20.09.2021

„Höhle der Löwen“: E-Bike-Startup ruft 16 Millionen Euro Bewertung aus

In dieser Folge von "die Höhle der Löwen" ging es um stylische E-Bikes, Protein-Bier und in Stein versteckte Blumen. Zudem hatte ein grüngewandter Gründer die Zeichen der Zeit erkannt, während eine junge Gründerin mit ihrem Charme und ihrer Gewitztheit überzeugte.
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Novus, Höhle der Löwen
RTL / Bernd-Michael Maurer Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer mit hoher Firmenbewertung in der Show.
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Die ersten in der „Höhle der Löwen“ – die immer montags um 20.15 Uhr bei VOX sowie jederzeit auf Abruf über TVNOW.at zu sehen ist – waren René Renger und Marcus Weidig. Sie präsentierten den Investoren ein E-Motorrad namens Novus, das sie als das erste Premium-Elektro-Leichtkraftrad der Welt bezeichnen. Der Motor des Gefährts wurde aus dem Rahmen herausgenommen und im Hinterrad platziert. An dessen Stelle befinden sich jetzt nur noch die Batterie und die Elektronik. Mit 75 Kilogramm sei es um die Hälfte leichter als vergleichbare Fahrzeuge. Und das bei 40 PS.

App und LED-Ring

Der Vollkarbonrahmen von Novus ist wie eine Nussschale hohl. Dadurch soll allen elektrischen Komponenten Schutz geboten werden. Zudem ist er die tragende Struktur und gibt dem Motorrad seine Gestalt. Mithilfe der optionalen Novus-App kann das Motorrad per LED-Ring gestartet und für Daten wie Geschwindigkeit, Reichweite und Ladestand sowie die integrierte Navigation genutzt werden.

Novus
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Novus war für Investor Carsten Maschmeyer einen genauen Blick wert.

Während dem Pitch sorgten die Gründer mit einer Anekdote gleich für Unterhaltung und Bewunderung, als sie erzählten, dass sie 2019 auf der CES in LAS Vegas waren und am zweiten Tag sich Mitarbeiter von Elon Musk gemeldet hätten. Der Tesla-Gründer wollte damals gleich den Novus-Prototypen kaufen. Schweren Herzens und mit angetrunkenem Mut lehnten die Beiden das Angebot ab, weil sie die Vision haben, aus Novus „die wirklich große Mobilitätsmarke“ zu machen. Mit ihrem aktuellen Vorserienprototyp stehen die Gründer auch kurz vor der Serienproduktion. Die Forderung: 1,6 Millionen Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Der vergessliche Rosberg

Nach dem Pitch wollte Rosberg scherzhalber die Gründer ärgern, indem er sich „beleidigt“ stellte, da die beiden zwar in Las Vegas gewesen waren, aber nicht auf seinem Greentech Festival in Berlin. Dieser „Schuss“ ging nach hinten los, da die beiden jungen Männer den Löwen mit ihrer Gegenfrage „Kannst du dich nicht mehr an uns erinnern?“ in Verlegenheit brachten. Er wäre sogar zwei Sekunden neben dem Motorrad gestanden.

Nach dieser Erheiterung erfuhr Familien-Investorin Dagmar Wöhrl, dass das Grund-Fahrzeug 30.000 Euro kostet, bei Herstellungskosten von rund 18.000 Euro. Und weiter, dass man bis 2024 8,8 Millionen Euro Umsatz erreichen möchte. LEH-Experte Ralf Dümmel stieg als erster aus. Er war beeindruckt, sah sich aber nicht in dem Geschäftsfeld beheimatet. Familien-Investorin Dagmar Wöhrl sah es ähnlich und ging auch ohne Angebot.

Novus: „Das heißeste Gerät der Sendung“

Beauty-Queen Judith Williams nannte Novus das „heißeste Gerät“, das sie in der Höhle der Löwe gesehen hätte. Aber auch sie ging ohne Offerte. Somit blieben Multi-Investor Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg über. Zweiter hielt sich zurück und bestand darauf, dass sein Kollege den Anfang machte.

Jener stellte nochmal Fragen, bei denen man das Gefühl bekam, er wog die Gründer. Ihm gefiel alles sehr gut, jedoch wenn es um konkrete und fassbare Dinge gehe, blieben die Founder etwas schuldig, meinte er. Nach diesem Abschied, erklärte Rosberg, er tue sich schwer, bei so einem Kapitalaufwand direkt im Studio zu entscheiden. Trotz Versuchen der Gründer Argumente zu bringen, stieg der Ex-Rennfahrer aus. Kein Deal für Novus.

48 Topfpflanzen, Liebe und eine Idee

Der zweite Teilnehmer in der „Höhle der Löwen“ hatte die Idee zu seinem Startup seiner Freundin zu verdanken. „Sie liebt Pflanzen. Ich habe mal durchgezählt: Wir haben 48 Topfpflanzen, alle in unterschiedlichen Töpfen. Von Plastik bis Beton steht alles bei uns herum. Sie alle sehen unnatürlich aus und haben keinen weiteren Nutzen“, begann Jeffrey Javelona seinen Pitch.

Steine spalten für Blumen

Deshalb hat er gemeinsam mit seinem Co-Gründer Valentin Muckle einen neuen Pflanzenübertopf entwickelt. Botanyia sehe zwar aus wie ein schöner Naturstein, sei aber viel mehr als das. Javelona bezeichnete sein Produkt als die cleverste Blumenabdeckung der Welt. Denn, es ist möglich den Stein in zwei Hälften zu zerteilen und mittels des integrierten Magnetverschlusses wieder über der Pflanze zu schließen.

Botanyia
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Jeffrey Javelona (l.) und Valentin Muckle präsentierten die Blumentopfabdeckung Botanyia.

Neben der natürlichen Optik habe Botanyia noch weitere Funktionen: „Er schützt die Erde vor Sonnenstrahlung und verhindert somit das zu schnelle Austrocknen. Dadurch muss die Pflanze deutlich weniger gegossen werden”, erklärte Javelona.

Sandstein und Marmor

Aktuell gibt es das Produkt in den Ausführungen Sandstein- und Marmoroptik mit zwei verschiedenen Öffnungen. Ausgeliefert wird der Stein mit einem weiteren Pflanzentopf, einem Untertopf und Kokoserde. Um den Markt zu erobern, benötigten die Gründer 100.000 Euro und boten dafür 20 Prozent ihrer Firmenanteile an.

Nach dem Pitch erklärten sie den hohen VK-Preis von rund 60 Euro mit Materialkosten und hohem Arbeitsaufwand, da Botanyia handgefertigt werde. Muckle und Javelona war bekannt, dass dies zu teuer sei, deshalb würden sie eine skalierbare, maschinelle und hohe Produktionszahl ins Auge fassen, um den Preis auf rund 35 Euro zu drücken.

Drei Absagen in der „Höhle der Löwen“

Konzernchef Nils Glagau wollte es dennoch nicht wagen und stieg aus. Auch für Medienprofi Georg Kofler war das Startup noch zu früh dran. Maschmeyer fand es fair, dass die Gründer zugaben, noch nicht so viel wert zu sein, wie sie forderten, dennoch ging auch er ohne Angebot. Er glaubte nicht daran, dass Kunden darauf so richtig anspringen würden.

Williams zweifelte an dem Produkt, fand keine Leidenschaft in sich und ließ schließlich Dümmel als letzte Hoffnung über. Jener widersprach seinen Kollegen und sah es ganz anders. Er nannte es den hübschesten Übertopf, den er je gesehen hätte. Zudem fand er die Ehrlichkeit der Gründer großartig. Er bot 100.000 Euro für 30 Prozent. Und die Garantie, dass sie in Baumärkte hineinkommen würden. Kein Zögern bei Javelona und Muckle. Deal für Botanyia.

Mobiler Arbeitsplatz in der „Höhle der Löwen“

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wo werden wir arbeiten? Dies sind Fragen, die sich der nächste Kandidat in der „Höhle der Löwen“ gestellt hat. Karsten Kossatz hat independesk gegründet und erklärte in der Show: „Mit meinem Startup treffe ich den Nerv der Zeit. Nach Monaten im Homeoffice, in Quarantäne und im Lockdown schaffen wir einen mobilen Arbeitsplatz, der nicht in den eigenen vier Wänden ist.“

Kossatzs Gedankengang ist folgender: Nicht jeder hat ein voll ausgestattetes Arbeitszimmer zu Hause. Das WLAN ist nicht stabil, die Kinder toben im Hintergrund und der eigene Arbeitsplatz ist wahlweise am Küchentisch, auf der Wohnzimmercouch oder auf der Bettkante zwischen Bügelbrett und Wäschekorb. Und auch mit Arbeitszimmer falle vielen Menschen nach Monaten im Homeoffice die Decke auf den Kopf.

independesk, Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Karsten Kossatz trifft mit independesk, einer digitalen Plattform für Desksharing, den Nerv der (Arbeits)Zeit.

Genau hier möchte independesk ansetzen: Über die digitale Plattform kann jeder in seiner Nähe einen Schreibtisch in professioneller Umgebung buchen. Ein weiteres Plus: Durch das Wegfallen von langen Arbeitswegen und das tägliche Pendeln mit dem Auto werde die Umwelt geschont. „Studien sagen, wir könnten 5,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen, wenn wir nur an zwei Tagen pro Woche auf den Arbeitsweg verzichten“, sagte der Gründer.

Arbeiten am Fernsehturm

Angeboten werden einzelne Schreibtische und Meetingräume in Agenturen oder Unternehmen, die zeit- oder tageweise ungenutzt sind, genauso wie Arbeitsplätze in Cafés, Restaurants, Hotels, Coworking-Spaces oder an besonderen Orten, wie beispielsweise auf dem Berliner Fernsehturm. Aktuell sind im independesk-Portfolio mehrere hundert Locations. Um sein Angebot weiter auszubauen, benötigte der Founder 150.000 Euro und bot dafür 15 Prozent der Firmenanteile.

Kossatz trat grün wie die Hoffnung ins Studio, zeigte wie eine Reservierung funktioniere und erklärte, dass der gemeine Deutsche am Tag im Schnitt 44 Minuten an Arbeitsweg verschwende. Danach stimmten ihm Maschmeyer und Wöhrl zu und nannten die von ihm propagierte Arbeitswelt die Zukunft.

Von Hamburg bis München

In fünf Monaten hat Kossatz 1.300 Nutzer und mehr als 120 Buchungen verwirklicht. Nach Berlin plane er einen baldigen Rollout nach Hamburg, München, Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Mit einer internationalen Perspektive.

Während Maschmeyer und Medienprofi Kofler tuschelten, ging – mit großem Lob – Dümmel ohne Angebot. Beide sich beratenden Löwen erzählten dann von ihrer Idee einer virtuellen Arbeitswelt und boten 150.000 Euro für 25,1 Prozent Anteile.

Nicht die einzige Löwin

Dagmar Wöhrl hatte auch an der Idee Gefallen gefunden und bot ebenfalls 150.000 Euro, allerdings für 18 Prozent. Glagau startete seinen Monolog mit einem Lob des Kleidungsstils von Kossatz, sprach von „New Work“ und Nachhaltigkeit und offerierte ebenfalls 150.000 Euro für 15 Prozent. Das wiederum rief Maschmeyer und Kofler auf den Plan. Sie verbesserten ihr Angebot auf 251.000 Euro für 25,1 Prozent.

Wöhrl erklärte daraufhin, dass, wenn der Gründer skalieren wolle, es ja klar sei, dass diese 150.000 Euro nicht reichen würden. Zudem hätte sie gute IT-Leute an der Hand, die ihm helfen würden. Sie bot dann 200.000 Euro für 18 Prozent, mit der Aussicht auf mehr.

Gründer fordert mehr als vorher

Kossatz zog sich zu einem Telefonat zurück, kehrte wieder und wollte nach einem Pep-Talk seines Gesprächspartners verhandeln. 25,1 Prozent Anteile abzugeben, wären zu so einem frühen Zeitpunkt zu viel. Er fragte Maschmeyer und Kofler, ob sie bereit wären, jeweils 100.000 Euro zu investieren und dabei je 7,5 Prozent zu erhalten – inklusive eines Vorkaufsrecht bei der nächsten Runde, die zu einer Sperrminorität führen könne.

Während die beiden sich berieten, sprach Dümmel etwas erbost an, dass dieses Neuangebot doch über dem ursprünglichen liegen würde. Danach erklärte Kofler, dass er die Sorge des Gründers verstehe und schlug, auch im Namen Maschmeyers, vor, das Angebot anzunehmen. Allerdings mit einem „Discount“ von 20 Prozent bei der nächsten Finanzierungsrunde. Deal für independesk.

Oh Sneaker, my Sneaker….

Die nächste und jüngste Gründerin der Staffel präsentierte in der „Höhle der Löwen“ eine Lösung für ein Alltagsproblem unter Schuhliebhabern: Glossy Dreams (in der Sendung noch Glossy Seams) von Lina Bouhmidi soll dreckigen Schuhen neuen Glanz verleihen.

Weiße Sneaker erfreuen sich in der Szene großer Beliebtheit, allein in Deutschland würden 600 Millionen Euro pro Jahr für diese Art des Schuhwerks ausgegeben. Doch ein Problem gebe es laut der Gründerin: Die Schuhe lassen sich zwar säubern, aber die weißen Nähte bleiben auf Dauer schmutzig. Mit den gängigen Produkten auf dem Markt war die Jura-Studentin nicht zufrieden. So hat sie in der Garage ihres Vaters ein kleines Labor aufgebaut und über neun Monate an dem neuen Schuhpflegeprodukt getüftelt.

Höhle der Löwen
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Lina Bouhmidi widmet sich mit Glossy Dreams Sneakernähten.

„Das Problem war, eine Konsistenz zu entwickeln, die intensiv an der Naht haftet, die Naht umhüllt und eine gebrauchte Naht reinigt, sodass auch bereits getragene Sneaker davon profitieren und der Stift nicht nur als Vorbeugung dient“, erklärte Bouhmidi.

40 Sekunden und alles wie neu?

Mit Glossy Dreams hat sie daher einen Imprägnierstift (unter anderem mit Latex, Öl und Wasser) entwickelt, der ganz einfach in der Handhabung sein soll: Vor der Anwendung die Verschmutzungen an den Schuhen mit einem Tuch entfernen und mit dem Stift die Nähte gezielt und punktuell imprägnieren. Die Naht wird mit einem weißen Schutzfilm umhüllt, sodass zukünftiger Schmutz daran abperlt. Nach 40 Sekunden Einwirkzeit kann man die Reste abwischen und die Naht sehe aus wie neu.

Aktuell gibt es Glossy Dreams in den Farben Weiß und Schwarz. Vertrieben wird über ihren Onlineshop. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigte sie 75.000 Euro und wollte dafür 12 Prozent ihrer Firmenanteile abgeben.

Die putzenden Löwen

Nach dem Pitch wurden die Löwen dazu eingeteilt, schmutzige Sneaker zu reinigen. Maschmeyer zeigte sich als erster Investor überzeugt. Danach gewann Bouhmidi einiges an Sympathie, als sie von ihren zwei Jobs erzählte, um ihr Projekt zu finanzieren und allgemein mit ihrem Enthusiasmus überzeugte. Zudem berichtete sie von einer „Power Point“-Präsentation für ihre Eltern, die allerdings davon etwas überfordert waren, wie die Gründerin erklärte. Dann aber meinten, „mach nur“.

Glagau stieg mit Tipps aus, das Branding zu verfeinern. Er störte sich am Namen, der wenig aussage und stieg aus. Kofler widersprach zwar, alles wäre toll, aber die Schuhpflege sei nicht sein Metier.

Williams als Sneaker-Liebhaberin hatte ein Problem mit der Performance des Produkts. Es sei nicht schlecht, aber etwas müsse noch passieren, meinte sie. Trotz guter Versuche die Löwin zu überzeugen, stieg jene äußerst charmant aus.

Maschmeyer als Versicherung

Dann trafen sich die Blicke von Dümmel und Maschmeyer. Der LEH-Experte meinte, die Gründerin brauche noch sehr viel Hilfe. Deshalb und mit seinen Fachleuten im Hintergrund bot er 75.000 Euro für 30 Prozent. Maschmeyer erklärte, dass er bis zum Ende gewartet hatte, um zu sehen, ob ein Kollege einsteigen würde. Ohne Deal hätte er sie nie gehen lassen, weil sie die stärkste junge Gründerin der Sendung gewesen sei. Er stieg aus und Dümmel bekam den Deal.

Bier für Sportler in der „Höhle der Löwen“

Das Ende der „Höhle der Löwen“ gehörte dem Gründer-Duo Erik Dimter und Tristan Brümmer. Sie brachten den Löwen JoyBräu mit – funktionale Biere, die besonders für Sportler geeignet sein sollen. Entstanden ist ihre Idee 2015 in Singapur.

„Erik und ich waren für eine große Reederei im Auslandseinsatz. Als begeisterte Sportler haben wir gemeinsam nach der Arbeit jeden Tag trainiert“, so Tristan. „Zur Unterstützung des Muskelaufbaus haben wir uns anschließend immer einen klebrigen, übersüßten und manchmal künstlich schmeckenden Proteinshake herunter gequält.“

Höhle der Löwen, JoyBräu
(c) RTL / Bernd-Michael Maurer – Erik Dimter (l.) und Tristan Brümmer haben mit „JoyBräu“ alkoholfreies Proteinbier erfunden.

Dazu muss es doch eine Alternative geben, dachten sich die Gründer. Und kombinierten die Vorteile eines Proteinshakes mit dem Geschmack eines frisch gebrauten Bieres. Nach zweieinhalbjähriger Forschungsarbeit gemeinsam mit einem Team der TU Berlin entsprang JoyBräu.

In ihrem Sortiment bieten die Gründer drei verschiedene alkoholfreie Produkte an: „Proteinbier + Zitrone“ mit 15 Gramm Protein und 100 Prozent natürlicher Zitrone, das „Proteinbier Light“ mit sieben Gramm Protein und 63 Kalorien pro Dose, sowie das „isotonische Vitaminbier“ mit den Vitaminen C, B12 und B9.

Gärung ohne Alkohol

„Unsere funktionalen Biere sind weltweit einzigartig und das liegt an unserem innovativen Herstellungsverfahren. Auf unsere spezielle Hefe haben wir sogar ein Patent. Diese hat die besondere Eigenschaft, dass sie während der Gärung Geschmack, aber keinen Alkohol produziert. Das ist eine absolute Neuheit und macht unsere Biere so besonders“, meinte Dimter.

Zudem ermögliche ihr spezieller Brauprozess das Einbringen funktionaler Inhaltsstoffe wie Vitamine und Proteine. Seit dem Markteintritt wurden die Gründer mit internationalen Preisen wie z.B. dem „FIBO Innovation & Trend Award“ und dem „Superior Taste Award“ ausgezeichnet. Ihr Angebot: 300.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile.

Hohe Kosten als „nettes“ Problem

Nach der Kostprobe des Proteinbier Light meinte Maschmeyer freundlich, es schmecke wie Radler „in bitter“. Williams lobte das Getränk, während Glagau meinte, es schmecke nicht wie Bier. Sei aber dennoch erfrischend. Das Vitaminbier wiederum erinnerte alle Löwen vom Geruch her an das beliebte Getränk. Das Lemon-Bier weckte größtenteils auch Begeisterung im Studio.

Seit 2018 hatte das Startup mehr 1,5 Millionen Euro umgesetzt. 2020 allerdings nur rund mit 325.000 Euro. Die Schließung der Fitnessstudios wäre unter anderem das Problem gewesen. Der eigentliche Grund allerdings lag woanders: Die Gründer erzählten, dass sie sich in dieser schweren Zeit von Lockdown und Kurzarbeit nicht von ihren Mitarbeitern trennen hätten wollen und diesen großen Kostenblock mitgeschleppt haben. Konkret: 625.000 Euro Personalkosten bei 17 Mitarbeitern. Mittlerweile hätten sie sieben.

Respekt von Wöhrl

Dümmel stieg aufgrund der Firmenbewertung aus. Wöhrl rechnete dem Duo hoch an, dass es versucht hätte, die Mitarbeiter während der Krise zu halten. Allerdings sei der Markt an alkoholfreien Bieren zu groß. Nach dieser Absage gab Maschmeyer zu, dass ihm seine innere Stimme sagte, die Founder wären nur aus Marketingzwecken in der Show. Dem widersprachen Dimter und Brümmer. Man brauche akut einen Distributionspartner, sagte sie.

Williams sah die Bewertung ebenfalls als „zu scharf“ an und stieg aus. Der letzte Löwe, Glagau, ärgerte sich. Er fand die Marke „cool“, mochte den Trend, den die Gründer erkannt hätten und hob ihre Ehrlichkeit hervor. Er glaube eigentlich an diese Produktkategorie, ließ sich zusichern, dass es keine „Leichen im Keller“ gebe und bot die 300.000 Euro für 25 Prozent. Mit dem Zusatz, dass er die fünf Prozent abgeben würde, wenn er zu bestimmende „Milestones“ nicht erreiche. Die Gründer kehrten mit dem Vorschlag zurück, aus den fünf Prozent, die an Meilensteine gekoppelt sind, sieben zu machen. Deal für JoyBräu.

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Bybit-Payments-Chef Krick: „Eine Banklizenz schließen wir für die Zukunft nicht aus“

Die Bybit Payments GmbH hat von der FMA eine E-Geld-Konzession erhalten und treibt damit den Ausbau des Wiener EU-Standorts voran. Im Interview erklärt Geschäftsführer Bernhard Krick, warum die Wahl auf Österreich fiel, was aus Bybit.eu werden soll und warum er eine Banklizenz nicht ausschließt.
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Bernhard Krick, Geschäftsführer der Bybit Payments GmbH | (c) Bybit

Anfang August erhielt die Bybit Payments GmbH von der Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Konzession als E-Geld-Institut, nach rund neun Monaten Verfahren. Laut Geschäftsführer Bernhard Krick gibt es die Lizenz zwar seit rund 25 Jahren, durchschritten hätten das Verfahren aber erst zwei Marktteilnehmer. Mit der Konzession baut die nach eigenen Angaben gemessen am Handelsvolumen zweitgrößte Kryptobörse der Welt ihre EU-Zentrale in Wien weiter aus. Die Schwestergesellschaft Bybit EU GmbH hält bereits seit Mai 2025 eine MiCAR-Zulassung. Im Interview spricht Krick über das Verfahren, die Standortwahl und die Frage, ob am Ende eine Banklizenz steht.


Die Bybit Payments GmbH hat von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Lizenz als E-Geld-Institut erhalten. Wie lange hat das Verfahren gedauert und was waren rückblickend die größten Hürden?

Der eigentliche Lizenzierungsprozess mit der FMA war naturgemäß intensiv und hat sich über einen Zeitraum von rund neun Monaten erstreckt. Wir haben jedoch bereits deutlich davor mit dem Aufbau der lokalen Gesellschaft, der Infrastruktur sowie aller compliance-relevanten Agenden begonnen. Obwohl es die Lizenz seit rund 25 Jahren gibt, haben erst zwei Marktteilnehmer diesen Prozess durchschritten. Die größte Herausforderung bestand darin, die Fülle an Informationen über die eigene Organisation, Prozesse und geplanten Produkte so aufzubereiten, dass sie den hohen Anforderungen der FMA entsprechen und ein klares, transparentes Bild vermitteln. Dabei steht man grundsätzlich auch immer unter einem gewissen Zeitdruck. Unsere Mitarbeiter:innen haben hier eine sehr gute Arbeit geleistet.

Rückblickend war der Prozess zwar anspruchsvoll, aber immens wertvoll. Er hat dazu beigetragen, unsere europäischen Strukturen weiter zu professionalisieren. Die E-Geld-Konzession ist eine wichtige Grundlage für die nächste Phase der Expansion unseres Geschäfts in Europa.

Warum hat Bybit die EMI-Lizenz ausgerechnet in Österreich beantragt? Länder wie Litauen oder Luxemburg gelten in Europa als die klassischen Standorte für E-Geld-Institute.

Wien ist für uns der Standort unserer EU-Zentrale. Von hier aus decken wir MiCAR, E-Geld und MiFID ab. Uns war wichtig, einen Standort mit einem europaweit respektierten Regulator zu wählen. Die FMA bietet dabei die perfekte Balance: streng in der Aufsicht, was für eine Organisation wie uns, die weltweit auf Compliance ausgerichtet ist, kein Problem, sondern ein Vorteil ist, und gleichzeitig kommunikativ, pragmatisch und effizient im Austausch. Wien ist zudem ein zentraler Standort in Europa mit attraktiver Infrastruktur und hoher regulatorischer Kompetenz. Von hier aus können wir langfristige europäische Strukturen aufbauen, mit einem verlässlichen Partner vor Ort, und unser Geschäft in den Märkten ganz Europas steuern.

Die FMA gilt als strenge Aufsicht. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit im Vergleich zu anderen Jurisdiktionen, in denen Bybit tätig ist?

Eine strenge Aufsicht ist aus unserer Sicht kein Nachteil. Ganz im Gegenteil: Wenn man langfristig in einem regulierten europäischen Markt tätig sein möchte, ist Klarheit darüber, welche Anforderungen gelten, ein wesentlicher Vorteil. Unsere Erfahrung ist, dass die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden naturgemäß intensiv und detailliert ist, und das erwarten wir auch. Wir sehen Regulierung nicht als einmalige Eintrittshürde, sondern als laufenden Prozess, der sehr wichtig für die gesamte Branche ist. Die FMA sehen wir als eine durchaus fordernde, aber vor allem als eine sehr kompetente Behörde, die auch einen sehr guten Ruf in Europa genießt.

In der Aussendung zur Lizenz heißt es, konkrete Termine für die Produkteinführung würden in Kürze bekannt gegeben. Können Sie schon konkreter werden: Welche Dienste starten zuerst, und wann rechnen Sie mit dem Marktstart in Österreich und im restlichen EWR?

Die konkreten Produktneuerungen, Marktstart und Rollout-Phasen werden wir, wie versprochen, zeitnah kommunizieren. Was wir jedoch jetzt bereits sagen können: Unser Ziel ist es, die neue Lizenz schrittweise für den Ausbau eines umfassenderen Payment-Angebots in Europa zu nutzen. Wir haben bereits um das Passporting der Lizenz für den EWR angesucht. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da die relevanten nationalen Behörden in Europa dies bestätigen müssen. Wir verfolgen dabei bewusst einen stufenweisen Ansatz, können aber bereits jetzt sagen: Bybit.eu wird bald viel mehr sein als eine reine Krypto-Plattform und wird sich zu einer universellen Finanzlösung entwickeln.

Die Bybit Card ist in Europa bereits verfügbar. Was ändert sich durch die EMI-Lizenz konkret für das Kartenprogramm? Wird die Bybit Payments GmbH die Kartenausgabe künftig selbst übernehmen?

Die Bybit Card wird auch in Zukunft eines unserer zentralen Produkte bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir jedoch keine konkreten Änderungen an bestimmten Produkten vorwegnehmen oder bekanntgeben. Was wir sagen können: Die Lizenz gibt uns generell zusätzliche strategische Flexibilität, um unser europäisches Dienstleistungsangebot im Zahlungsverkehr weiterzuentwickeln sowie attraktiver zu gestalten.

Auf Bybit.eu setzen Sie bei Stablecoins bislang auf regulierte Token von Circle wie EURC. Die EMI-Lizenz würde der Bybit Payments GmbH grundsätzlich auch die Emission eines eigenen E-Geld-Tokens erlauben. Ist ein eigener Euro-Stablecoin ein Thema für Sie?

Stablecoins und andere tokenisierte Zahlungsinstrumente beobachten wir auf dem europäischen Markt sehr genau. Gerade MiCAR schafft hier einen neuen regulatorischen Rahmen, der in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung digitaler Zahlungsmittel haben wird. Aktuell liegt unser Fokus jedoch darauf, unseren Kundinnen und Kunden Zugang zu bestehenden regulierten und qualitativ hochwertigen Produkten zu ermöglichen. EURC ist dafür ein gutes Beispiel. Wir schließen grundsätzlich keine strategischen Optionen in diesem Bereich aus, haben derzeit aber nichts anzukündigen.

Bybit EU GmbH und Bybit Payments GmbH sind bewusst getrennte Gesellschaften mit unterschiedlichen Lizenzen. Warum diese Struktur, und was bedeutet die Trennung im Alltag konkret für die Kundinnen und Kunden?

Die Trennung folgt einer klaren regulatorischen und auch organisatorischen Logik. Die Bybit EU GmbH und die Bybit Payments GmbH verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle und verfügen über unterschiedliche regulatorische Berechtigungen. Deshalb ist es sinnvoll, diese Aktivitäten auch gesellschaftsrechtlich, organisatorisch und in Bezug auf die Regulatorik und das Risikomanagement klar voneinander abzugrenzen. Für die Kundinnen und Kunden wird sich das positiv auswirken, da wir in der Zukunft über eine gemeinsame Finanzplattform und App neue innovative Möglichkeiten im Zahlungsverkehr anbieten werden. Die Kunden werden die volle Transparenz haben, welche Dienstleistung sie von welchem Unternehmen beziehen.

Sie betonen, dass die EMI-Lizenz keine Banklizenz ist. Ist eine Banklizenz der nächste logische Schritt für Bybit in Europa, oder schließen Sie das aus?

Für uns ist die EMI-Lizenz der logische Schritt, um unsere Kompetenz im Zahlungsverkehr in Europa aufzubauen. Wir verfolgen das Ziel, ein globales Finanz-Ökosystem aufzubauen, das den Zugang zu einer modernen Bank-, Investitions- und Zahlungsverkehrsinfrastruktur für alle Kundengruppen bietet. Da ist es natürlich selbstverständlich, dass wir kontinuierlich evaluieren, welche regulatorischen Strukturen und Partnerschaften für unsere langfristige Strategie sinnvoll sind. Eine Banklizenz schließen wir für die Zukunft nicht aus. Aktuell liegt unser Fokus aber klar auf dem erfolgreichen Aufbau und der Skalierung unseres regulierten Geschäfts in Europa.

Mit regulierten Zahlungsdiensten tritt Bybit in direkte Konkurrenz zu Neobanken wie Revolut und N26, aber auch zu anderen Kryptobörsen mit Payment-Ambitionen in Europa. Womit wollen Sie sich in diesem Feld differenzieren?

Bybit ist gemessen am Handelsvolumen die zweitgrößte Krypto-Asset-Plattform der Welt und bietet bereits heute weltweit über 80 Millionen Kundinnen und Kunden viel mehr als reines Krypto-Trading an. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das enorme Volumen im Krypto-Derivate- und Futures-Handel auf der globalen Bybit-Plattform. Mit unserem „Compliance-First-Ansatz“ wird Bybit einer der relevantesten Player in Europa werden. Der entscheidende Faktor ist, das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu bekommen. Unser Ansatz geht daher über das reine Krypto-Trading weit hinaus. Wir verbinden die Welten der digitalen Assets und Web3-Produkte mit den traditionellen Finanzdienstleistungen.

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Bybit aktuell in Wien, und wie verändert der Aufbau der Payments-Sparte den Standort? Wird derzeit Personal gesucht?

Aktuell beschäftigen wir in Wien rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Ausbau der Payments-Sparte stärkt den Standort zusätzlich, da ein reguliertes Payment-Geschäft weitere spezialisierte Funktionen benötigt, etwa in den Bereichen Produktmanagement, Legal und Compliance, Risk, Finance, Operations und Technology. Hier sind wir derzeit auch auf der Suche und heißen jede Bewerbung willkommen.

Welchen Stellenwert hat das Thema Sicherheit beim Aufbau des europäischen Zahlungsverkehrsgeschäfts, und wie werden die Kundengelder der Bybit Payments GmbH abgesichert?

Sicherheit und Vertrauen bilden das Fundament des Finanzgeschäfts. Beim Aufbau der Bybit Payments GmbH wurden deshalb regulatorische Anforderungen an Governance, Risikomanagement, IT-Sicherheit und den Umgang mit Kundengeldern von Beginn an berücksichtigt. Die Kundengelder des E-Geld-Instituts werden entsprechend den regulatorischen Vorgaben geschützt und bei einer Bank zu 100 Prozent treuhänderisch verwahrt. Für die Bybit.eu-Plattform gelten zudem dieselben strengen regulatorischen Anforderungen an IT-Sicherheit wie für Banken.

Bybit hat kürzlich seinen Risiko- und Sicherheitsbericht für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz inzwischen in der Sicherheitsarbeit, und was bedeutet das für Nutzerinnen und Nutzer in Europa?

Wir setzen modernste Technologien ein, um Muster schneller zu erkennen, Auffälligkeiten frühzeitig zu identifizieren und potenzielle Risiken effizient zu analysieren. Unser Anspruch ist es, im Bereich Sicherheit immer einen Schritt voraus zu sein, ganz nach dem Credo: Prävention statt Nachsorge. Künstliche Intelligenz ist in der präventiven Sicherheitsarbeit im Zahlungsverkehr ein fixer Bestandteil. Für Nutzerinnen und Nutzer in Europa bedeutet das im Alltag vor allem, dass der Zahlungsverkehr reibungslos und sicher abläuft. Der große europäische Vorteil ist dabei der rechtliche Rahmen. Dank strenger Gesetze wie der DSGVO und dem neuen KI-Gesetz gibt es in Europa klare Leitplanken, die die Privatsphäre aller am Zahlungsverkehr beteiligten Personen schützen.

Wo steht Bybit.eu in drei Jahren?

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen in drei Jahren eine der führenden regulierten Plattformen für digitale Finanzdienstleistungen in Europa sein. Krypto und Blockchain wollen wir dabei immer weniger als eigenständige oder alternative Systeme betrachten, sondern die Brücke zwischen der Welt digitaler Assets und traditionellen Finanzdienstleistungen weiter stärken und direkt verbinden. Entscheidend ist Vertrauen: Ein verlässlicher institutioneller Rahmen und klare Regulierungen bilden die Basis, damit immer mehr Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden auf diese Technologien setzen. Im Idealfall ist Bybit EU in drei Jahren eine vertrauenswürdige, regulierte All-in-one-Finanzplattform, auf der digitale und traditionelle Finanzdienstleistungen zusammenkommen und nahtlos in den Alltag unserer Kundinnen und Kunden integriert sind.

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