Die neue "Forbes Under 30"-Liste 2022 für Österreich ist da. Sie umfasst wieder 30 Leute, die unter 30 Jahre alt sind und Außergewöhnliches erreicht haben - angefangen von Gründer:innen über Künstler:innen bis hin zu Aktivist:innen.
Seit 2011 publiziert Forbes die Under 30-Liste, die Menschen unter 30 Jahren für ihre Leistungen auszeichnet. Auf der Liste finden sich prominente Namen wie Spotify-Gründer Daniel Ek, Popstar Rita Ora oder Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Seit 2016 erscheint die Under 30-Liste auch in der deutschsprachigen Region – mit je 30 Listmakern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Für die Liste 2022 erhielt Forbes rund 1.700 Bewerbungen und Nominierungen. Das bedeutet, bei 90 Plätzen gesamt, eine Aufnahmequote von nur fünf Prozent. In der Jury waren dieses Jahr unter anderem Snipes-Gründer Sven Voth, Teufel-CEO Sascha Mallah oder die „Under 30“-Alumni Alexander Weber (N26).
Zahlreiche Startup-Gründer:innen vertreten
Auch dieses Jahr sind in der Liste wieder zahlreiche bekannte Startup-Gründer:innen aus Österreich vertreten. Unter ihnen ist beispielsweise Alexander Valtingojer, CEO und Co-Founder von Coinpanion. Das Startup bringt das ETF-Konzept vom Aktienmarkt in den Kryptomarkt und ermöglicht so diversifiziertes Investieren in Kryptowährungen. Zudem sind auch zahlreiche Frauen in der Liste vertreten, wie beispielsweise Anna Pölzl vom Wiener Energie-Startup nista.io, das eine eine Datenanalysesoftware entwickelt, die mithilfe von künstlicher Intelligenz und Sensordaten den Energieverbrauch von Betrieben analysiert und stetig optimiert. Auch Laura Egg, Managing Director Austrian Angel Investors Association, die sich für die heimische Investor:innen-Szene einsetzt, findet sich auf der Liste. Komplementiert wird die Liste mit Künstler:innen, Sportler:innen aber auch Aktivist:innen, wie beispielsweise Katharina Rogenhofer vom Klimavolksbegehren.
Die Forbes 30 Under 30 für Österreich
Name
Organisation bzw. Aktivität
Natalie Kerres
SCALED (NK Technology Ltd.)
Lisa Höllbacher
nexyo GmbH
Anna Pölzl
nista.io
Agnes Aistleitner Kisuule
First Circle Capital
Birgit van Duyvenbode
Reeduce
Katharina Feiertag
Quickticket GmbH
Laura Egg
Austrian Angel Investor Association
Julia Kruslin
beatvest
Katharina Rogenhofer
FFF, Klimavolksbegehren
Viola Schritter
VS Homes
Katharina Liensberger
Skirennläuferin
Valerie Huber
Schauspielerin
Nikola Sirucek
Rebel Meat
Lukas Renz
HydroSolid GmbH
Noah Weber
CelerisTx
Andreas Ernhofer
Paralympics-Schwimmer
Adrian Brodesser
Soma Reality GmbH
Aleksej Sinicyn
Taxefy GmbH
Albert Vogl-Bader
Carployee
Valentin Perkonigg
Brickwise
Keith Nyanhongo
Blueprint, AgroBiogel
Victor Tibo
Lignovations
Christopher Zemina
Airbank
Matthias Zandanel
Coinpanion
Andreas Krassnitzer
clir Technologies GmbH
Alexander Valtingojer
Coinpanion
Saad Wohlgenannt
Coinpanion
Sebastian Tanzer
triply
Aaron Penn
Coinpanion
Simon Schmiderer
Zone14
Die Bewerbungsfrist für Forbes 30 Under 30 für das Jahr 2023 endet am 15. August 2023. Für die Liste 2023 können sich all jene, die nach dem 31. Juni 1993 geboren sind, bewerben.
Vom Labor zum Markt: Warum Innovation erst in der Produktion Realität wird
Österreich verfügt über starke Forschung, innovative Life-Science-Unternehmen und Top-Talente. Doch zwischen Wissenschaft und erfolgreicher Versorgung liegt ein entscheidender Schritt, der oft unterschätzt wird: die industrielle Umsetzung.
Vom Labor zum Markt: Warum Innovation erst in der Produktion Realität wird
Österreich verfügt über starke Forschung, innovative Life-Science-Unternehmen und Top-Talente. Doch zwischen Wissenschaft und erfolgreicher Versorgung liegt ein entscheidender Schritt, der oft unterschätzt wird: die industrielle Umsetzung.
Christoph Reinwald, General Manager des Pharma-Startups Complex Pharmaceuticals |
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 Aufbrechen erschienen.
Wenn über Innovation gesprochen wird, stehen meist Forschung, neue Technologien oder bahnbrechende wissenschaftliche Erkenntnisse im Mittelpunkt. Gerade im Life-Science-Bereich sind es häufig neue Wirkstoffe, innovative Therapieansätze oder vielversprechende Biotech-Unternehmen, die Aufmerksamkeit erzeugen. Der eigentliche Härtetest beginnt aber oft erst dann, wenn aus einer wissenschaftlichen Idee ein marktfähiges Produkt werden soll.
„Zwischen Forschung und erfolgreicher Versorgung liegt die industrielle Umsetzung – eine hochkomplexe Phase“, gibt Christoph Reinwald zu bedenken. Er ist General Manager von Complex Pharmaceuticals, einem österreichischen Pharma-Startup, das mit neuen Ansätzen zur Versorgungssicherheit und Stärkung des Wirtschaftsstandorts Europa beitragen will.
Die unterschätzte Seite der Innovation
Dabei geht es um weit mehr als Produktion im klassischen Sinn: Verpackung, Serialisierung, Dokumentation, Qualitätssicherung, regulatorische Anforderungen, Lagerung und Distribution bilden gemeinsam jene Infrastruktur, die Innovation überhaupt erst für Patient:innen verfügbar macht.
Genau an diesem Punkt stehen viele europäische Life-Science-Unternehmen vor einer zentralen Herausforderung: „Forschungskompetenz ist vorhanden, technologische Ideen ebenfalls. Doch wenn es um flexible Produktions- und Verpackungskapazitäten geht, fehlen oft geeignete Strukturen“, weiß Reinwald aus eigener Erfahrung. Der Biotechnologe mit Spezialisierung auf Qualitäts- und Risikomanagement beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den regulatorischen und industriellen Anforderungen der Pharmabranche. In leitenden Funktionen verantwortete er Entwicklungs-, Produktions- und Qualitätsprozesse entlang der pharmazeutischen Wertschöpfungskette. Als Qualified Person gemäß EU-GMP-Richtlinie kennt er die Herausforderungen, die zwischen wissenschaftlicher Innovation und industrieller Umsetzung liegen, aus erster Hand.
Während viele industrielle Systeme auf große Produktionsmengen ausgelegt wurden, verändert sich die Branche zunehmend. Spezialisierte Therapien und Produkte, kleinere Chargengrößen und klinische Studien erfordern neue Produktionslogiken. „Gefragt sind heute Produktionssysteme, die schnell skalieren können, kurze Umrüstzeiten ermöglichen und unterschiedlichste Anforderungen des Marktes wirtschaftlich abbilden“, so Reinwald.
Infrastruktur als Innovationsmotor
Genau hier setzt er mit seinem Unternehmen Complex Pharmaceuticals an. In Traiskirchen, südlich von Wien, wird derzeit ein hochmodernes Produktions- und Verpackungszentrum für die pharmazeutische Industrie aufgebaut. Ziel ist es, flexible Kapazitäten für unterschiedliche Marktanforderungen bereitzustellen – von Klein- und Kleinstchargen bis hin zu kommerziellen Produktionsvolumina. Dabei versteht sich das Unternehmen nicht nur als Produktionsdienstleister, sondern als Teil eines größeren Ökosystems.
Denn die beste wissenschaftliche Idee bleibt wirkungslos, wenn sie nicht effizient produziert, verpackt und verteilt werden kann. Wettbewerbsfähigkeit entsteht heute entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Forschung bis zur Auslieferung. Daher braucht erfolgreiche Innovation laut Reinwald die richtige Infrastruktur.
Aus diesem Grund investiert Complex Pharmaceuticals bereits vor dem Produktionsstart Anfang 2027 in den weiteren Ausbau seines Standorts. Die Gesamtfläche wurde auf 15.200 Quadratmeter erweitert und damit beinahe verdoppelt. Neben den bereits vorhandenen Produktionskapazitäten bilden zusätzliche Lagerflächen sowie Infrastruktur für zukünftige Projekte die Grundlage für umfassende pharmazeutische Services.
Die Investition folgt dabei der Überzeugung, dass Europa nicht nur Forschungsexzellenz braucht, sondern auch die Fähigkeit, Innovationen industriell umzusetzen. Gerade Österreich bietet laut Reinwald dafür ideale Voraussetzungen: Universitäten, Forschungszentren, Startups und etablierte Industrieunternehmen bilden ein starkes Netzwerk. Werden diese Kompetenzen durch moderne Produktionsstrukturen ergänzt, entsteht ein Umfeld, in dem Innovation nicht nur gedeihen, sondern auch erfolgreich skaliert werden kann.
Für den Standort Traiskirchen bedeutet das eine langfristige Perspektive: Bis 2028 entstehen mehr als 60 neue Arbeitsplätze, gleichzeitig wird in Automatisierung, Digitalisierung und eine nachhaltige Gebäudetechnik investiert.
Von Science zu Business
Die eigentliche Bedeutung solcher Projekte reicht jedoch weit über einen einzelnen Standort hinaus. Sie zeigen, dass erfolgreiche Innovation nicht nur durch Forschung entsteht; sie entsteht dort, wo wissenschaftliche Erkenntnisse, unternehmerischer Mut und industrielle Umsetzung zusammenkommen. Oder anders gesagt: Der Weg von Science zu Business führt nicht nur durch das Labor, sondern auch durch die Fabrik.
Infobox: Complex Pharmaceuticals ist ein 2024 gegründetes Pharmaunternehmen mit Sitz in Wien und einem Produktions- und Verpackungszentrum in Traiskirchen. Mit seinem Fokus auf hochflexible Sekundärverpackung können unterschiedlichste Chargengrößen effizient und exakt hergestellt werden. So trägt das Unternehmen zur Versorgungssicherheit und Stärkung des Produktionsstandorts Europa bei. www.complex-pharma.com
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