11.08.2025
ZAHLEN

„Gründerwelle“: Deutliches Plus bei neuen Unternehmen

Laut aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer gab es im ersten Halbjahr einen neuerlichen Anstieg bei Unternehmensgründungen in Österreich. Schon im Vorjahr war ein Allzeithoch verzeichnet worden.
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Die Zahl der Unternehmens-Neugründungen in Österreich stieg auch im ersten Halbjahr 2025 an | (c) Adobe Stock - detailblick-foto
Die Zahl der Unternehmens-Neugründungen in Österreich stieg auch im ersten Halbjahr 2025 an | (c) Adobe Stock - detailblick-foto

Während Österreich auf den Höchstwert an Firmeninsolvenzen seit 1945 zusteuert (brutkasten berichtete) kommen auch mehr neue Unternehmen denn je nach. Laut aktuellen Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gründeten im ersten Halbjahr dieses Jahrs 21.128 Menschen ein Unternehmen – ein Plus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bereits 2024 hatte die WKÖ ein Allzeithoch bei den Gründungszahlen verzeichnet. Abermals spricht man bei der Kammer von einer „Gründerwelle“.

45,4 Prozent Frauenanteil – deutlich höher als bei Startups

Im Durchschnitt seien die Neugründer:innen 36,7 Jahre alt. Rund 45,4 Prozent davon sind Frauen. 2024 waren die Zahlen mit 36,6 Jahren und 46 Prozent ähnlich gelegen. Zum Vergleich: Bei den Startup-Gründer:innen lag der Frauenanteil laut aktuellem Austrian Startup Monitor zuletzt bei 22 Prozent, also erheblich niedriger (Anm.: der Austrian Startup Monitor basiert auf einer Umfrage und bezieht nicht nur Neugründungen ein – die Zahlen sind also nur unter Vorbehalt vergleichbar).

Zu beachten ist, dass es sich bei einem Großteil der neuen Unternehmen in der aktuellen Statistik um Einzelunternehmen handelt. Genaue Zahlen wurden für dieses Halbjahr noch nicht ausgegeben. Im Vorjahr lag der Anteil von Einzelunternehmen bei 81,5 Prozent im Vergleich zu 13,5 Prozent GmbH-Gründungen. Der Rest entfiel auf andere Gesellschaftsformen wie etwa die FlexCo.

WKÖ bekräftigt Forderung nach Umsetzung des Dachfonds

Die wichtigsten Branchen für Neugründungen sind laut WKÖ Gewerbe und Handwerk mit einem Anteil von 39,0 Prozent, gefolgt von Handel mit 26,1 Prozent und Information & Consulting mit 20,5 Prozent. Die Kammer nimmt die aktuellen Zahlen auch zum Anlass, die Forderungen nach einer steuerlichen Entlastung für Unternehmer:innen sowie nach der Umsetzung des im Regierungsprogramm verankerten Dachfonds zu bekräftigen.

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© calliora - Frederik Träuble und Jonas Wildberger.

Das Münchner Startup calliora von Frederik Träuble und Jonas Wildberger entwickelt eine KI-Plattform für Krankenhäuser, die den Verwaltungs- und Abrechnungsaufwand reduzieren und Erlöse besser absichern soll. Nach Angaben des Unternehmens begleitet die Software Behandlungsfälle von der Aufnahme bis zur Abrechnung und verknüpft dafür Informationen aus verschiedenen bestehenden Systemen.

calliora: Fokus auf Dokumentation und Abrechnung

Ein Schwerpunkt liegt auf Dokumentation und Abrechnung. Die Plattform unterstützt bei der Kodierung und prüft Fälle auf typische Prüfmuster des Medizinischen Dienstes. Zudem sollen abrechnungsrelevante Informationen frühzeitig erkannt und für die weitere Bearbeitung im Krankenhaus bereitgestellt werden. Für das Controlling bietet calliora eigene Auswertungen und Analysen an.

Hinter dem Produkt steht die Annahme, dass Informationen zu einem Behandlungsfall in Krankenhäusern über zahlreiche unterschiedliche Systeme und Prozesse verteilt sind. Fehlen Angaben oder werden sie nicht an der richtigen Stelle übernommen, kann dies zu zusätzlichem Bearbeitungsaufwand oder zu Problemen bei der Abrechnung führen. Calliora will diese Lücken durch eine zentrale, KI-gestützte Verarbeitung der vorhandenen Informationen verringern.

Bertelsmann und Angel-Investoren dabei

Nun hat das Münchner Startup eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über sechs Millionen US-Dollar abgeschlossen: „Unsere Pre-Seed-Runde wird von BHI – Bertelsmann Healthcare Investments und redalpine angeführt. Mit dabei sind Angel-Investoren aus Krankenhausmanagement und KI, darunter Dr. Ulrich Wandschneider (ehemaliger CEO von Asklepios und Mediclin AG), Sara Siegel (Global Health Sector Leader, Deloitte), Peter Sarlin (Postscriptum, NestAI, QuTwo & Silo AI) und Frank Hutter (Prior Labs)“, schreibt das Startup in einem LinkedIn-Post.

Die Plattform soll bereits bei der Aufnahme eines Falls unterstützen und prüfen können, ob eine Behandlung ambulant, stationär oder als Hybrid-DRG abzurechnen ist. Dabei dokumentiert sie die dafür maßgeblichen Gründe. Im weiteren Verlauf soll die Software fehlende Informationen, Fristen und mögliche nächste Schritte erkennen und das Klinikpersonal dort einbinden, wo eine menschliche Prüfung erforderlich ist.

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