Österreichisches Space-Startup eines von 14 Auserwählten des AWS Space Accelerators
Amazon Web Services (AWS) hat die 14 globalen Weltraum-Startups bekannt gegeben, die für die Teilnahme am AWS Space Accelerator 2023 ausgewählt wurden. Darunter findet sich ein heimischer Vertreter.
Das SpaceTech-Startup Gate Space mit Sitz in Tulln in Niederösterreich entwickelt ein Antriebssystem für Satelliten (Plug-and-Play-Mobilität). Mit Österreichs erstem und bislang einzigem Astronauten im Weltraum Franz Viehböck konnte es Ende des Vorjahres einen prominenten Investor gewinnen, der brutkasten berichtete. Nun wurde das Unternehmen als eines von 14 Startups fürs globale Accelerator-Programm von Amazon Web Services ausgewählt.
Gate Space: Geschäftsmodell ausbauen
„Wir sind begeistert, Teil des AWS Space Accelerator-Programms zu sein. Das ermöglicht uns, wertvolle Einblicke von Branchenexperten zu gewinnen, unser Geschäftsmodell auszubauen und unser Wachstum auf dem internationalen Markt zu beschleunigen. Wir glauben, dass Programme wie diese für Startups in Österreich essentiell sind, da sie Zugang zu Mentoren, Ressourcen und Networking-Möglichkeiten bieten, die notwendig sind, um in dieser sich schnell entwickelnden Branche erfolgreich zu sein“, erklärt Moritz Novak, CEO Gate Space.
Von Orbitalrobotern und Raumfahrzeugen
Die ausgewählten Startups entwickeln allesamt Lösungen, die verschiedene Herausforderungen im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit im Weltraum angehen sollen – von 3D-gedruckten Raumfahrzeugen bis hin zu Orbitalrobotern, auf KI basierenden Satellitenlösungen und weltraumbasierten Initiativen. Alles, um die wertvollen Ressourcen der Erde besser zu nutzen. Diese Startups möchten jetzt mit dem AWS die nächste Generation der Weltraumtechnologie entwickeln.
Ziel für gate Space und Co.: Marktreife und Netzwerk
Konkret ist der „AWS Space Accelerator“ dazu gedacht, ausgewählte Startups darin zu fördern, flexible, agile Cloud-Tools zu nutzen, die ihre Weltraummissionen unterstützen und Innovationen beschleunigen sollen. Das Programm hat den Schwerpunkt, die Startups mit den für sie wesentlichen Kontakten zusammenzubringen und von Erfahrungen aus dem öffentlichen Sektor, von öffentlich-privaten Organisationen und Investoren zu profitieren. Mit den Zielen: Schneller auf den Markt zu kommen, Innovationen für die richtigen Herausforderungen zu entwickeln und ihre Lösungen zu skalieren.
Fawks AI-Gründerin: Von Indien über die IAEA zu einem KI-Startup, das Dialekte erkennt
Fawks AI, in Wien von CEO und CTO Neha Agarwal und COO Arun Gaurav gegründet, erhielt vom Austria Wirtschaftsservice für seine Spracherkennungs-Engine eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro.
Fawks AI-Gründerin: Von Indien über die IAEA zu einem KI-Startup, das Dialekte erkennt
Fawks AI, in Wien von CEO und CTO Neha Agarwal und COO Arun Gaurav gegründet, erhielt vom Austria Wirtschaftsservice für seine Spracherkennungs-Engine eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro.
Eigentlich geht es hier nicht um ein Startup aus Indien, aber dennoch muss es kurz erwähnt werden: über 86 Millionen US-Dollar Umsatz, eine geschätzte Firmenbewertung von 200 Millionen US-Dollar, 500 Mitarbeiter:innen. Und das gebootstrapped. Das ist die Geschichte des indischen Proptech Housiey. Gegründet wurde es 2016 von Neha Agarwal und ihrem Bruder Ankit.
Problem Intransparenz
Der Ausgangspunkt der Geschwister damals war ein Markt, in dem es zwar viele Immobilienportale gab, aber es aufgrund laxer Regulierung immer wieder zu Fällen kam, in denen Makler:innen Objekte zu Preisen anboten, die vom tatsächlichen Endpreis stark abwichen. Auch Angaben zu Steuern, Regulierung und Mindestpreisen fehlten und Käufer:innen zahlten häufig zu viel für Immobilien.
Darin sahen die beiden eine Marktlücke. So bauten sie eine Plattform, auf der Bauträger direkt vertreten sind. Ihr Bruder übernahm als CEO den Vertrieb, Agarwal verantwortete die gesamte Technik. Dazu gehörte die Suchmaschinenoptimierung, die die heute in Wien lebende Gründerin als einen der Eckpunkte für den investorenlosen Erfolg nennt. „Housiey sollte bei Google gut ranken, ohne viel Geld für Werbung auszugeben. Das war noch vor dem KI-Zeitalter“, sagt sie. Außerdem entwickelte Agarwal den Anmeldeprozess für Nutzer:innen und setzte zu Beginn auf YouTube-Kanäle, um Immobilien zu präsentieren.
Der andere zentrale Faktor für Erfolg war die Transparenz: Nutzer:innen sollen alle Informationen zu einer Immobilie in einem durchgängigen Ablauf sehen können, vollständig und korrekt. „Das schafft Vertrauen und sie tappen nicht in eine Falle“, so Agarwal.
Von Indien nach Österreich: Fawks AI entsteht
2012 endete das Kapitel Indien und die Founderin kam für einen Job bei den Vereinten Nationen nach Österreich (IAEA). Eigentlich war ein Aufenthalt von sechs Monaten geplant, doch sie blieb, wechselte danach in einen Job bei einem anderen Unternehmen und kündigte dort schließlich, um gemeinsam mit COO Arun Gaurav Fawks AI in Wien zu gründen.
Das Wiener KI-Startup entwickelt eine eigene Speech-Engine zur Kundenkommunikation: eine KI, die Telefonanrufe im Kundensupport wie ein Mensch führen soll und sich an Unternehmen richtet. Erste Tests mit zahlenden Kund:innen laufen bereits.
aws-Förderung
Dafür erhielt das Startup eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro von der Austria Wirtschaftsservice (aws) im Rahmen des Förderprogramms aws Preseed | Deep Tech. Damit soll die Kerntechnologie mit dem Codenamen HIVE vom Konzept zu einem produktionsreifen Prototyp weiterentwickelt werden. Im vergangenen Jahr wurde Fawks AI zudem für den ersten Venture-Cake-Jahrgang von weXelerate, dem Wiener Startup-Accelerator, als eines von acht Startups bei 150 Bewerbungen ausgewählt. Ein möglicher Grund dafür: eine sprachliche Besonderheit von Fawks AI.
„Wir haben festgestellt“, präzisiert Agarwal, „dass es bei der deutschen Sprache auf den Dialekt ankommt, etwa Vorarlbergerisch oder Wienerisch. Im Benchmarking lag die Erkennungsrate nur bei 68 Prozent. Wir haben überall gesucht, aber kein Spracherkennungsmodell gefunden, auch nicht in Europa, sondern nur US-Modelle. Wenn ein Anruf zum Beispiel eine Bankangelegenheit betrifft und eine IBAN genannt wird, wird die Nummer nicht korrekt erkannt, und der nächste Workflow wird nicht ausgelöst. Viele große Unternehmen können KI deshalb nicht richtig einsetzen, weil die Spracherkennung nicht gut genug ist.“
Deswegen deckt Fawks AI Standarddeutsch, Wienerisch und Österreichisch-Bairisch ab, und adressiert auch Menschen, die Deutsch nicht als Muttersprache, sondern in der Schule gelernt haben. Künftig möchte man noch Schweizerdeutsch in die Anwendung implementieren.
Damit ist Fawks AI nicht allein und bewegt sich hierzulande in einem Feld, mit großer Konkurrenz wie fonio, KI-Note oder NeedNect. Doch es gibt einen Grund, warum man sich für Wien entschieden hat.
„Ernst genommen“
„Österreich hat uns ernst genommen, bevor es andere taten“, sagt Agarwal. „Die Förderung ist ein Signal, dass die aws bereit ist, anspruchsvolle Ingenieursprobleme zu unterstützen, nicht nur Anwendungen. Europäische KI-Infrastruktur lässt sich nicht mit amerikanischen Standardwerkzeugen aufbauen. Das hat die aws verstanden, und ihre Jury ebenso. Wir sind dankbar für das Vertrauen.“
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