01.12.2020

Facebook kauft Startup für eine Milliarde US-Dollar

Facebook schluckt das New Yorker Startup Kustomer und will damit sein Kundenservice-Angebot verbessern.
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Facebook, neuer Name, Google
(c) Facebook - Facebook CEO Mark Zuckerberg mit neuen Plänen für Facebook.

Noch sei der Deal nicht ganz unter Dach und Fach, doch diese Woche soll es, wenn alles nach Plan verläuft, den Abschluss geben. Facebook kauft das New Yorker Kundendienst-Startup Kustomer – das berichtet das Wall Street Journal. Eine Milliarde US-Dollar lege man dafür auf den Tisch. Die Angabe ist zwar nicht formell bestätigt – beim Internetkonzern will man sich nicht dazu äußern. Doch auch TechCrunch berichtet von internen Quellen, die diese Summe nannten.

Kustomer bietet Kundenservice-Plattformen und arbeitet dabei mit Chatbots. Besonders punkten will das Startup mit den Daten, die es Unternehmen über deren Kunden zu Verfügung stellt und deren Aufbereitung. Bereits bislang waren Kundenbetreuungs-Chatbots für den Facebook Messenger eines der erfolgreichsten Produkte. Kürzlich hatte man das Service auf die Facebook-Tochter Instagram ausgeweitet. Facebook will diese Services nun im Komplettpaket seinen Unternehmenskunden anbieten können.

Schon einige Mega-Übernahmen vor Kustomer

Apropos Instagram: Für das soziale Netzwerk, das heute zu den größten der Welt zählt, legte Facebook im Jahr 2012 ebenfalls „nur“ eine Milliarde US-Dollar hin. Seitdem folgten einige größere Übernahmen. Heraus sticht dabei jedenfalls die Akquisition von WhatsApp im Jahr 2014 um 19 Milliarden US-Dollar. Dabei ist nicht nur der Konzern von Mark Zuckerberg auf Einkaufstour. Erst im November etwa kaufte Snap (das Unternehmen hinter Snapchat) das israelische Startup voca.ai.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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Facebook kauft Startup für eine Milliarde US-Dollar

  • Facebook kauft das New Yorker Kundendienst-Startup Kustomer – das berichtet das Wall Street Journal.
  • Eine Milliarde US-Dollar lege man dafür auf den Tisch – der Betrag wurde nicht offiziell bestätigt.
  • Kustomer bietet Kundenservice-Plattformen und arbeitet dabei mit Chatbots.
  • Bereits bislang waren Kundenbetreuungs-Chatbots für den Facebook Messenger eines der erfolgreichsten Produkte.
  • Kürzlich hatte man das Service auf die Facebook-Tochter Instagram ausgeweitet.
  • Facebook will diese Services nun im Komplettpaket seinen Unternehmenskunden anbieten können.

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Facebook kauft Startup für eine Milliarde US-Dollar

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