Die Nachrichtenagentur Associated Press hat eine Liste der Gehälter von internationalen Top-CEOs veröffentlicht – und erstmals wird dieses Ranking von einer Frau angeführt: Das Gehalt von Lisa Su von Advanced Micro Devices (AMD) für 2019 wird auf 58,5 Millionen Dollar geschätzt.
Ranking: Die bestbezahlten weiblichen CEOs
Name
Unternehmen
Gehalt (in Mio. Dollar)
Änderung zum Vorjahr
Lisa T. Su
Advanced Micro Devices
$58.5
338%
Marillyn A. Hewson
Lockheed Martin
$24.4
14%
Mary T. Barra
General Motors
$21.3
-2%
Virginia M. Rometty
IBM
$19.1
9%
Phebe N. Novakovic
General Dynamics
$17.8
-14%
Ranking: Die bestbezahlten männlichen CEOs
Name
Unternehmen
Gehalt (in Mio. Dollar)
Änderung zum Vorjahr
David Zaslav
Discovery
$45.8
-65%
Robert Iger
Walt Disney
$45.6
-31%
Shantanu Narayen
Adobe Inc.
$39.1
38%
Reed Hastings
Netflix
$38.6
7%
Larry J. Merlo
CVS Health
$36.5
66%
Lisa Su: Eine Top-CEO bringt Performance
Das Gehalt 2019 von Lisa Su war mehr als viermal so hoch wie ihr Gehalt im Vorjahr. Der Gewinn wurde in erster Linie durch Leistungsbelohnungen erzielt, darunter 53 Millionen USD in Aktienzuteilungen und 3 Millionen USD in Aktienoptionen. Su erhielt ein Grundgehalt von 1 Million USD und einen leistungsabhängigen Bonus von 1,2 Millionen USD.
Seit Su im Jahr 2014 die Position des Präsidenten und CEO des Chip-Herstellers übernommen hat, ist der Aktienkurs von etwa 3 USD auf etwa 55 USD gestiegen, und AMD war sowohl 2018 als auch 2019 die Aktie mit der besten Performance im S&P 500, heißt es von AP.
Weibliche Top-CEOs verdienen weniger
Trotz dieses Leuchtturm-Beispiels verdienen weibliche Top-CEOs der Erhebung zufolge nach wie vor weniger als ihre männlichen Kollegen: Das durchschnittliche Gehalt für Frauen auf der Liste lag bei 13,9 Millionen Dollar, gegenüber 12,3 Millionen Dollar für Männer. Die Gehälter der Frauen stiegen im Vergleich zum letzten Jahr im durchschnitt um 2,3%, bei den Männern betrug die Veränderung im Median 5,4%. Nach wir vor sind Frauen zudem in diesen Positionen unterrepräsentiert: Sie stehen nur 5% Prozent der S&P 500-Unternehmen vor.
Daten zu Gehältern der Top-CEOs vor Corona
Das Gehalt von Lisa Su war 13 Millionen Dollar höher als die des höchstbezahlten männlichen CEO in der Umfrage, David Zaslav von Discovery. Es war außerdem mehr als doppelt so hoch wie die beiden nächsthöher bezahlten weiblichen CEOs, Marillyn Hewson von Lockheed Martin, deren Gehalt auf 24,4 Millionen Dollar geschätzt wurde, und Mary Barra bei General Motors Co. mit einem Gehalt von 21,3 Millionen Dollar.
Die Daten stammen aus der Zeit, bevor die Coronavirus-Pandemie alles auf den Kopf gestellt hat. Hunderte von CEOs haben bereits gesagt, dass sie auf einen Teil oder ihr gesamtes Gehalt verzichten werden, heißt es dazu von AP. Und die Turbulenzen an den Aktienmärkten und in der Weltwirtschaft könnten es für CEOs schwieriger machen, die Leistungsziele in diesem Jahr zu erreichen – auch das dürfte sich wieder auf ihre Gehälter auswirken.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Bunt, warm, lebendig und offen: So beschreibt Instahelp seinen neuen Auftritt. Die 2015 gegründete Plattform für Online-Therapie und psychologische Beratung hat gemeinsam mit Studio Furore Logo, Typografie, Farbwelt, Fotografie und Illustration neu entwickelt. Entstanden ist laut Aussendung alles in Graz.
Der Auftritt soll laut Aussendung ein Gegenentwurf zur häufig cleanen und zurückhaltenden Ästhetik des Gesundheitsbereichs sein. Das in der Aussendung als „schnell“ beschriebene Logo rückt ein Kernattribut der Plattform ins Zentrum: den garantierten Erstkontakt mit Psycholog:innen binnen 24 Stunden.
Nino Groß, seit Jänner Head of Brand & Communications bei Instahelp, formulierte laut Aussendung den Markenauftrag, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Über sein Netzwerk kam er laut Aussendung mit Marie Pierer in Kontakt, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore. brutkasten hat bei beiden nachgefragt, was Gründer:innen und Marketingverantwortliche aus dem Projekt lernen können.
1. Die Marke laufend hinterfragen
„Man sollte wohl nie damit aufhören, seine Marke kritisch zu betrachten. Auch, wenn man etwas Ikonisches geschaffen hat“, sagt Groß. Spätestens wenn Markenelemente nicht mehr praktikabel oder im Kontext des Zeitgeists nicht mehr zielführend seien, sei es an der Zeit, etwas zu verändern.
Bei Instahelp sei die Ausgangssituation ideal gewesen: ein starkes Fundament und zehnjähriges Bestehen. „Die Grundidee war von Beginn weg, auf dem Bestehenden aufzubauen und es in die Zukunft zu tragen“, so Groß. Die Marke solle Strahlkraft über den Health-Bereich hinaus bekommen.
Als erste Best Practice nennt Groß die strategische Annäherung mit den wichtigsten W-Fragen: „Wozu machen wir das, wo wollen wir damit hin, welche Ziele soll die Marke erreichen, die sie bislang noch nicht erreicht hat?“
Pierer beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Arbeit so: „Am Anfang steht für uns immer die Frage: Was wollen wir eigentlich vermitteln, wen wollen wir erreichen und was sollen Menschen fühlen, wenn sie mit der Marke in Berührung kommen?“
Darauf aufbauend entwickle Studio Furore ein Konzept mit einer klaren Herleitung. Daraus entstehe Schritt für Schritt die Brand Identity, von Logo, Farben, Typografie und Bildwelt bis hin zu Layoutsystem, Gestaltungselementen und Tonalität. Ziel sei ein Aha-Moment, „bei dem man versteht, warum etwas genau so gestaltet ist“.
3. Innen- und Außenperspektive zusammenbringen
Groß steuerte das Projekt in Abstimmung mit der Geschäftsführung und entwickelte das markenstrategische Konzept. Eingebunden waren außerdem die internen Design-Verantwortlichen, die den bisherigen Markenauftritt verantwortet hatten, sowie der CTO.
Diesen Mix zählt Groß zu den Best Practices des Projekts. Es gehe darum, jene, die den Markenkern gebaut haben, mit jenen zusammenzubringen, die ihn weiterentwickeln werden. „Diesen Wissenstransfer braucht es.“ Ebenso wichtig sei, offen und ohne Tabus zu diskutieren, was bleiben darf und was gehen muss. „Greift man die gesamte Identität an, ist das ein schmaler Grat.“
Dass die Entscheidungen im Unternehmen schnell fielen, hat Groß nach eigenen Angaben beeindruckt. Die Marke habe in ihrer Erscheinungsform seit zehn Jahren bestanden. „Von daher ist das keine kleine Intervention, wenn man an die gesamte Identität geht.“
4. Bei der Agentursuche das eigene Netzwerk nutzen
„Wir haben mehrere Angebote eingeholt, das sollte man immer“, sagt Groß. Ausschlaggebend sei im Endeffekt der persönliche Kontakt gewesen. Er kenne die Köpfe hinter Studio Furore schon lange und habe von ihnen nie etwas gesehen, das ästhetisch und handwerklich nicht auf sehr hohem Niveau gewesen sei.
Bei einem Mittagessen mit Pierer und Fotograf Kurt Bauer, der für die Bildwelt verantwortlich zeichnete, sei ihm nach ein paar Sätzen klar gewesen: „Die spüren die Marke.“
Startups und kleineren Unternehmen rät Groß, nach Möglichkeit persönliche Kontakte anzuzapfen, also Personen mit Erfahrung und guten Drähten in die Kreativwirtschaft. „Das spart einerseits Zeit und schützt vor Leerläufen. Andererseits ist es enorm wichtig für die qualitative Einschätzung.“
5. Konventionen brechen, wenn sie dem Ziel im Weg stehen
Die neue Marke tritt bunt und warm statt klinisch auf. „Ich sehe das eigentlich weniger als Mut, sondern vielmehr als Notwendigkeit“, sagt Pierer dazu. Psychische Themen seien gesellschaftlich schon stark mit Schwere und Unsicherheit behaftet. „Wie soll man Hoffnung vermitteln oder ein Gefühl des Aufatmens schaffen, wenn die Gestaltung genau diese Schwere noch verstärkt?“
Verharmlosen dürfe man das Thema dadurch nicht. „Aber ernst zu nehmen bedeutet nicht automatisch, dass etwas klinisch, kühl oder schwer aussehen muss.“ Dabei müsse jedes Element eine klare Bedeutung haben. „Es geht nicht einfach darum, ein schönes Logo oder eine bestimmte Farbe zu wählen. Die Gestaltung muss in sich stimmig sein und eine Geschichte erzählen.“
Für Pierer hat das Projekt auch eine persönliche Seite. In der Aussendung schildert sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes selbst schwierige psychische Phasen erlebt zu haben. „Wenn ich damals von einem Angebot wie Instahelp gewusst hätte, wäre mir der Weg zur Unterstützung mit Sicherheit leichter gefallen.“
6. Mit kleinem Budget: wenige Dinge richtig machen
Startups mit kleinem Budget rät Pierer, sich am Anfang klar darüber zu werden, wofür man steht und was man vermitteln möchte. „Man braucht nicht sofort ein riesiges Branding oder unzählige Gestaltungselemente. Man braucht ein gutes Konzept.“
Ein durchdachtes Logo, eine passende Farb- und Typografiewelt und eine konsistente Bildsprache könnten schon viel bewirken. Pierer rät davon ab, Trends oder andere Marken zu kopieren, nur weil sie gerade gut funktionieren. Man solle herausfinden, was einen selbst besonders macht, und das konsequent sichtbar machen.
Außerdem solle das Erscheinungsbild flexibel bleiben und mit dem Unternehmen wachsen können. „Eine gute Markenidentität muss nicht von Anfang an riesig sein. Sie muss vor allem eine klare Idee haben.“
Die neue Markenidentität von Instahelp ist laut Aussendung inzwischen vollständig ausgerollt. Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Psycholog:innen und hat bis dato rund 450.000 Beratungen durchgeführt.
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