27.05.2020

Fernschauen als Hausübung: EduTech uugot.it startet Schul-Version „sCOOLing“

Das Sprachlern-Startup uugot.it erweitert mit "sCOOling 4Schools" seine Lernplattform für den Einsatz im Schulunterricht. Dabei werden fachspezfische Videos mit multilingualen interaktiven Untertiteln angeboten, damit Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache Filme als Unterrichtsmaterialien leichter verstehen können.
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(c) uugot.it - Das Sprachlern-Startup uugot.it bietet nun eine Schulversion, um bessere Integration von Kindern mit Schwächen in der deutschen Sprache zu ermöglichen.

Laut dem Österreichischem Gehörlosenbund nutzen bis zu 450.000 Menschen die Services der ORF-Untertitelung. Nicht erfasst sind jene Untertitel-Statistiken, die durch das Aufkommen diverser Streaming-Dienste genutzt werden. Wenn Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB jedoch sagt: „Der Zugang zu Information ist eine unverzichtbare Voraussetzung für ein selbstbestimmes Leben, eine unabhängige Meinungsbildung und für politische Partizipation”, spricht sie in erster Linie ihre Klientel an, setzt aber zugleich auch den Maßstab, der ebenso für Menschen mit nicht-deutscher Muttersprache gilt. Hier setzt uugot.it bereits seit einigen Jahren an.

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Mit Untertiteln Deutsch lernen

Das Wiener Sprachlern-Startup uugot.it streamt TV-Sendungen mit interaktiven Untertiteln, über die Zuwanderer die deutsche Sprache lernen können. Mittels einer eigenen App werden dabei TV-Sendungen mit den Untertiteln in der jeweiligen Originalsprache versehen. Sofern ein Nutzer ein Wort nicht versteht, kann er darauf tippen und erhält anschließend eine Übersetzung in seiner Muttersprache.

„SCOOLing 4Schools“ für direkten wie auch „distance learning“-Einsatz

Nun erweitert das Startup rund um CEO und Co-Founder Philipp Etzlinger sein Angebot und dehnt es auf den Schulunterricht aus. Die Initiative „sCOOLing 4Schools“ bietet fachspezifischen Content für Schulen der Sekundarstufe I und II. Diese Lösung kann im Präsenzunterricht genauso wie im „Distance Learning“ eingesetzt werden.

Videospeed individuell einstellbar

In einem Fächerkatalog aus 21 Themenbereichen gegliedert stehen hunderte Videobeiträge für den Unterrichtseinsatz bereit, viele davon mit didaktisch aufbereiteten Materialien. Der Unterschied zu herkömmlichen Bildungsangeboten auf Videobasis ist, dass bei uugot.it interaktive multilinguale Untertitel mit eingeblendet werden, damit Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache den Inhalten leichter folgen können. Dabei kann auch die Abspielgeschwindigkeit des Videos angepasst werden. Worte, die durch den Klick markiert und übersetzt werden, speichert die App für späteres Lernen – die Lehrkraft kann diese über ein Panel einsehen.

„Selbstvertrauen der Schüler steigt“

„Schüler mit Erstsprache Deutsch blenden die Untertitel aus, Schüler mit anderen Erstsprachen lassen sich jene deutschen Wörter, die sie nicht verstehen, übersetzen. Mit dieser individuellen Vorentlastung des Wortschatzes können Kinder mit Migrationshintergrund dem Unterricht beinahe ebenso gut folgen wie ihre deutschsprachigen Kollegen, was wiederum zu einem Motivationsschub führt, wie wir festgestellt haben. Damit steigt auch das Selbstvertrauen der Schüler“, sagt Anke Holzapfel, „Didactic Head“ bei uugot.it.

Mit uugot.it Filme als Hausaufgabe

Franziska Haberler unterrichtet an eine der Schulen, die die neue digitale Möglichkeit bereits nutzen. Sie sagt: „Ich kann Filme als Hausaufgaben geben, da die Kinder auch zuhause auf die Quelle zugreifen können. Sie können weiterüben und sich in ihrem Tempo mit dem Medium Film und Sprache befassen. Auch kann man diese kurzen Filme zu spezifischen Themen im Unterricht gemeinsam anschauen.  Zu vielen Einheiten gibt es schon fertige Didaktisierungen, wobei wir im Unterricht die Kinder gerne auch selbstständig damit arbeiten lassen. Audiovisuelle Medien geben uns einen ausgezeichneten Gesprächsanlass, da durch die Verbindung Bild-Sprache Vokabular sozusagen selbsterklärend eingeführt wird“.

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(c) uugot.it – Franziska Haberler beim Unterricht in der NMS Staudingergasse und dem Einsatz von „sCOOLing“.

Service vorerst kostenlos

Dieser Abbau der Sprachbarrieren wird von öffentlichen Institutionen wohlwollend angenommen, wie es laut Aussendung heißt. Das Bundeskanzleramt fördert die Basisversion von uugot.it TV, sodass der Service zum Deutsch lernen kostenfrei in Österreich verfügbar ist. Auch „sCOOLing 4Schools“ wird vorerst kostenlos angeboten werden.

uugot.it-CEO Etzlinger: “ Alle Menschen haben ein Informationsbedürfnis“

„Wir bieten allen Zugewanderten die Möglichkeit, lokale, tagesaktuelle Informationen nicht nur zu erhalten und zu verstehen, sondern gleichzeitig auch die deutsche Sprache zu festigen. Gerade durch COVID-19 ist deutlich geworden, dass alle in unserem Land lebenden Menschen – auch jene, die noch an Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache leiden – das gleiche Informationsbedürfnis haben“, erklärt Etzlinger: „Mit unserer Schul-Initiative kann nun jeder Lehrende uugot.it im Unterricht einsetzen, eigene Klassen anlegen, Content verwalten, sehen, wo die Schüler Probleme haben und darauf eingehen“.

Kostenfreie Webinare von uugot.it

uugot.it „sCOOLing“ ist für Schulen und Bildungsinstitutionen zugänglich und bietet einen Videokatalog mit über 2.500 Titeln. Nach einer automatisierten Registrierung können sich Lehrende im Hilfebereich über den Einsatz des neuen Features informieren. Für alle Lehrkräfte bietet das Didaktik-Team des Startups zudem kostenfreie Webinare an.


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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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Fernschauen als Hausübung: EduTech uugot.it startet Schul-Version „sCOOLing“

  • Das Wiener Sprachlern-Startup uugot.it streamt TV-Sendungen mit interaktiven Untertiteln, über die Zuwanderer die deutsche Sprache lernen können.
  • Die Initiative „sCOOLing 4Schools“ bietet fachspezifischen Content für Schulen der Sekundarstufe I und II. Diese Lösung kann im Präsenzunterricht genauso wie im „Distance Learning“ eingesetzt werden.
  • uugot.it sCOOLing ist für Schulen und Bildungsinstitutionen zugänglich und bietet einen Videokatalog mit über 2.500 Titeln.

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