26.09.2022

Gewessler: „Bis 2026 investiert Österreich eine Viertel-Milliarde Euro in klimaneutrale Industrie“

Im Zuge ihrer USA-Reise kündigte Klimaschutzministerin Leonore Gewessler an, dass Österreich bis 2026 rund 250 Millionen Euro in die Dekarbonisierung der Industrie investieren wird. Zudem gab sie mit dem australischen Energieminister Chris Brown den Startschuss zur Mission "Net-Zero Industries".
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Gewessler
(c) Facebook-Page Leonore Gewessler

Pittsburgh gilt in den USA als die ehemalige Stahlmetropole und war letzte Woche zudem auch Schauplatz des „Global Clean Energy Action Forum“, einer der weltgrößten Konferenzen für Klimatechnologien. Neben Unternehmer:innen, Wissenschaftler:innen und Investor:innen waren auch zahlreiche Energieminister:innen aus aller Welt vertreten. Unter den angereisten Entscheidungsträger:innen war auch die österreichische Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, die im Zuge ihrer USA-Reise ebenfalls am Forum teilnahm.

Österreich mit Australien Co-Lead für Mission „Net-Zero Industries“

Gemeinsam mit ihren australischen Amtskollegen Chris Brown gab Gewessler im Zuge des „Global Clean Energy Action Forum“ den Startschuss zur sogenannten Mission „Net-Zero Industries“ bekannt. Dabei handelt es sich aktuell um einen Verbund von 22 Ländern und der Europäischen Union, die gemeinsam die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben wollen. Österreich und Australien sind sogenannte Co-Leads im Verbund. Die Initiative verfolgt laut eigenen Angaben das ambitionierte Ziel, bis 2050 die energieintensive Industrie vollständig zu dekarbonisieren. Aktuell ist die Industrie weltweit für rund ein Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich – angefangen von den Bereichen der Stahlerzeugung bis hin zur Zementindustrie.

Investition von 250 Millionen Euro

Zudem sollen bis 2030 eine Reihe von technischen Lösungen zur Verfügung stehen, die ausreichend erprobt sind, um die vollständige Dekarbonisierung zu ermöglichen. Im Rahmen der Mission „Net-Zero Industries“ verpflichten sich teilnehmenden Staaten daher in Forschungsprojekte zu investieren. Wie Gewessler im Zuge ihrer USA-Reise bekannt gab, wird Österreich bis 2026 rund 250 Millionen Euro in eine nachhaltigere Industrie investieren.

In Österreich werden sämtliche Aktivitäten rund um die Mission vom Klima- und Energiefonds im Auftrag des Klimaschutzministeriums koordiniert und gleitet. Darüber hinaus ist auch das Direktorium der Mission „Net-Zero Industries“ im österreichischen Klima- und Energiefonds angesiedelt. Missions-Direktorin ist Elvira Lutter, die auch für die strategische Ausrichtung der Mission zuständig ist.

Leuchtturm-Projekte in Österreich

Bereits jetzt gibt es in Österreich laut dem Klima- und Energiefonds Leuchtturmprojekte, die künftig zur Dekarbonisierung der Industrie beitragen. Dazu zählt beispielsweise envloTcast. Das Ziel des vom AIT geleiteten Projekt ist die vollständige Dekarbonisierung von energieintensiven Hochtemperaturprozessen wie etwa der Stahlverarbeitung.

H2Pioneer ist hingegen eine Vor-Ort-Lösung für den in Zukunft steigenden Wasserstoffbedarf in der Halbleiterindustrie. Konkret wird eine Demonstrationsanlage bei Infineon in Villach umgesetzt sowie die Wiederverwertbarkeit des in der Halbleiterindustrie eingesetzten Wasserstoffs analysiert.


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Reploid, Biogena, Herosan
© Reploid - Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Mit dem Einstieg beim steirischen Petfood-Unternehmen Herosan Healthcare setzte das Welser Scaleup Reploid bereits im Oktober 2025 einen Schritt im Bereich Heimtierfutter (wie brutkasten berichtete). Nun, konkret mit Ende Juni 2026, hat das Unternehmen die Beteiligung an dem steirischen Tiergesundheits- und Haustiernahrungs-Unternehmen von 34 % auf über 50 % aufgestockt.

Reploid treibt vertikale Integration voran

„Wir treiben die vertikale Integration konsequent voran und steigern damit die Effizienz der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig können wir den Konsumenten mehr und mehr innovative Produkte anbieten – vom Hundefutter über Dünger bis hin zu Bio-Edelpilzen aus Österreich“, sagt Philip Pauer, CEO und Gründer von Reploid.

Seit dem Einstieg von Reploid im Herbst 2025 und der anschließenden Vertiefung der Zusammenarbeit hat sich Herosan in der Geschäftsentwicklung gesteigert, wie es heißt. Im ersten Halbjahr 2026 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp zwei Drittel auf 2,3 Mio. Euro. Mit Unterstützung der Reploid-Strukturen baute Herosan zudem die Vertriebsaktivitäten in der Schweiz und in Italien aus.

Der Zugang zu Insektenlarven von Reploid sowie zu Pilzmyzel der Reploid-Tochter Vitus GmbH, einem österreichischen Produzenten von Bio-Edelpilzen, habe die Lieferkette erweitert und stabilisiert. Mit dem Ausscheiden eines Altgesellschafters und der mehrheitlichen Übernahme durch Reploid verfüge Herosan nun über die Voraussetzungen für die weitere Geschäftsentwicklung, liest man in der Aussendung.

Auch Biogena steigt ein

Nach der Anteilsaufstockung von Reploid steigt auch die Biogena Management Holding GmbH mit 13,7 % bei Herosan ein. Die Gruppe ist unter der Marke Biogena Pets bereits im Bereich Tiergesundheit tätig, konkret mit Premium-Nahrungsergänzungsmitteln für Hunde. Die restlichen 33,0 % der Gesellschaftsanteile an Herosan hält die PT26 Holding GmbH der beiden Gründer und Geschäftsführer Cornelia Pint und Daniel Taurer.

„Die ganzheitliche Betrachtung der Gesundheit war für mich einer der zentralen Beweggründe, Biogena und in weiterer Folge Biogena Pets zu gründen. Da auch Herosan diesen Ansatz verfolgt, freue ich mich über den gelungenen Einstieg bei diesem innovativen Unternehmen aus der Steiermark“, sagt Albert Schmidbauer, Founder und CEO der Biogena Group.

Daniel Taurer, Geschäftsführer und Mitbegründer von Herosan, ergänzt: „Bei Herosan haben wir in den letzten Jahren ein hochwertiges Produktsortiment rund um das Tierwohl entwickelt – nun gehen wir den nächsten Schritt. Mit Reploid und Biogena stehen starke Partner an unserer Seite, die unseren Wachstumskurs nicht nur unterstützen, sondern aktiv beschleunigen.“

Auf Basis von Reploid-Rohstoffen

Zudem wurde Alimentastic von Biogena-Gründer Albert Schmidbauer als Vertriebsplattform für Food- und Konsumgüter aufgebaut und soll als Schnittstelle zwischen Herstellern und Lebensmittel-, Fach- und Großhandel fungieren. Im Juli 2026 übernahm Reploid von der Schmidbauer zuzurechnenden Akira Management Holding 25,1 % an Alimentastic und erhielt eine Option, die Beteiligung innerhalb von drei Jahren auf über 51 % zu erhöhen.

Zusätzlich hält bereits die Addendum Holding von Reploid-Gründer Philip Pauer 25,5 %, womit sich laut Firmenbuch 51 % der Anteile in dessen Einflusssphäre befinden. Alimentastic übernimmt unter anderem Produktentwicklung, Distribution und Vertrieb und soll künftig mehrere neue Produktlinien auf Basis von Reploid-Rohstoffen in Deutschland und Österreich in den Handel bringen; erste Listungen bei großen Supermarktketten sind bereits vereinbart.

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