01.07.2024
PERSONALIE

Hochreiter-KI-Startup NXAI stellt neuen Geschäftsführer ein

Hat Sepp Hochreiter nun den notwendigen Schritt zum 100 Millionen US-Dollar Investment getätigt? Sein KI-Unternehmen NXAI begrüßt nämlich ein neues Mitglied im Management.
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Dennis Just tritt dem Management des Hochreiter-KI-Startups NXAI bei (c) NXAI

Erst diesen Februar kam die Botschaft: Der österreichische KI-Experte und -Forscher Josef „Sepp“ Hochreiter gründete im Dezember 2023 mit dem Company Builder Netural X und Pierer Digital Holding das Unternehmen NXAI GmbH. Ziel ist es seither, die europäische KI-Spitzenforschung zu fördern und innovative KI-Lösungen für den internationalen Markt zu entwickeln – brutkasten berichtete.

NXAI will „die Vorherrschaft von Transformermodellen brechen“

In erster Linie widmet sich NXAI der Weiterentwicklung seiner neuen europäischen Large Language Modell Technologie xLSTM – kurz für Long Short Term Memory. Die Gründung erfolgte in enger Kooperation mit der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz und dessen Forschungszentrum LIT AI Lab am Linz Institute of Technology.

„Mit xLSTM haben wir die Möglichkeit, die KI-Technologie vom Herzen Europas aus zu revolutionieren und die Vorherrschaft von Transformermodellen zu brechen“, so Hochreiter gegenüber brutkasten vergangenen Februar.

Das Besondere an xLSTM: Es verstehe die Semantik von Texten besser als bisherige Large Language Modelle. Dadurch könnten auch komplizierte Texte generiert werden. NXAI soll damit zukünftig weltweit führende algorithmische Methoden im Deep Learning-Bereich erforschen, schrieb brutkasten im Februar.

„Besser als OpenAI“ und 100 Mio. US-Dollar Investment im Visier

Mit seinem Unternehmen hat Sepp Hochreiter große Pläne: So strebt er noch dieses Jahr ein 100 Millionen US-Dollar Investment an. Denn: xLSTM sei besser als die Modelle von OpenAI und Co, sagte Hochreiter erst diesen Mai.

Der gebürtige Bayer ist seit fast zwei Jahrzehnten an der Uni Linz tätig und genießt in internationaler KI-Forschung höchstes Ansehen. Der Plan, ein 100 Millionen US-Dollar schweres Investment aufzunehmen, könnte nun bald aufgehen.

Schließlich findet sich Netural-Gründer Albert Ortig seit Gründung als CEO an Bord. Ortig ist Serien-Unternehmer und hat bereits einen Exit bewältigt – mit dem Linzer Startup Roomle.

Nun zweiter Serial Entrepreneur im Management

Als Asset für ein erhofftes Millioneninvestment könnte sich auch die folgende Personalmeldung erweisen: NXAI begrüßt nämlich einen neuen Co-CEO im Board. Ab sofort wird Dennis Just als Geschäftsführer das Management bei NXAI verstärken, heißt es per Aussendung.

Just, der laut LinkedIn in Berlin zu verorten ist, zählt Erfahrung in der Führung und Skalierung von Tech-Unternehmen. So ist er als Venture Partner beim europäischen Venture-Capital Fund 3VC tätig und zählt bereits fünf Unternehmensgründungen in seinem Lebenslauf. Unter anderem war Just vier Jahre CEO bei Smallpdf – und bootstrappte das Unternehmen auf eine Größe von über einer Milliarde weltweiten Nutzer:innen.

Mit zwei Serial Entrepreneurs in der Geschäftsführung will Hochreiter nun die Weiterentwicklung und Expansion von NXAI vorantreiben. Just soll seine Kenntnisse in der Produktentwicklung und digitalen Strategie einbringen und zur Transformation von KI-Technologien in industriellen Anwendungen beitragen. Auch der Ausbau des Teams spiele eine tragende Rolle seiner Position.

„Richtige Mischung aus Persönlichkeit, Erfahrung und Führungsstärke“

„Dennis bringt genau die richtige Mischung aus Persönlichkeit, Erfahrung und Führungsstärke mit, um den eingeschlagenen Weg der NXAI in eine vielversprechende Zukunft zu führen“, sagt CEO Albert Ortig zum Zuwachs im Management.

Auch Just selbst äußert sich zuversichtlich in Hinblick auf die bevorstehende Zusammenarbeit: „Wir haben die nächste Industrielle Revolution vor uns und wollen mit NXAI helfen, die Grenzen des Möglichen zu dehnen. Bei NXAI verbinden wir KI-Spitzenforschung mit praktischen Anwendungen in der Industrie. Durch die enge Verzahnung von Forschung und Wirtschaft erschließen wir neue Effizienzen und bewältigen komplexe Herausforderungen, die bisherige Technologien nicht lösen konnten.“

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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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