13.02.2023

EU-Länder stellen 3,75 Mrd. Euro für Startup-Anschlussfinanzierung bereit

Die European Tech Champions Initiative (ETCI) soll der Abwanderung von Later-Stage-Startups aus der EU entgegenwirken.
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etci Anschlussfinanzierung Spätphasenfinanzierung
(c) fotolia.com - ra2 studio

Das Problem ist bekannt: Das Kapital bei wirklich großen Startup-Finanzierungsrunden kommt großteils nicht aus Europa, sondern aus den USA und Asien. Mit großen Investments ist dann oft auch die Abwanderung der Startups bzw. Scaleups verbunden, etwa durch eine Verlegung des Firmensitzes oder einen Börsengang im Nicht-EU-Ausland. Vorschläge, um dem entgegenzuwirken, liegen einige am Tisch. Nun versuchen es einige EU-Länder mit der neuen European Tech Champions Initiative (ETCI).

ETCI-Geld soll auch privates Kapital mobilisieren

Für das Programm stellen mehrere EU-Länder zunächst bis zu 3,75 Milliarden Euro zur Verfügung. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute in Brüssel unterzeichnet, teilten die deutschen Bundesministerien für Finanzen und Wirtschaft in einer gemeinsamen Erklärung mit. Deutschland und Frankreich stellen demnach je eine Milliarde Euro zur Verfügung. Konkret adressiert werden mit der ETCI bereits länger am Markt befindliche Startups, die üblicherweise schon mehrere Finanzierungsrunden durchlaufen haben, nun aber einen weiteren Anschub brauchen, um weiter zu wachsen. Über die Initiative sollen Anreize gesetzt werden, über staatliches Geld auch privates Kapital zu mobilisieren.

Österreich (noch) nicht dabei – auf Zielbetrag fehlen noch mehr als 60 Prozent

Weitere Kapital-Zusagen für die ETCI soll es von Italien, Spanien, Belgien und der Europäischen Investitionsbank geben, Österreich ist also (noch) nicht an Bord. Andere EU-Länder können sich laut einem Medienbericht, der sich auf Quellen aus dem deutschen Finanzministerium bezieht, in den nächsten 18 Monaten der Initiative anschließen. In der Vergangenheit sei mit einem Volumen von mindestens zehn Milliarden Euro kalkuliert worden – es besteht also wohl die Hoffnung, dass noch einiges an Mitteln zusammenkommt.

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Wolfgang Hattmannsdorfer | (c) drehwerk / Peter Mayr
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Rufe nach mehr politischer Rückendeckung für den Life-Science-Standort gibt es, wie auch in anderen Bereichen, schon lange. Bewegung in die Sache bringt nun einmal mehr die geopolitische Lage, konkret vor allem weitere Zolldrohungen durch US-Präsident Donald Trump. Bei einem gemeinsamen Medientermin von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer mit Pavol Dobrocky, Präsident des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs, Pharmig, machte der Minister nun einige diesbezügliche Ankündigungen, wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet.

„Life-Science-Aktionsplan“

Diesen Herbst will die Regierung demnach einen „Life-Science-Aktionsplan“ erarbeiten. Man wolle die Innovationskraft des Sektors stärken, die Standortkosten senken, um mehr Produktion zu ermöglichen, und die Durchführung klinischer Studien erleichtern, wird Hattmannsdorfer in der „Presse“ zitiert. Zudem soll der Industriestrompreis künftig auch für die Erzeugung pharmazeutischer Grundstoffe gelten.

Life-Science-Startups bei Skalierung helfen

Konkret äußerte sich der Minister auch zu Life-Science-Startups. Diesen wolle man dabei helfen, schneller zu skalieren und ihre Produkte in den Markt zu bringen. Laut Austrian Startup Monitor 2025 ist die Branche mit 14,4 Prozent aller Startups die zweitgrößte innerhalb des heimischen Startup-Ökosystems nach IT/Softwareentwicklung.

Zudem wolle man auf EU-Ebene erreichen, dass die Life Sciences in den europäischen Industrial Accelerator Act aufgenommen werden. Der Gesetzesvorschlag soll etwa Investitionen in Produktionsstätten erleichtern und sehe auch „made in EU“-Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen vor. Außerdem denke man Beihilfen an, um Pharmaproduktionen in Österreich zu halten.

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