an. Vor vier Jahren haben Leon Benedens und Paul Seelhorst gegründet und vertreiben über ihren Onlineshop.

Website: https://www.fairment.de/

Die Einschätzung der Expertin

Fairment, mit dem Begriff Fermentation spielend, hat uns überrascht. Der Vorgang beschreibt die chemische Umwandlung von Stoffen durch Bakterien und Enzyme. Dieses Verfahren dient zur Entwicklung des Aromas in verschiedensten Lebens- und Genussmitteln. Auch wenn man noch nie davon gehört hat, kennt jeder insgeheim diesen Prozess – angefangen bei Produkten wie Kombucha, Kefir oder Sauerteigbrot. Fairment bringt nun die zeitgemäße DIY-Version auf den Markt.

Die beiden Gründer aus Berlin bieten ein Set an, mit dem jeder seinen eigenen Kombucha zuhause ansetzen kann. Der Lieferumfang umfasst einen Pilz, auch Scoby genannt, sowie Tee, Zucker, das Glas und verschiedenes Zubehör. Mit einer beigelegten Anleitung ist das Kombuchabrauen leicht durchführbar. Im fairment-Repertoire bieten die Gründer außerdem Sets für Wasserkefir, Milchkefir, Ingwerbier oder auch Produkte für Sauerteig und veganen Joghurt an.

Die Webseite lädt extrem schnell, Instagram und Facebook Auftritte sind auch auffindbar. Die Performance ist auf allen Kanälen zufriedenstellend und bietet sinnvolle Inhalte wie Rezepte, FAQs oder einen Onlineshop. Wir fragten uns anfangs, wie viele User sich tatsächlich für das Thema „Fermentieren“ interessieren würden, und ob hier eine DIY-Lösung gut ankommt. Die Antwort: überraschend viele.

Recherchiert man bei Trusted Shops, so findet man rund 2.100 Bewertungen, davon sind 1.919 mit 5 Sternen. Wow, an dieser Stelle lässt sich wirklich nichts bemängeln. Ein nächster Blick auf Amazon überzeugte uns in gleichem Maße: 236 Bewertungen und zu 94 Prozent mit 5 Sternen. Zusammenfassend haben die Gründer sowohl den Zeitgeist getroffen als auch ein tolles Produkt geschaffen.

Marketingtipp: Man merkt, ihr habt eure Hausaufgaben gemacht. Wir drücken die Daumen, dass mindestens einer der Löwen ein Fan des Fermentierens ist.

2. HomeShadows aus Wien (Österreich)

Gerd Wolfinger (50) spricht aus eigener Erfahrung: „Vor vier Jahren wurde bei uns in der Wohnung eingebrochen. Der materielle Schaden war nicht sehr hoch, aber das Gefühl danach ungut.“ Einbrüche sind leider keine Seltenheit: „EU-weit findet alle 23 Sekunden ein Einbruch statt, in Deutschland immerhin alle viereinhalb Minuten. In den meisten Fällen ist der Geschädigte nicht zuhause”, erklärt Roland Huber (50). Damit es den Langfingern nicht mehr so leicht gemacht wird, hat Gerd Wolfinger mit HomeShadows ein Gerät entwickelt, das vor Einbrechern schützen soll. Mittels der speziellen Technologie werden Schatten-Bewegungen im Raum simuliert, die den Eindruck erwecken sollen, dass jemand zu Hause ist. HomeShadows ist leicht bedienbar, Bewegungen werden zufällig berechnet und es erfolgt eine automatische Aktivierung bei Dämmerung. Mithilfe eines „Löwen” möchten die beiden Gründer HomeShadows möglichst vielen Menschen weltweit verfügbar machen.

Website: https://www.homeshadows.com/

Die Einschätzung der Expertin

Einbrüche passieren öfter als man glaubt. In Europa findet alle 23 Sekunden ein Einbruch statt, in Deutschland immerhin alle viereinhalb Minuten. Logisch, dass man sich davor schützen will. Dafür wurde HomeShadows entwickelt. Es werden Schatten-Bewegungen im Raum simuliert, die den Eindruck erwecken sollen, dass jemand zu Hause ist. Die Bewegungen werden zufällig berechnet und es erfolgt eine automatische Aktivierung bei Dämmerung.

Die Webseite entspricht grundlegenden Standards, jedoch gäbe es SEO-technisch einiges zu optimieren. Auch Social Media wird beim Wiener Startup bisher leider kleingeschrieben. Man könnte fast meinen, die Kommunikation auf Facebook und Instagram findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im eigenen Onlineshop werden zwei Versionen des Produktes angeboten: eines zu 29,99 Euro und eines zu 52,99 Euro. Den Unterschied der zwei Versionen konnten wir in der Beschreibung allerdings leider nicht herausfinden. Dieser Faktor rückt zudem schnell in den Hintergrund, wenn man beachtet, dass keines der beiden Produkte aktuell auf Lager ist. Bei der Suche nach Händleralternativen stößt man schnell auf Amazon, doch hier waren wir von dem im Vergleich zum eigenen Shop unverhältnismäßigen Preis von 99,00 Euro etwas verwirrt. Zudem ließen sich weder bei Trustet Shops, noch auf anderen Plattformen Rezensionen zum Produkt finden.

Marketingtipp: Gut gedacht ist noch nicht gut gemacht. Die Idee erregt zwar Aufmerksamkeit, nicht zuletzt weil man ähnliche Umsetzungen beispielsweise aus dem Spielfilm-Klassiker „Kevin allein in New York“ kennt, jedoch müssen beim Thema Marketing noch einige Stellschrauben gedreht werden. Nutzt aktiv Social Media, interviewt zufriedene User und kümmert euch um eure Bewertungen. Hier könnten auch Expertenmeinungen nicht schaden.

Sabrina Oswald (c) APA/Ludwig Schedl

3. ooshi aus Berlin

Wenn es nach den Gründerinnen von ooshi geht, könnten Tampons und Binden schon bald der Vergangenheit angehören. Kristine Zeller (37) und Dr. Kati Ernst (37) haben Periodenunterwäsche konzipiert, bei der das Menstruationsblut von einem Membransystem aufgesaugt und am Auslaufen gehindert wird. Dank der ausgewählten technischen Materialien fühlt sich ooshi komplett trocken an, und Bakterien und Gerüche werden in Schach gehalten. Die Perioden-Pantys unterscheiden sich weder bezüglich Pflege noch Optik wesentlich von normaler Damenunterwäsche: Sie lassen sich in der Waschmaschine reinigen und die Gründerinnen setzen auf Designs, die in Deutschland Bestseller sind.

Website: https://ooshi-berlin.de/

Die Einschätzung der Expertin

Bei ooshi gibt es eine Periodenunterwäsche, bei der das Menstruationsblut von einem Membransystem aufgesaugt und am Auslaufen gehindert wird. Durch die ausgewählten technischen Materialien soll sich ooshi komplett trocken anfühlen und Bakterien sowie mögliche Gerüche in Schach gehalten werden. Die Perioden-Pantys sehen aus wie normale Damenunterwäsche, sollen sich auch so anfühlen und sich in der Waschmaschine reinigen lassen.

In der Grundgesamtheit wirft das Erscheinungsbild der Website ein gutes Licht auf die Marke. Sie enthält alle notwendigen Informationen und kann auch in Sachen Ästhetik punkten. Aus SEO-Perspektive wäre etwas mehr Liebe zum Detail allerdings wünschenswert. Social Media wird gut genutzt, allerdings ist hier ein deutlicher Fokus auf Instagram erkennbar – was nichts Schlechtes ist! Wenn sich der richtige Kanal gefunden hat, kann eine Konzentration auf diesen eine durchaus sinnhafte Maßnahme sein. Rund 14.000 Abonnenten auf Instagram sind ein guter Beweis dafür. Die Bewertungen auf Trustpilot sind für Deutschland, Schweiz und Österreich extrem positiv. In Bezug auf das Produkt selbst haben die Gründerinnen alles richtig gemacht.

Marketingtipp: Ihr solltet die Story noch klarer herausarbeiten und mehr Emotionen wecken. Außerdem ließen sich allein alle objektiven Vorteile, die das Produkt hat, wunderbar kommunizieren. Zudem ließe sich vielleicht auch der Name überdenken, sodass er mehr auf das Produkt selbst anspielt. Alles in allem schätzen wir eure Chancen aber dennoch als recht gut ein!

4. Scanstation aus München

Mit ihrer App sollen lange Wartezeiten in der Schlange an der Kasse zukünftig passé sein. Die Gründer und Wirtschaftsmathematiker Andreas Klett (35) und Leo von Klenze (35) stellen den „Löwen“ ihren digitalen Shoppingbegleiter vor. Mit Scansation soll das Shopping schneller und smarter möglich sein – und davon profitieren nicht nur die Kunden sondern auch stationären Händler. Nach dem Runterladen der kostenlosen App wählt der User den entsprechenden Markt aus und schon kann es losgehen. Während des Einkaufs werden die Produkte mit dem Handy eingescannt und in einem Online-Warenkorb in der App abgespeichert. Ist der Einkauf beendet, fotografiert der Kunde seine Produkte im Einkaufswagen und die App erstellt einen QR-Code, den das Kassenpersonal einlesen und abrechnen kann. Das zeitlich aufwendige Umpacken vom Einkaufswagen aufs Band und wieder zurück entfällt. Die App wird anonym genutzt, so dass der Supermarkt die Daten nicht persönlich zuordnen kann. Aber der Supermarkt weiß, dass der anonyme Käufer X zum Beispiel immer gerne bestimmte Nudeln kauft. Mit dieser Information kann er passende Angebote auf das entsprechende Handy schicken. Weitere Features für die App sind in Planung.

Website: https://www.scansation.de/de/

Die Einschätzung der Expertin

Mit Scansation sollen mithilfe der gleichnamigen App lange Wartezeiten in der Schlange an der Kasse künftig passé sein. Ja, das wäre nett. Quasi ein anonymes datenschutzfreundliches Amazon Go.

Liest man sich in die Lösung ein, relativiert es sich allerdings etwas, denn der Aufwand wird für den Käufer nicht wirklich weniger. Während des Einkaufs werden die Produkte mit dem Handy eingescannt und in einem Online-Warenkorb in der App gespeichert. Ist der Einkauf beendet, fotografiert der Kunde seine Produkte im Einkaufswagen, und die App erstellt einen QR-Code, der das Kassenpersonal einlesen und abrechnen kann. Man tauscht also den Aufwand des Aus- und Einräumens des Einkaufswagens an der Kassa gegen das Scannen ein. Damit sollen die Warteschlangen an der Kassa deutlich kürzer werden.

Die Anwendung wird im App Store mit 4,2 bzw. 4,4 Sternen sehr positiv bewertet. Wenn man die Website unter die Lupe nimmt, fällt allerdings auf, dass fast in allen Punkten eine bessere Lösung hätte gefunden werden können. In puncto teilnehmender Shops wird nur ein einziger Händler in Bad Feilnbach angezeigt.

Marketingtipp: Was technisch im Bereich des Möglichen ist, muss nicht automatisch sinnvoll sein. Nur ein teilnehmender Händler für eine Lösung, über welche bereits im Jahr 2017 berichtet wurde, ist wenig vertrauenserweckend. Seit Jahren wird an technischen Lösungen für das Einkaufserlebnis gearbeitet, es stellt sich die Frage, was diese wirklich verbessern. Für den Konsumenten geht es eher in Richtung Nullsummenspiel: mehr Aufwand beim Scannen, dafür kürzer bei der Kasse anstellen, während der Händler Kosten für ein weiteres System im Laden hat. Einzig und allein die vage Hoffnung, dass Kunden mehr kaufen, wenn sie weniger lange bei der Kassa warten müssen, könnte Händler zur Einführung von Scansation motivieren. Das wird schwierig bei den Löwen.

5. Elimba aus Bornheim

Als Elias El Gharbaoui (23) während einer mehrmonatigen Südamerika-Reise zum ersten Mal an einer traditionellen Kakao-Zeremonie teilnahm, hat ihn das Thema nicht mehr losgelassen. Ähnlich wie bei einer Tee-Zeremonie wird das Getränk in geselliger Runde zubereitet und zusammen genossen. Der Kakao soll dabei eine stimmungsaufhellende Wirkung haben. Zurück in Deutschland und inspiriert durch die Inkas hat sich Elias an die Entwicklung seines eigenen Kakaos gemacht. Heraus kam Elimba, eine Kakao-Kugel, die aus der Edelkakaosorte Criollo hergestellt wird. Dabei werden ungeröstete ganze Kakaobohnen verwendet, denn so bleiben sämtliche Inhaltsstoffe erhalten. „Roher Kakao ist super gesund, enthält viele Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und gilt sogar als Superfood”, so Elias El Gharbaoui.

Website: https://elimba.de/

Die Einschätzung der Expertin

Wer einmal eine traditionelle Kakao-Zeremonie erlebt hat, den soll das Thema nicht mehr loslassen. Vergleichbar mit einer Tee-Zeremonie wird das Getränk in geselliger Runde zubereitet und zusammen genossen. Denn der Kakao soll eine stimmungsaufhellende Wirkung haben. Um das jederzeit genießen zu können, gibt es Elimba, eine Kakao-Kugel, die aus der Edelkakaosorte Criollo hergestellt wird. Dabei werden ungeröstete, ganze Kakaobohnen verwendet, denn so bleiben sämtliche Inhaltsstoffe erhalten.

Die Webseite ist optisch ansprechend, lässt uns aber leicht verwirrt in der Navigation zurück. Die Mischung aus B2B- und B2C-Ansprache lässt die Seite teilweise etwas unübersichtlich erscheinen. Im eigenen Onlineshop ist leider ist nur das Starterset sofort lieferbar, für alle anderen Produkte gibt es Wartezeiten von bis zu drei bis vier Wochen. Social Media wird im Allgemeinen eher zaghaft eingesetzt. Auf Facebook und Instagram laufen aktuell keine Ads, auf Pinterest finden sich 8 Pins und auf Twitter ist kein einziger Tweet zu finden. Besser wären in diesem Fall weniger Kanäle, aber dafür mehr Content.

Marketingtipp: Eure Story von der Kakaozeremonie ist stimmig und gefällt uns. Davon hätten wir gerne mehr gesehen. Das Video auf eurer Website, in welchem der Kakao angerührt wird, ist zwar gut produziert, erzählt uns jedoch zu wenig über das Produkt. Weiht uns in die Zeremonie ein, erzählt uns mehr über den Hintergrund, und, und, und.

Unser Favorit für Folge 11 von „Die Höhle der Löwen“

Unser persönlicher Favorit dieser Folge ist fairment. So viele tolle Bewertungen von Nutzern geben Hoffnung auf ein Investment der Löwen. Aber Fermentieren muss man wollen. Ooshi hat unserer Ansicht auch Chancen, gerne würden wir hier die Geschäftszahlen für eine bessere Einschätzung einsehen.

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In der heißesten Zeit des Jahres können die Produkte und Dienstleistungen von Startups Abhilfe schaffen. | (c) AdobeStock

Von Sonnenbrillen für Kinder über vegane Grillalternativen bis zu effizienteren Klimaanlagen: Österreichische Startups verbessern den Sommer mit ihren innovativen Ideen. Rechtzeitig zur sonnenreichsten Zeit des Jahres stellen wir Produkte und Dienstleistungen vor, die auch für euch hilfreich sein können.  

SooNice

Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography
Die beiden Gründerinnen von SooNice Sunnies: Christina Reifeltshammer und Doris Reifeltshammer | (c) verenaschierl photography

Im Sommer darf eines nicht fehlen: die passende Sonnenbrille. Das österreichische Startup SooNice produziert sie speziell für Kinder. Kratzfeste Brillengläser und Seitenklappen sollen hochwertigen UV-Schutz bieten. Dabei setzt das Unternehmen mit biobasiertem Kunststoff auf Nachhaltigkeit. Das Konzept scheint zu funktionieren, denn das vergangene Geschäftsjahr war für das Unternehmen das bisher erfolgreichste. 2026 rechnet man mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Konkret brachte SooNice zur Saison 2026 zwei neue Modelle und eine neue Farbvariante auf den Markt. Mit den 10- bis 16-Jährigen will das Startup eine neue Zielgruppe erschließen. Zusätzlich kam 2026 eine Sonnenbrille für sportliche Aktivitäten auf den Markt. Geografisch setze die Firma laut Geschäftsführerin Christina Reifeltshammer aktuell einen Fokus auf die BeNeLux-Länder.

Like2camp

Legales, naturnahes Campen: like2camp macht es möglich. | (c) like2camp

Für viele ist es der Urlaub schlechthin: Campen in der Wildnis. Dabei ist es oft gar nicht so einfach, einen naturnahen Stellplatz zu finden, der auch noch legal ist. Das Salzburger Startup like2camp hat sich genau dieses Problems angenommen. Sie wollen Camper:innen eine Alternative zum Wildcampen bieten, indem sie auf ihrer Plattform naturnahe Stellplätze vermitteln. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass die Schweizer Buchungsplattform Nomady das Salzburger Startup im Rahmen eines Asset-Deals übernimmt. Like2camp wurde dabei vollständig in nomady.camp integriert, blieb aber als Produkt und Marke innerhalb von Nomady bestehen. Die Schweizer Buchungsplattform hatte bereits davor eine Plattform für naturnahes Campen in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien betrieben. Durch den Zusammenschluss soll die Reichweite erhöht und die Community erweitert werden.

Die Pflanzerei

Gründerin Nadina Ruedl vertreibt vegane Hausmannskost in Wien. | (c) Die Pflanzerei

Für viele Österreicher:innen gehört Grillen einfach zum Sommer. Für all jene, die auf Fleisch verzichten, bietet das Startup “Die Pflanzerei” rund um Gründerin Nadina Ruedl eine geeignete Alternative. In ihrem Shop im siebten Wiener Gemeindebezirk bekommt man österreichische vegane Hausmannskost. Sie verkauft neben veganen Würsteln unter anderem auch pflanzlichen Leberkäse, Fleischknödel oder Schnitzel. Beim Wirtschaftspreis Trigos wurde die Pflanzerei 2025 in der Kategorie “regionale Wertschaffung” ausgezeichnet. Das Projekt „Regionale Wertschöpfung bei pflanzenbasierten Fleischalternativen“ wurde dabei hervorgehoben. Damit unterstützt die Pflanzerei regionale Traditionsbetriebe beim Einstieg in pflanzliche Alternativen. 

so.cool

(l.n.r.) Ben Assa, Philippe Schmit (CEO) und Alireza Eslamian (CTO) setzen auf innovative Lösungen. | © Alex Wieselthaler

Diesen Sommer hatte Österreich mit einer Hitzewelle nach der anderen zu kämpfen. Die Temperaturen in Wiens Wohnungen stiegen teilweise jenseits der 35 Grad, in den Nächten kühlte es nicht ab. Die Klimaanlagen des Startups so.cool (vormals Social Cooling) können Abhilfe schaffen. Das Besondere: Das patentierte thermische Energiespeichersystem Terra Breeze funktioniert ohne den klassischen Abluftaustausch und muss nicht installiert werden. Die Wärme wird nicht nach außen geleitet, sondern im Gerät gespeichert und wieder abgegeben, wenn niemand im Raum ist. Das System soll laut so.cool rund 40 Prozent weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Klimaanlagen. Das Konzept scheint zu überzeugen, vergangenes Jahr holte das Startup ein Pre-Seed-Investment von 400.000 Euro. Lead-Investoren waren der Schweizer Krypto-Unternehmer Robert Lauko sowie das Wiener Family Office c.e.l.l. Investment, das vor allem im Nachhaltigkeitsbereich aktiv ist. Im März eröffnete so.cool einen neuen Standort im Wiener Technologiezentrum Seestadt. 

Dæly

Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly
Die Dæly-Gründer v.l.: Paul Truffner, Florian Ritter und Alexander Walliser | (c) Dæly

Sommerzeit ist Ferienzeit. Viele Familien stellt sie vor organisatorische Herausforderungen. Das Grazer Startup Dæly setzt genau hier an: bei der Planung. Ein 15,6 Zoll großer Touchscreen soll die Zettelwirtschaft von Einkaufslisten, Kalendern, To-Do-Anwendungen etc. beseitigen und so die Organisation erleichtern. Kinder besäßen laut Co-Founder Florian Ritter noch kein Smartphone. Daher müssen Eltern neben digitalen auch analoge Kalender pflegen. Die Organisation werde daher auf bis zu acht verschiedenen Geräten abgewickelt, was zu mangelndem Überblick, ständigen Missverständnissen und Koordinationsstress im Alltag führe.

Vereinsplaner

Vereinsplaner-Gründer (v.l.) Lukas Krainz und Mathias Maier © Vereinsplaner

Egal ob Meisterschaft, Camps oder Trainingslager: Im Sommer blühen Österreichs Vereine auf. Auch bei ihnen ist die Organisation oftmals nicht leicht. Der Vereinsplaner soll Vereinsvorständen die tägliche Arbeit erleichtern. Das Online-Verwaltungstool kann von der Terminplanung über Mitgliedermanagement bis hin zu Dokumentenverwaltung eingesetzt werden. 2022 machte das Startup mit einem Auftritt bei “2 Minuten 2 Millionen” erstmals auf sich aufmerksam. Zuletzt dehnte das Unternehmen seine Aktivitäten nach Deutschland aus. Mit einer Niederlassung in Passau sollen die Betreuung vor Ort sowie lokale Partnerschaften intensiviert werden. 

Sonnnig

Das sonnnig-Gründerteam: Roman Öfferlbauer, Jonathan Buchinger und Lukas Hückel © sonnnig

In keiner Jahreszeit gibt es so viele Sonnenstunden wie im Sommer. Das erhöht auch die Stromproduktion von PV-Anlagen. Das Energy-Sharing-Startup Sonnnig verwaltet Energiegemeinschaften. So können z.B. Familien ihre Wohnsitze verbinden und Strom austauschen oder Einzelpersonen ihr Strom-Guthaben einlösen. Ursprünglich konzentrierte sich das Startup auf Endverbraucher, also Privatpersonen, Unternehmen und Gemeinden. Nun soll Sonnnig aber auch mit Energieversorgern kooperieren, denn Energieversorgungsunternehmen stünden zunehmend vor einem Einkaufs- und Prognoseproblem.     

infrared.city

Der Hitzestress in Wien wird hier visualisiert. (c) Live.infrared.city

Die Sommer werden immer heißer und Großstädte wie Wien stehen zunehmend unter Hitzestress. Die Hitze ist nicht nur unangenehm, sondern unter Umständen auch gefährlich. Das ClimateTech-Startup live.infrared.city möchte dem entgegenwirken. Es liefert eine kostenlos abrufbare Echtzeit-Hitzekarte, die das gesamte Wiener Stadtgebiet abdeckt. Dadurch sollen unkompliziert die kühlste Route, die schattigsten Straßen oder das heißeste Gebiet gefunden werden. Wien war die erste Stadt, die von live.infrared.city abgedeckt wurde. Mittlerweile sind auch London, New York und Stuttgart auf der Webseite zu finden.

Kennt ihr noch Startups, die euch den Sommer erleichtern? Dann schreibt uns unter [email protected].

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