27.08.2025
HEALTH

Feelgood: Landwirt-Founder nach Herzeingriff mit beruflicher Neuorientierung

Nach vielen Jahren im "intensiven Berufsleben" – Ines Brunner im Gesundheitsbereich als biomedizinische Analytikerin, Thomas Mühlbacher als Gründer und Geschäftsführer von Landwirt.com – haben die beiden Eheleute eine neue berufliche Aufgabe gesucht und diese als Franchise-Partner für Feelgood in Kalsdorf, Steiermark, gefunden.
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Feelgood
© Feelgood - Ines Brunner und Thomas Mühlbacher von Feelgood.

Thomas Mühlbacher ist Gründer und Geschäftsführer von Landwirt.com. Nach einer persönlichen Gesundheitskrise – verbunden mit einem Herzproblem – und nach dem erfolgreichen Aufbau seiner Plattform hat er sich nun bewusst für einen beruflichen Neuanfang abseits der digitalen Schnelllebigkeit entschieden: „Ich wollte etwas gesellschaftlich Bedeutsames tun und Menschen dabei helfen, in Bewegung zu kommen und ihre Gesundheit zu stärken“, sagt er. Der Weg führte zu Feelgood.

Entscheidung nach Befund

„Zur Entscheidung, Landwirt mit Ende 2026 zu verlassen, kam es recht rasch nach meinem Befund. Ich wusste, dass der Stress bei Landwirt.com nicht weniger wird, dass wir Herausforderungen haben und diese bewältigen müssen: Themen wie Internetbetrug, KI, Social Networks, SEO im KI-Zeitalter oder Umstellung auf neue Technologien. Zusätzlich habe ich mit Ludwig Schwarzmayr einen erfahrenen Geschäftsführer-Kollegen und mit Lukas Pammer einen Nachfolger im Sales-Bereich, der super Kontakte zu unseren Kunden hat“, erklärt Mühlbacher.

Und ergänzt: „Meine Lust, mit meiner Frau gemeinsam etwas Neues aufzubauen, war sehr groß. Ich wollte noch einmal etwas Neues erfolgreich machen. Das Konzept von Feelgood begeistert mich, und in Graz und Umgebung gibt es das in dieser Form noch nicht. Daher ist hier Wachstum möglich. Wir sprechen eine Zielgruppe an, in die ich hineinwachse, und etwas digitales Marketing kann ich für Feelgood Kalsdorf auch selbst umsetzen. Meine ersten Kampagnen haben inzwischen über 60 Probetrainings akquiriert, und es macht Spaß, einmal total regional zu arbeiten.“

Mühlbacher hat in den über 25 Jahren seines Wirkens viele Veränderungen miterlebt – vom Modem zum Mobiltelefon. „Es gab nicht einmal Facebook, heute unzählige Social-Media-Kanäle, die es zu betreuen gilt. Es hat mich unheimlich viel Energie gekostet, mit jedem Trend mitzugehen. Bis jetzt haben wir das auch super geschafft, mit über eine Million App-Downloads und den erfolgreichen Social-Kanälen. Aber ich bin nicht mehr bereit, die extra Meile zu gehen – meine Gesundheit ist mir wichtig“, sagt er zu seiner Entscheidung, sich umzuorientieren.

Feelgood: Ursprung in Norwegen

Entwickelt wurde das Feelgood-Konzept 2015 in Norwegen. Es bietet sanftes Zirkeltraining mit therapeutischen Geräten an und richtet sich besonders an Frauen und Männer ab 50 Jahren sowie an Menschen mit besonderen physischen Herausforderungen. Das Training soll sowohl therapeutische als auch präventive Wirkung haben und sei unabhängig von Fitnessniveau und Alter.

Gemeinsam mit Gattin Brunner, biomedizinische Analytikerin mit neurologischem Schwerpunkt und Pilates-Trainerin, gegründet, richtet sich das Bewegungsstudio auch an Menschen mit kognitiven oder körperlichen Einschränkungen: „Das Training ersetzt keine Therapie und keinen Arztbesuch, aber es ist eine hervorragende Ergänzung – auch bei Beschwerden wie Bandscheiben-Problemen, Rheuma oder Muskelschwäche“, sagt Brunner.

Trainingszirkel als Herzstück

Das Herzstück des Centers ist der Trainingszirkel mit zwölf motorisierten Geräten. Im Gegensatz zu klassischen Fitnessgeräten müsse hier niemand schwere Gewichte stemmen oder komplizierte Einstellungen vornehmen – die Geräte bewegen sich automatisch und unterstützen die Bewegung. Dabei werde der gesamte Bewegungsapparat sanft in einem vorgegebenen Rhythmus bewegt.

Durch einfache Bedienung der Geräte und die Möglichkeit der individuellen Betreuung sei zudem eine barrierefreie Trainingsumgebung geschaffen: „Es geht bei diesem Training nicht darum, Höchstleistungen zu erbringen – sondern darum, fit und selbstständig zu bleiben, egal wie alt man ist oder welche Vorerkrankungen man hat“, betonen die Franchise-Partner. Neben dem Training legt Feelgood auch Wert auf Kommunikation: Einsamkeit im Alter sei ein zentrales Thema – das Center verstehe sich daher ebenso als Ort der Begegnung.

Ende 2026 neuer CEO bei Landwirt

„Wir haben österreichweit in den Feelgood-Centern gesehen, wie Menschen wieder Freude an Bewegung finden – egal, ob 50 oder 80 Jahre alt. Das wollen wir auch hier in der Region südlich von Graz anbieten“, so Brunner weiter. Aktuell gibt es 30 Feelgood-Center in Österreich, gemeinsam mit Feelgood Waldschach gibt es ab sofort zwei Standorte in der Steiermark. Am 1. Oktober 2025 beginnt das „Soft Opening“, ab diesem Zeitpunkt können Probetrainings vereinbart werden.

Mühlbacher bleibt dem Unternehmen Landwirt.com als CEO noch bis Ende 2026 erhalten. Danach übernimmt seine Rolle der oben erwähnte Lukas Pammer, der von Mühlbacher bis dorthin für die Geschäftsführung aufgebaut wird und bereits Prokurist ist.

Für Gründer:innen und Personen der Digital-Szene hat der Founder folgenden Rat parat: „Unbedingt handyfreie Zeiten, viel Bewegung und Sport sowie einen Ausgleich zur Arbeit finden. Man muss auch nicht jeden Social-Media-Kanal betreuen, aber die Zielgruppe klar im Blick behalten. Konzentration auf das Wesentliche finde ich massiv wichtig.“

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Die Stadtwerke Klagenfurt versorgen die Region unter anderem mit Strom, Gas, Fernwärme, Wasser und verantworten den öffentlichen Personennahverkehr. © Stadtwerke Klagenfurt

Ob E-Mails, vertrauliche Kunden-Dokumente oder interne Richtlinien: Viele österreichische Unternehmen haben verstanden, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz unausweichlich wird, stehen allerdings vor der Herausforderung, KI sicher in die eigenen Arbeitsabläufe zu integrieren. Bei den Stadtwerken Klagenfurt entschied man sich bewusst gegen Standard-Lizenzen externer US-Hyperscaler und entwickelte stattdessen eine maßgeschneiderte Inhouse-Lösung: den „Stadtwerke GPT“, auch liebevoll „Susi-Sorglos“ genannt.

Die Vision: Ein DSGVO-konformer „Büro-Buddy“

Das Hauptziel war von Beginn an klar definiert: eine sichere Umgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter:innen Bedenken bezüglich des Datenschutzes komplett ausräumen können. „Wir wollten unseren Mitarbeitern einen souveränen, DSGVO-konformen Chatbot anbieten, den sie komplett bedenkenlos nutzen können, wo sie personenbezogene Daten von Kunden reinkopieren und vertrauliche Dokumente hochladen können“, erklärt Peter Weratschnig, IT-Bereichsleiter der Stadtwerke Klagenfurt.

Neben der Chatbot-Funktion dient die KI als intelligenter „Büro-Buddy“. Über ein Retrieval-Augmented-Generation-System (RAG) wurden ca. 2.000 Seiten an internen Dokumenten, von Konzernrichtlinien bis hin zu IT-Anleitungen, eingebunden, um Fragen zu regulatorischen Vorgaben oder Systembedienungen direkt zu beantworten.

Der Gamechanger: Die Austria Wirtschaftsservice (aws)-Förderung

Das Projekt hat man nicht alleine umgesetzt, sondern entstand durch den Kontakt mit dem Wiener KI-Startup BReact, das 2022 von Raphael Fakhir und Nemanja Klincov gegründet wurde. Der entscheidende Impuls für die Realisierung lag in der Förderlandschaft. Denn das finanzielle Gesamtinvestment bewegte sich im fast sechsstelligen Bereich, erklärte Weratschnig im Interview.

Hier kam die IÖB-Toolbox-Förderung der Austria Wirtschaftsservice (aws) als entscheidender Beschleuniger ins Spiel. „Ohne diese Förderung hätten wir es nicht gemacht“, betont Weratschnig rückblickend. Die Förderung reduzierte das finanzielle Risiko für die Stadtwerke entscheidend und machte den Weg frei für die gemeinsame Entwicklung mit dem Startup.

Das Förderungsprogramm aws IÖB-Toolbox richtet sich an öffentliche Beschaffer und hat den Zweck, die Planung und Umsetzung von IÖB-Challenges als innovativem Instrument der Markterkundung, juristische und/oder technische Expertise für die Erstellung von Unterlagen für eine geplante Ausschreibung (Modul Prepare), sowie die Durchführung von innovativen Beschaffungen (Modul Transfer) zu ermöglichen. Damit sollen Anreize für eine verstärkte Innovationsnachfrage durch den öffentlichen Sektor gesetzt werden, insbesondere für Vorhaben mit positiven Beiträgen in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Europäische KI-Architektur On-Premise

Auch technisch setzten die Partner auf digitale Souveränität: Als Sprachmodell dient ein Modell des französischen KI-Unternehmens Mistral, das Mitte des Jahres auch das Linzer Startup EmmiAI kaufte. Die Datenhaltung erfolgt laut Weratschnig ausschließlich On-Premise in eigenen IT-Systemen. Lediglich die reine GPU-Rechenleistung wird bei einem italienischen Anbieter angemietet. „Sobald das Modell nachdenkt, tut es das in dieser Infrastruktur ohne persistente Datenspeicherung. Danach sind keine Datenspuren außerhalb unseres IT-Systems zu finden“, erklärt der IT-Bereichsleiter. Das Resultat ist der angestrebte „Susi Sorglos“-Bot für den internen Arbeitsalltag.

Große Begehrlichkeiten & wertvolle Erkenntnisse

Nach der schrittweisen Bereitstellung als internes Web-Service stieß das Tool auf enormes Interesse in den Fachbereichen. Neben Fachfragen zu Richtlinien entstehen bereits Ideen für eigene Teil-Wissensdatenbanken oder interaktive Schulungsassistenten.

Gleichzeitig liefert das Projekt wertvolle Erkenntnisse für künftige KI-Initiativen. „Der Benefit aus unseren Lessons Learned ist fast ebenso hoch einzustufen wie das Tool an sich“, fasst Weratschnig zusammen. Seine zentralen Ratschläge an andere Unternehmen: Von Beginn an die eigene IT-Architektur und Lieferkette der Dienstleister genau prüfen sowie die Qualität der zugrundeliegenden Analog-Dokumente gründlich analysieren.


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienbeauftragung mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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