03.02.2022

GoStudent-Gründer investieren ins HR-Startup Bonrepublic

Die Wiener Talent-Management-Plattform Bonrepublic sichert sich ein 750.000 Euro Investment.
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Bonrepublic
(c) Bonrepublic - (v.l.n.r.) Co-Founders Bonrepublic: Rico Fernando, Jakob Feigl und Vladimir Kim.

Mit der Lösung der Wiener Talent-Management-Plattform Bonrepublic können Unternehmen die Mitarbeiterbindung stärken und die Organisationsentwicklung fördern. Nun sind Investoren rund um GoStudent-Gründer Felix Ohswald und Gregor Müller, HR-Tech Seriengründer und Interim-Managing Director bei XING Stefan Menden, das Investment-Kollektiv venturecake und weitere Business Angels aus dem HR-Bereich eingestiegen. Auch Bestandsinvestor APX hat sich beteiligt. Für das Investoren-Kollektiv Founders of Europe wäre es das erste große Investment gewesen – dieser Teil des Deals kam aber nach der Ankündigung doch nicht zustande. An der Summe ändert das nichts: Mit dem 750.000 Euro-Investment plant Bonrepublic zu wachsen und in die Produktentwicklung zu investieren.

„Viele Branchen entwickeln sich durch den Fachkräftemangel noch mehr zum Arbeitnehmermarkt – das Halten von Talenten wird für Unternehmen zur Priorität“, meint Bonrepublic Co-Founder und CEO Jakob Feigl. Auch eine Studie der Strategieberatung McKinsey zeichnet ein düsteres Bild: 40 Prozent aller weltweit befragten Mitarbeiter wollen in den kommenden drei bis sechs Monaten ihr derzeitiges Unternehmen verlassen.

Bonrepublic misst Motivation

Bonrepublic möchte hier gegensteuern. Mit ihrer Lösung können Unternehmen nicht nur die Mitarbeitermotivation messen, sondern diese auch nachhaltig verbessern. Mitarbeiter können sich für Erfolge gegenseitig anerkennen.

„Etwa, wenn Kollegen bei der Zielerreichung geholfen haben oder persönliches Feedback gegeben wird. Es besteht ebenso die Möglichkeit, kreative Ideen ins Unternehmen einzubringen und die Mitarbeiter dafür direkt zu belohnen. Anerkennungen und Erfolge können für verschiedene Angebote in einem Benefits-Marktplatz eingelöst, oder an wohltätige Organisationen gespendet werden“, konkretisiert Feigl.

„Ganzheitlicher Ansatz“

Seit dem Vorjahr unterstützt das Tool zusätzlich Unternehmen bei der Mitarbeiter- und Organisationsentwicklung. Es erkennt, individuelle und unternehmensweite Zielerreichung, misst über 360°-Feedback wo bei Mitarbeitern weitere Potenziale liegen und empfiehlt individuelle Entwicklungspläne sowie Weiterbildungskurse.

„Der ganzheitliche Ansatz unterscheidet uns von anderen Lösungen. Bonrepublic ist ein essenzieller Bestandteil der HR-Strategie in Unternehmen, um die Organisation zu entwickeln, Mitarbeiter:innen zu motivieren und zu halten, aber vor allem Entwicklung sichtbar zu machen und nachhaltig zu fördern“, so Feigl weiter.

Planradar als Kunde

Zu den Kunden von Bonrepublic zählen Unternehmen wie die Styria Group oder Planradar. Mit dem neuen Investment plant das Unternehmen in weiteres Wachstum und in die Produktentwicklung zu investieren.

Neuinvestor Felix Ohswald dazu: „Es wird immer schwieriger, die besten Talente früh zu identifizieren und diese ans Unternehmen zu binden. Wir glauben, dass Bonrepublic einen einzigartigen Ansatz liefert.“

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Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Um Bekanntheit zu erlangen, ist Auffälligkeit durchaus von Nutzen. Beim Grazer Unternehmen Emerald Horizon ist diese Auffälligkeit so etwas wie der rote Faden, der sich durch die Unternehmensstrategie zieht. Denn nicht nur sorgt man mit dem geplanten Produkt – Thorium- und Teilchenbeschleuniger-basierten Miniatomkraftwerken – für Aufsehen (brutkasten berichtete). Auffällig sind auch Personalbesetzungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer, der seinerseits kürzlich durch eine Alkohol-Eskapade öffentlich negativ auffiel. Und besonders auffällig war natürlich der Börsengang im Juni – brutkasten berichtete.

Österreichs nächstes Unicorn?

Nach diesem ist Emerald Horizon aktuell übrigens an der Börse mit mehr als einer Milliarde Euro bewertet. Darüber, ob das Grazer Unternehmen nun Österreichs nächstes Unicorn ist, lässt sich dennoch streiten, nachdem die Bewertung auf vergleichsweise wenigen Trades basiert. Der Börsengang war nämlich nur ein Listing und kein IPO (Initial Public Offering). Es wurden also keine Aktien emittiert, was üblicherweise zu einer breiteren Bewertung durch den Markt führt.

Gründer Florian Wagner will selbst investieren

Statt Kapital von außen aufzunehmen, fiel Gründer und CEO Florian Wagner Ende Juni mit einer anderen Ankündigung auf: Er selbst werde 20 Millionen Euro in vier Tranchen zu je fünf Millionen Euro über einen Zwei-Jahres-Zeitraum in Emerald Horizon investieren. Er behielt sich dabei vor, dass Co-Founder Philipp Pölzl und Investor Carl Page als Co-Investoren je einen Teil der Tranchen übernehmen könnten.

Und woher kommen diese durchaus substanziellen Eigenmittel? Wagner und Pölzl betreiben mit Qbasis Invest seit mehr als 20 Jahren ein Finanzunternehmen, das laut öffentlich einsehbaren Angaben im Vorjahr aber nur rund 40.000 Euro Gewinn abwarf.

Privatdarlehen für Verpfändung von 75.000 Aktien

Mehr Aufschluss gibt wohl eine auffällige Ad-hoc-Meldung (für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Mitteilung) von Emerald Horizon von gestern, die heute durch eine erklärende Aussendung des Unternehmens ergänzt wurde: Gründer Wagner nimmt privat ein sogenanntes Lombarddarlehen auf. Bei so einem werden Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt. Im konkreten Fall verpfändet der Unternehmer 75.000 eigene Aktien „aus seinem Altbestand“. Diese haben aktuell einen Börsenwert von rund 76 Millionen Euro. Die bewilligte Kreditsumme liegt bei derartigen Darlehen üblicherweise erheblich unter dem Marktwert der beliehenen Wertpapiere.

„Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets“

„Die Maßnahme ist Bestandteil eines übergeordneten mehrstufigen Maßnahmenpakets. Entsprechend den kapitalmarktrechtlichen Bestimmungen wird die Gesellschaft zu gegebener Zeit über weitere Aktivitäten informieren“, heißt es dazu von Emerald Horizon. Die Mittel sollen demnach „primär direkt und indirekt zur Kommerzialisierung von DUALstorePLUS aber auch zur beschleunigten technischen Umsetzung und industriellen Überführung des ADES/SMRX-Programms verwendet werden“. DUALstorePLUS ist die Energiespeicher-Technologie, mit der Emerald Horizon bereits am Markt ist. ADES ist der Markenname der geplanten Kleinreaktoren.

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